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Man
sollte es nicht glauben, aber es ist bittere Wahrheit. Kaum sind die
wohltönenden Worte der Industriebosse über den Ausbildungspakt und die
Schädlichkeit der Ausbildungsabgabe verklungen, da kommen die ersten
Meldungen, dass große Konzerne nicht nur nicht mehr, sondern weniger
ausbilden. So soll DaimlerChrysler im nächsten Ausbildungsjahr keine
neuen Lehrstellen für Büroberufe
mehr anbieten.
Na
klar, was taugen schon die salbungsvollen Worte des BDI-Rogowski und des
Arbeitgeberpräse Hundt in solchen Fragen. Leere Worte!
Und
nun kommt Freund Clement, die bekannt-berüchtigte Niete im
Nadelstreifen, und startet über sein Ziehkind „Teamarbeit für
Deutschlang“ eine Werbekampagne.
Zunächst
mal muss er zugeben, dass „Tausende Jugendliche“ keine Lehrstelle
haben. Tausende? Meines Wissens leicht untertrieben. Es sollen mehrere
Hunderttausend sein. Aber sei’s drum.
Vollmundig
lässt Clement weiter erklären:
„Wirtschaft,
Bundesregierung und Arbeitsverwaltung haben deshalb einen nationalen
Ausbildungspakt beschlossen um ausreichend Lehrstellen zu mobilisieren.
Denn freiwillige Lösungen sind besser als gesetzliche“
und
es folgt der forsche Aufruf:
„Machen
Sie mit - bilden sie aus!
Sponsoring darf auch nicht fehlen:
„Die
Bahn engagiert sich bei Teamarbeit für Deutschland“
Mit
den nationalen Pakten ist es in deutschen Landen so ein Ding. Meist
endet das da, wo es die Betroffenen nicht wollten. Als es noch „ein
Volk, ein Reich, ein Führer“ gab, gab's bekanntlich eine Katastrophe.
Wie
immer, so auch hier: Wenn die Bosse was versprechen, dann sind das leere
Worte. Wenn sie sagen: „freiwillig schaffen wir Ausbildungsplätze“ dann
haben sie, ohne groß überlegen zu müssen, gelogen. Ob denn nur eine
Ausbildungsstelle neu hinzu gekommen ist, ist überhaupt nicht
nachweisbar. Der BDI, der dieses Versprechen abgab, kann viel sagen,
entscheiden werden die einzelnen Konzernchefs.
Was
aber soll diese Waschmittelwerbung für diese eigenartige
„Teamarbeit für Deutschland“?
Schröder,
Clement und Konsorten betreiben Imagepflege und gaukeln vor , sie täten
etwas gegen die Lehrstellenkatastrophe!
Mehr
nicht!
Wer
meint, dass sich jemand von diesem Plakat dazu hinreißen lässt, einen
Auszubildenden einzustellen, braucht einen Psychiater. Durch ein Großplakat
am Bahnhof spült Clement viel Geld auf die Konten der Werbeagentur,
aber Ausbildungsplätze?
Allerdings
meldete die Presse, dass man in Köln, im Puff, noch Lehrlinge sucht – für
Büroberufe! Na, wenn das kein Lichtblick ist.
Auf
dem Plakat wird eine Telefonnummer angegeben. Wer noch Lehrlinge sucht,
melde sich.
Aber Vorsicht! Pro Minute kostet der Anruf 12 ct. Also
nichts für Lehrherren mit Arbeitslosengeld 2.
Das
wird doch wohl nicht etwa die Ausbildungsabgabe durch die Hintertür sein?
Der
Rote Webmaster
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