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„Die Mehrzahl der Erwerbstätigen und Erwerbslosen wollen für die Arbeit die sie leisten, einen Lohn mit dem Sie ein menschenwürdiges Leben führen können.“

Leserbrief zu Seite 3 der jungen Welt vom 31.01.07

Wer will für einen Mindestlohn von 7,50 € oder 8,00 € denn arbeiten? Ich bin seit November 1992 mehr oder minder arbeitslos, mein letzter Stundenlohn lag bei  21,50 DM Brutto als Maurer, je nach Leistung erhielt ich ein Nettogehalt von ca. 2300,-DM, was ungefähr dem entsprach, was ich als Jugendbrigadier vor 1989 verdiente, allerdings hieß es damals 2300,-Mark der DDR.

Als Jungfacharbeiter verdiente ich in den 70iger Jahren 520,-Mark der DDR (Netto) Mit diesem Lohn blieb mir bei Abzug aller Verpflichtungen, wie Miete, Strom, Gas, Fernsehgebühren, Lebensversicherung und Abo der jungen Welt und Sächsische Zeitung zum Leben mehr übrig als heute mit Harz IV.

Wenn ich heute für ein Bruttogehalt von 1450.-€ oder 1500.-€ arbeiten soll, was bleibt den dann zum Leben übrig? Kann das ein menschwürdiges Leben bedeuten?

Wie tief müssen die Stundenlöhne noch sinken, damit die Mehrheit der Arbeiterklasse begreift, dass die Schere des Friseurs und die Kelle des Maurers liegen bleibt, wie lange ertragen die Rentnerinnen und Rentner noch Nullrunden, wie lange noch wollen die Kassiererinnen bei Aldi oder Lidl sich diese Ausbeutung noch gefallen lassen?

Wenn Oskar Lafontaine meint, dass die Mehrzahl der Erwerbstätigen von einer gesetzlichen Regelung profitieren, glaube ich, daß er sich irrt. Die Mehrzahl der Erwerbstätigen und Erwerbslosen wollen für die Arbeit die sie leisten, einen Lohn mit dem Sie ein menschenwürdiges Leben führen können.

Da das aber in dieser Gesellschaftsordnung nicht möglich sein wird, wird es Zeit, dass die Friseuse, die Kassiererin,  der Maurer, die Rentner, die Studenten und Schüler ihr Recht auf ein menschenwürdiges Leben gemeinsam erkämpfen.

Dies wäre eine lohnende Aufgabe der Linkspartei.PDS und der WASG diesen Protest zu organisieren, anstatt sich in dieser Gesellschaftsordnung einzurichten. Ich bin nicht Mitglied dieser Organisationen, sondern Mitglied der DKP, bin aber bereit mitzuwirken. Es gibt nur eins, Sozialismus oder Barbarei.

M. Z. Berlin-Lichtenberg

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