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Montagsdemos:
Attac,
rechter PDS-Flügel und rechtopportunistische MLPD spalten die Aktionen
gegen Sozialkahlschlag
von
Günter Ackermann
1. Das Dreigestirn aus DGB-Führern,
PDS und Attac versucht die Montagsdemos unter Kontrolle zu bekommen
Es
soll im Oktober zwei bundesweite zentrale Demos gegen Hartz IV in Berlin
geben: Die eine, am 2. Oktober in Berlin, veranstaltet von einem Bündnis,
in dem v.a. die Gruppen aus Kirchen, Gewerkschaften, Attac und PDS das
Sagen haben. Die Hauptparole: Soziale
Gerechtigkeit statt Hartz IV - Wir
haben Alternativen!
Das
klingt nett, aber man muss es nur mehrfach lesen und denken, dann kommt
man dahinter: Ein leerer Satz!
Tatsächlich
hat die PDS, Attac und die DGB-Spitze keineswegs wirkliche Alternativen.
Ihre
Scheinalternative ist:
Kosmetik!
Hier etwas weglassen und da etwas, aber das Wesen der ganzen Schweinerei
so lassen, wie es ist. Der Unmut der Menschen soll nur in konformre
Bahnen kanalisiert werden.
Wenn
die Gewerkschaftsführungen wirklich etwas gegen Hartz IV, aber auch
gegen Hartz eins bis drei und die Gesundheitsreform hätten tun wollen,
dann hätte sie die ungeheure Welle des Protestes, die am 2. April 2004
überschwappte, weiter einwickelt und hätte ihre Mitglieder auf die schärfste
Waffe der Gewerkschaften vorbereitet: den Streik. Das forderten ja auch
linke Gewerkschafter.
Aber
man traf sich mit Schröder, Müntefering und in den SPD-Gremien und
schwor sich Nibelungentreue: Schröder geht weiter den Menschen an die
Substanz der materiellen Exisstenz, die Gewerkschaften lassen zu, dass bei
Siemens. DaimlerCrysler und jetzt bei VW die Löhne mit vagen
Versprechungen abgebaut und die Arbeitszeit verlängert werden – unter
dem Beifallsrufen von Schröder und Co, während die Profite ins
Uferlose steigen – und das ohne einen müden Euro Steuern zu zahlen.
Die Konzerne drücken sich erfolgreich vor der Körperschaftssteuer, während
die abhängig Beschäftigten, die Arbeiter und Angestellten, immer
weniger Einkommen beziehen und ihre Arbeitsplätze unsicherer werden.
Und das mit Zustimmung z.B. der IG-Metall.
Die
PDS dagegen spielt wohl das übelste Spiel aller etablierten Parteien.
In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind die PDS-Minister und Senatoren
eifrig dabei, die Schweinereien praktisch umzusetzen. So sagte Heidi
Knake-Werner, Berlins Sozialsenatorin (PDS):
„Ja,
es stimmt: Hartz IV steht für den umfassendsten Umbau im
sozialpolitischen und arbeitsmarktpolitischen Bereich, den die
Bundesrepublik seit ihrer Gründung je erlebt hat. Dieser Umbau ist mit
gewaltigen Herausforderungen für die Länder, für die Kommunen, für
die Arbeitsagenturen verbunden. Wir in Berlin nehmen diese
Herausforderung an, und wir werden die Chancen nutzen...“
Frau
Knake-Werner tritt in dieser Rede den Vorwürfen der Grünen und der CDU
entgegen, sie wolle Hartz IV nicht umsetzen.
Weiter sagt sie:
„Ich
nehme, wie viele andere, diese Sorgen der Menschen ernst. Sie sind für
mich, ebenso wie für Harald Wolf,
das entscheidende Motiv, dieses Gesetz Hartz IV vor Ort gut umzusetzen.
Genau das tun wir – und nichts anderes. Die Interessen der Betroffenen
sind dabei der Maßstab für uns, um das noch einmal sehr deutlich zu
sagen. Es geht uns keineswegs, Herr Zimmer – auch wenn Sie das möglicherweise
gern hätten – um Flucht aus der Verantwortung – ganz im Gegenteil.
Das, was wir hier tun, ist verantwortliches Handeln im Interesse der
Betroffenen.“
Sie
will dieses ungerechte Gesetz des Sozialraubs „gut umsetzen“,
wohlwissend, dass die Menschen draußen dagegen demonstrieren. Wenn sie
aber sagte: „Die Interessen der Betroffenen sind dabei der Maßstab“,
so sind doch Zweifel angebracht oder es ist blanker Hohn. Wenn es denn so wäre, würde die PDS
in Berlin sich weigern, ein solches Gesetz des Sozialraubs zu
exekutieren. Die Folge wäre allerdings der Verlust des weichen und gut
dotierten Senatorensessels. Sie will aber keine „Flucht aus der
Verantwortung – ganz im Gegenteil“
Nun
denn: mitgegangen-mitgefangen-mitgehangen. Aber die PDS spielt sich als
die Protestpartei gegen die Agenda 2010 auf, die sie, ist sie denn an
der Regierung beteiligt, „gut umsetzten“ wird.
Welche
Alternative hat also die PDS, wenn sie für den Slogan „Soziale Gerechtigkeit statt Hartz IV - Wir haben Alternativen!“ eintritt? Hartz IV gut umsetzen im angeblichen Interesse der
Betroffenen? Wie geht das bei einem Gesetz, das vom ersten bis zu
letzten Satz gegen die Interessen der Betroffenen gerichtet ist? Wie
setzt man ein solches Gesetz auch noch „gut“ um, wenn nicht gegen
die Interessen der Opfer des Sozialraubs?
Und Attac? Attac
ist in weiten Teilen mit der PDS verflochten. Anfang des Jahres
versuchte Attac eine Bewegung gegen die Agenda 2010 bei einer Konferenz
in Frankfurt zu spalten und sprach sich vor linken Gewerkschaftern gegen
Streik als Mittel des Kampfes gegen die Pläne des Sozialraubs aus.
Und dieses
Dreigestirn aus DGB-Führern, PDS und Attac versucht sich an die Spitze
der Bewegung der Montagsdemonstrationen zu stellen. Das Ziel ist klar:
Die Bewegung in die falsche Richtung zu wenden
und sie schließlich abzuwürgen.
2.
Rechtsopportunistische MLPD und ihre Phalanx verhindern die
Politisierung der Montagsdemos und arbeiten DGB-Führung, PDS und Attac
zu
Die
Parole der MLPD lautet: „Weg mit Hartz IV – das Volk sind
wir“ Besser, wie die Parole oben, ist diese letztlich auch
nicht. Sie mag ja anfangs eine gewisse mobilisierende Wirkung gehabt
haben, aber sie verschleiert das Wesen der Maßnahmen der
Bundesregierung zum Sozialraub und lenkt folglich in die falsche Richtung.
Es
geht - das muss unzweideutig betont werden – nicht nur gegen Hartz IV,
nicht nur gegen Hartz I bis Hartz III, nicht nur gegen die sog.
Gesundheitsreform usw. Was derzeit auf die Arbeiterklasse zukommt, ist
ein geballter Angriff auf die in Jahrzehnten erkämpften sozialen
Errungenschaften. Und es geht um noch brutalere Ausbeutung derer, die
(noch) Arbeit haben. Ich erinnere nur an die Frechheit des
Siemenskonzerns, der die Handy-Produktion nach Ungarn verlagern wollte,
es sei denn, die IGM-Metall stimmt Lohnsenkungen und Arbeitszeitverlängerungen
zu (dabei ist dies schon lange geschehen, das Werk in Ungarn produziert
schon längst für den deutschen Markt). Die IG-Metall machte viel
Geschrei und kroch Siemens dann hinten rein und stimmte zu.
Ebenso
bei DaimlerCrysler und jetzt kommt
VW hinzu. Der Arbeitsdirektor von VW ist bekanntlich der SPD-Mann
und ehemalige IG-Metall-Funktionär Peter Hartz, Spezi des Herrn Schröder.
Schröder - schon zu Zeiten als er noch Ministerpräsident von
Niedersachsen war – soff Champagner auf Kosten von VW beim Wiener
Opernball und logierte samt Gattin in einer Luxussuite. Klar, bei
derartig guten Kontakten wird manches außerhalb des Dienstweges
geregelt, man kennt sich ja. Die Regierung schafft die
Rahmenbedingungen, die Konzerne setzen des dann um und spekulieren auf
die Angst der Arbeiter um ihren Job.
Darum
geht es und es geht hintergründig und letztendlich um die Frage des
kapitalistischen Systems und die kämpferischen Formen des Widerstands
gegen die Angriffe des Kapitals als Schule des Klassenkampfes zur
Zerschlagung des kapitalistischen Systems.
Was
aber macht die MLPD? Sie verharrt bei ihrer antiquierten und falschen
Parole „Weg mit Hartz IV – das Volk sind wir“ Diese
Parole basiert auf dem Slogan aus der späten DDR, wo einige tausend
Demonstranten „Wir sind das Volk“ skandierten und damit ihren
Willen, kapitalistische Verhältnisse einzuführen, bekundeten. Ich will
nicht näher auf die Ursachen dieses Unmuts eingehen, es dokumentierte
sich ganz einfach das, was die modernen Revisionisten angerichtet
hatten. Diese Parole war damals wie heute nicht fortschrittlich und
letztlich auch gegen die Interessen derer gerichtet, die sie riefen.
In
ihrer Agitation fährt die MLPD auch ehemalige „Bürgerrechtler“
aus der DDR auf. Was immer das auch ist. Die, die die gemeinhin
so bezeichnet werden, sind jene, die damals in den Westen reisen wollten
und konnten. Es ging ihnen nicht um mehr sozialistische Demokratie,
sondern um Einführung des Kapitalismus. Wenn man sich derer bedient,
sind die Grenzen zum Antikommunismus schnell überschritten. Ich habe
den Eindruck, die MLPD hat diese Grenze längst überschritten.
Die
MLPD ist nach eigenem Verständnis die revolutionäre Partei des
Proletariats, also die kommunistische Partei. Das dürfte aber etwas zu
hoch gegriffen sein.
Wo
führt sie die Bewegung im Sinne der Arbeiterklasse? Sie latscht
hinterher und verhindert deren Politisierung. Man sieht, wie dringend
erforderlich eine Kommunistische Partei ist. Gäbe es sie, dann hätten
die Gewerkschaftsführer, PDS und Attac nicht die Spur einer Chance.
Aber die MLPD arbeitet denen auch noch zu.
3. Statt Anstöße zur Politisierung
der Bewegung formalistisches Gewäsch durch die MLPD
„Den
Versuch einer Partei (MLPD), durch die – auch mit Körpereinsatz
erfolgte - Eroberung des Mikrofons und inszenierte Abstimmungen, die
Veranstaltung quasi als Sonderparteitag zu beenden, betrachten wir als
gescheitert. Die Leipziger Gastgeber und eine große Zahl von
Teilnehmerinnen und Teilnehmern distanzieren sich von diesen Vorgängen
und fühlen sich daher auch durch sog. „Beschlüsse“ in keiner Weise
gebunden bzw. festgelegt. Genauso wenig ist die selbst ernannte
„Koordinierungsgruppe“ nicht autorisiert, im Namen von 186
Teilnehmern aus 66 Städten zu sprechen, oder für diese Beschlüsse zu
fassen.“
Ich bezweifle, dass die
PDS-Rechte Kreft und der Ex-Sprecher des Sozialforums Leipzig hier edle Motive im Sinn hatten, als sie diese Presseerklärung in die Welt
setzten. Dass sie in der Sache Recht haben, steht außer Zweifel. Die
MLPD geht nämlich nach einem billigen Trick vor.
Es
gibt eine Reihe Orte an denen Montagsdemos stattfinden, wo die MLPD mit
starkem Aufgebot beteiligt ist. Wenn es was zu beschließen gilt, das
in den Versammlungen der Bündnisse gegen die Agenda 2010 schwer durchsetzbar ist, wird bei der Montagskundgebung der Text
verlesen und die MLPD lässt abstimmen. Klar, die MLPD und ihre
Untervereine stimmen zu, viele der Anwesenden, die nicht den Durchblick
haben können, weil sie einfach nur deshalb kamen, weil sie sauer über
Hartz IV und die Politik Schröders sind, heben auch die Hände, die,
die den Durchblick haben und/oder anderen Organisationen angehören,
sind wütend, aber während der Veranstaltung Protest zu erheben ist
schwer möglich. Also nimmt man es mit Murren hin.
Die
MLPD, die die Texte zentral verbreitet, behauptet dann, in Y-hausen,
X-stadt und Z-heim und 50. 60 70 oder weiteren
Städten sei dieser Text als die
Basis der Arbeit der Bündnisse der Montagsdemo beschlossen worden, es
stünden z.B. 100.000 Demonstranten dahinter. (siehe)
Wenn es in einer Presseerklärung heißt: „186
Delegierte und Teilnehmer der Montagsdemonstrationen aus 66 Städten
haben am 28.8. in Leipzig beschlossen...“, so ist diese Erklärung
genau so zustande gekommen. Die Liste, die folgt, scheint beeindruckend.
Trotzdem sind die Abstimmungen gefälscht, denn es stimmten zufällig
Anwesende mit ab, die den Text überhaupt nicht kannten, ihn auch nicht richtig verstehen konnten.
Ähnlich
kamen auch die „Delegierten“ nach Leipzig zusammen. Dass da die
PDS-Rechten, die genau wissen, was sich da abspielt, etwas dagegen sagen
und machen, ist klar. Sie wären doof, wenn sie es nicht täten. Was die
MLPD hier inszeniert, ist ein Spiel der Lüge. Die anderen, Attac, PDS
und Trotzkisten wissen das natürlich und stoßen hier nach.
Inzwischen
formiert sich der Widerstand gegen die Machenschaften der MLPD. In
Duisburg, wo ein Bündnis aus mehreren Personen und Organisationen die
Montagsdemo organisiert und die MLPD die technische Durchführung übernommen
hatte (Mikro u.dgl.) missbrauchte sie dies, um ohne Absprachen solche
Abstimmungen zu inszenieren.
Die
PDS, die nur eine Statistenrolle bei der Montagsdemo in Duisburg
spielte, ist jetzt auf einmal nach vorne gerückt und rechte PDSler aus
Duisburg haben eine Erklärung unterzeichnet, die sich hiergegen
richtet. Die Manipulationen der MLPD waren zu offenkundig.
Eine
Entwicklung, wie in Leipzig, droht kurzfristig in Duisburg nicht. Die
PDS wird die Montagsdemo nicht übernehmen können, auch Attac ist eher
eine symbolische Größe. Wie es aber längerfristig aussieht, steht in
den Sternen.
Es
geht der MLPD bei all diesen Aktionen nicht um das Hineintragen einer
revolutionären antikapitalistischen Linie. Noch nicht einmal
weitergehende reformerische Forderungen bringt diese angeblich
„marxistisch-leninistische“ Partei. Sie verharrt auf der Parole „Weg
mit Hartz IV – das Volk sind wir“ Mehr nicht!
Auf
die Angriffe aus Leipzig (siehe oben) begegnete Frau Gärtner-Engel mit
einem unsäglichen acht Seiten langen Text. Die Spitzenfrau der MLPD
schreibt u.a.:
„Ich
fordere Isa Kreft und Winfried Helbig auf, ihre Behauptungen - zum
Beispiel es sei einer Eroberung des Mikrofons mit Körpereinsatz erfolgt
und Abstimmungen seien inszeniert gewesen - zurückzunehmen und sich bei
mir zu entschuldigen. Sollten sie das bis 08.09.04 nicht tun, werde ich
sie wegen Verleumdung anzeigen.“
Anzeigen
will die Dame aus der MLPD die rechte PDSlerin! Kann sich ihre Partei
denn noch lächerlicher machen?
Mal abgesehen davon, dass die
Einschaltung der bürgerlichen Justiz überhaupt etwas problematisch
ist, aber will diese Möchtergern-Marxistin-Leninistin wirklich von der
Justiz des kapitalistischen Staates entschieden wissen, wer die rechtmäßigen
Sprecher der Montagsdemonstranten sind? Einfach lächerlich!
Und
überhaupt setzt sich Gärtner-Engel nirgendwo inhaltlich mit den
Positionen der PDS auseinander, sie betet nur die angeblich
demokratische Legitimation der MLPD-Leute in Leipzig herunter und
spricht den PDSlern darum das Recht ab, im Namen der Teilnehmer der
Veranstaltung zu reden. Wie die Teilnehmer an der Leipziger
Veranstaltung dahin „delegiert“ wurden, habe ich oben beschrieben.
Ihre
ganze achtseitige unsäglich langweilige und nichtssagende Erklärung
ist in keinem Wort wirklich politisch. Ein Textbeispiel:
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„Ich
bat alle Anwesenden, die jetzt folgende Auseinandersetzung möglichst
ruhig und zielstrebig durchzuführen. Das wurde auch sehr gut
aufgegriffen und es kehrte weitgehend Ruhe und eine konzentrierte
Atmosphäre ein. Da die Zeit knapp war, fragte ich die Anwesenden zunächst,
ob ich ihr Anliegen richtig verstanden habe, dass jetzt Entscheidungen
über zuvor erarbeitete Diskussionsergebnisse sowie geäußerte Anträge
gefasst werden sollen. Darüber stimmten wir ab - die Abstimmung verlief
wie sämtliche darauf folgenden etwa mit einem Verhältnis von 140 bis
160 Ja-Stimmen zu 13, teilweise 7 Nein-Stimmen. Die Enthaltungen lagen
jeweils zwischen 0 und 4.“
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Die
MLPD versucht rein organisatorisch, durch Besetzung einiger Schlüsselpositionen,
die Kontrolle über die Montagsdemos zu bekommen. Politisch-ideologische
Impulse, die die Bewegung voran treiben könnten, kommen von der MLPD
nicht.
4.
4.
Die Aufgaben
der Kommunisten im ökonomischen Kampf
Zwei
Zitate von W.I. Lenin: „Der politische Kampf der Sozialdemokratie
ist viel umfassender und komplizierter als der ökonomische Kampf der
Arbeiter gegen die Unternehmer und die Regierung.“
und
„Die
Aufgabe der Sozialdemokraten aber erschöpft sich nicht in der
politischen Agitation auf ökonomischem Boden, ihre Aufgabe ist es,
diese trade-unionistische Politik in einen sozialdemokratischen
politischen Kampf zu verwandeln, die Funken
politischen Bewußtseins, die der ökonomische Kampf in den Arbeitern
entstehen läßt, auszunutzen, um die Arbeiter auf das
Niveau des sozialdemokratischen politischen Bewußtseins
zu heben.
Das,
was Lenin da fordert, macht die MLPD nicht. Sie beschränkt sich in
ihrer Agitation bei den Montagsdemos – und nicht nur da - auf rein
reformistische und ökonomische Positionen. Da sie versucht, durch
Besetzung von Schlüsselpositionen die Kontrolle über die Bewegung zu
bekommen, verhindert sie das Entstehen anderer Positionen, die
politisch-ideologisch die Bewegung umfassender politisch werden zu
lassen.
Die
MLPD ist nicht nur bei den Montagsdemonstrationen auf rechtsopportunistischen Kurs. Ihre Hauptparole, verbreitet in den Wahlkämpfen,
ist ganz offenkundig reaktionär: „Neue Politiker braucht das
Land.“ 1998 kamen in
Berlin neue Politiker an die Regierung, was aber kam dann?
Das
Problem, vor dem wir stehen ist, dass wir Kommunisten oft nur als
Einzelpersonen dem Klüngel aus Gewerkschaftsführern, Attac, PDS und
MLPD gegenüber stehen.
Während
die ersten drei relativ leicht zu entlarven sind, immerhin geben sie
sich eindeutig in vielen Erklärungen und v.a. ihrem Handeln als Unterstützer
der Politik der Regierung des Monopolkapitals und des Sozialraubs, ist
das bei der MLPD etwas schwieriger.
Die
gibt sich links, ja kommunistisch sogar. Aber bei etwas mehr als nur
oberflächlichen Hinsehen wird die rechtsopportunistisch-reformistische
Fratze dieser angeblichen Partei der Arbeiterklasse deutlich. Die MLPD
strebt nicht mehr den revolutionären Kampf an, sie ist ein
rechtsopportunistischer Verein getarnt als kommunistisch.
Die
MLPD konnte diese Schlüsselpositionen nur erobern, weil es keine
wirkliche kommunistische Partei gibt. In all den kommunistischen Gruppen
steckt noch der Bazillus des Sektenwesens. Zwar gibt es Ansätze, aber
eine ernsthafte Initiative zur Einheit der kommunistischen Bewegung ist
nicht in Sicht.
Das
Verhalten der MLPD kompromittiert alle kommunistischen Kräfte in der
sozialen Bewegung gegen den Sozialraub. Sie schadet unser aller Ansehen!
Ich
fürchte, die Montagsdemos werden im Sande verlaufen. Einerseits werden
die Machenschaften der MLPD viele resignieren lassen, andererseits
werden diese zum Anlass genommen, um PDS, Attac und Co die Kontrolle
zuzuspielen. Das aber wird kein gutes Ende nehmen.
Ich
will hier keinen Defätismus predigen, aber ohne eine starke
kommunistische Kraft werden solche spontanen Massenbewegungen erfolglos
bleiben.
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