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Mit
dem Raubtier-Kapitalismus in die
Barbarei?
BüSGM-Erklärung
08.36
(leicht
gekürzt)
Berlin,
den 23.09.2008 - Wir erleben gegenwärtig die volle
Entfaltung der bekannten Merkmale des Imperialismus mit seinen
staatsmonopolitischen Wesenszügen. Der Staat, seine Organe, vertreten
die Interessen der führenden Unternehmen der Finanzoligarchie. Ohne
sich davon frei zu machen, gegenzusteuern, durch den Kampf der Werktätigen
andere Mehrheiten zu erreichen, wird aus jeder kapitalistischen
Marktwirtschaft ein Raubtierkapitalismus. Wussten das schon die Väter
der sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard, Müller-Armack und Walter
Eucken, vor 60 Jahren oder haben sie am Beginn der Bundesrepublik die
Marktwirtschaft sozial abgesichert, weil als Gegenmodell in den dem
Sozialismus zustrebenden Staaten eine soziale Alternative des
Kapitalismus entgegengesetzt werden musste? Nach dem „Sieg“ des übrig
gebliebenen Kapitalismus wurde mit Hilfe der Regierungen als geschäftsführende
Ausschüsse des Kapitals der „freien“ Marktwirtschaft, dem
Turbo-Kapitalismus, ungehinderte Ausdehnung bereitet. Ohne dass die
Entwicklung durch einen ökologischen und ökonomischen Ordnungsrahmen
eingegrenzt wurde. In dieser Woche haben wir die brutalen Exzesse des
US-Raubtierkapitalismus erlebt: Kurseinbrüche an den Börsen von New
York bis Tokio, Lehmann Brothers pleite, Merrill Lynch verkauft,
Versicherungsbanken in der Krise. In Deutschland wurde die KfW
(Kreditanstalt für Wiederaufbau) mit Steuermitteln saniert, die völlig
unverständlich den Pleitegeiern der Lehmann Brothers noch 35o Millionen
Euro überwiesen hat. Die dem Kapitalismus eigene Gier hat
Hundertausende Arbeitsplätze vernichtet. Einige Milliardäre sind jetzt
noch reicher, die Armen aber ärmer und der Mittelstand hat Angst vor
dem Abstieg.
Jetzt
sind sich auch die Apologeten der „freien Marktwirtschaft“ in den
USA einig, dass das Kapital mehr staatliche Kontrolle braucht.
Die
von uns befürchtete Sozialisierung der Verluste erreicht sowohl in den
USA als auch in der Bundesrepublik Deutschland ihren Höhepunkt. Die
US-Kapitalismus-Krise könnte in sieben Wochen die Präsidenten-Wahlen
entscheiden, aber auch 2009 die deutsche Bundestagswahl oder am nächsten
Sonntag die Bayern-Wahl.
Die
deutschen Konservativen haben für ihren neoliberalen Kurs nach der
letzten Bundestagswahl die Quittung erhalten. Die Markt-Ideologen von
CDU und CSU rechneten mit 45 % der Stimmen und landeten bei 35 %. Die
Deutschen wollten und wollen keine radikale Marktwirtschaft, sondern
eine sozial und ökologisch abgefederte Wirtschafts-und Sozialordnung..
Der überwiegende Teil der Bevölkerung vergisst dabei jedoch, dass
die Bändigung des Kapitalismus in jedem Fall eine Machtfrage ist. Sie
verlassen ihre Gewerkschaften und wählen weiterhin die Verursacher
ihrer Einkommensverluste CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen.
Noch vor Wochen behaupteten die Optimisten, die derzeitige Krise sei
lediglich ein harmloser Schnupfen. Finanzminister Steinbrück
verbreitete diesen Irrglauben noch in dieser Woche im Deutschen
Bundestag. Mit Zweck-Optimismus ist dem Turbo-Kapitalismus nicht
beizukommen. Jeder Realist wird von den Politikern in Deutschland trotz
besseres Wissen zurzeit noch als Schwarzmaler abgetan. Dabei verdecken
die Steinmeiers, Steinbrücks und andere mit ihren Reden nur, dass sie
kein Zukunftskonzept gegen die Krise haben.
Die
deutsche Wirtschaft ist heute sicherlich nicht mehr so unbedingt von der
US-Wirtschaft abhängig wie noch vor 20 Jahren, aber unabhängig ist sie
in Zeiten der Globalisierung nicht. Die Frage muss beantwortet werden,
warum anstelle der staatlichen Unterstützung mit Steuergeldern pleite
gehende Banken nicht verstaatlicht werden. Es ist auch zu fragen,
weshalb scheffelt die Bundesregierung mit ihrer Beteiligung an völkerrechtswidrigen
Kriegen der privaten Rüstungsindustrie Milliarden Gewinne zu, statt
diese zu verstaatlichen und danach zu liquidieren. Warum soll die Bahn
an die Börse gehen, wenn bewiesen wurde, dass Privatisierung nur die
Aktieninhaber auf Kosten der Allgemeinheit reich machen. Die aktuelle
Krisenbewältigungsfrage für viele: „Brutal-Kapitalismus a la USA
oder sozialökologische Marktwirtschaft für Europa und die BRD? Wir
geben alle 4 oder 5 Jahre unsere Stimme ab, mit der Politiker und ihre
Auftraggeber machen was sie wollen, um unsere Interessen zu verraten.
Am
Ende ist die Aussage von Rosa Luxemburg nach wie vor aktuell:
„Entweder mit dem Kapitalismus in die Barbarei zu fallen oder eine
sozialistische Gesellschaftsordnung aufzubauen. (…) Packen
wir es gemeinsam an, ehe es zu spät ist und auch diese Möglichkeit
durch eine „Europäische Verfassung“ verbaut wird.
Bündnis
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