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Koordinierungsgruppe der Leipziger Konferenz der Montagsdemonstrierer

Pressemitteilung 12.9.04

Für die Einheit und Selbständigkeit der Montagsdemonstrationen!

Gegen Vereinnahmung und Spaltung durch Attac- und PDS-Funktionäre

Weg mit Hartz IV – Das Volk sind wir !

Heraus zum Sternmarsch nach Berlin

am 3. Oktober 2004 !

186 Delegierte und Teilnehmer der Montagsdemonstrationen aus 66 Städten haben am 28.8. in Leipzig beschlossen, den Montagsdemonstrierern einen Sternmarsch nach Berlin vorzuschlagen. Innerhalb kurzer Zeit haben danach in mehr als 50 Städten Abstimmungen über diesen Vorschlag stattgefunden. Es gab eine überwältigende Mehrheit dafür. Allein in Berlin stimmten schon am 16.8. ca. 30 000 Teilnehmer der Montagsdemonstration nahezu einstimmig dafür. Am 30.8. wurde dieser Vorschlag nach Angaben örtlicher Organisatoren der Montagsdemonstrationen in folgenden Städten durch Abstimmungen mit überwältigender Mehrheit befürwortet:
Aschaffenburg, Balingen, Bergkamen, Bremen, Bruchsal, Dortmund, Duisburg, Eisenach, Essen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Halle, Hamburg, Hannover, Hattingen, Herne, Herten, Lübeck, Marl, Mülheim, München, Neukirchen-Vlyn, Nürnberg, Recklinghausen, Rheinfelden, Rügen, Schwäbisch-Gmünd, Schweinfurth, Solingen, Sonneberg, Stuttgart, Ulm, Waren, Zwickau. Häufig waren diese Abstimmungen einstimmig. Insgesamt waren über 100 000 Menschen daran beteiligt.

Am meisten macht den Herrschenden zu schaffen, dass die Montagsdemonstrationsbewegung bisher ihre politische Selbständigkeit gegenüber den bürgerlichen Parteien gewahrt hat. Ihr großer gemeinsame Nenner ist die Losung „Weg mit Hartz IV – Das Volk sind wir !“ „Dahinter gibt es kein Zurück !

Es geht den Montagsdemonstrierern nicht um einzelne „Nachbesserungen“, denn diese ändern nichts an der volksfeindlichen Substanz der Sache. Inzwischen haben Montagsdemonstrationen auch in Paris und den Niederlanden begonnen. Aus zahlreichen Ländern sind Solidaritätsadressen eingetroffen.

Die überparteilich organisierte Koordinierungsgruppe der Leipziger Konferenz kritisiert und verurteilt die Ergebnisse des von der Attac-Führung organisierten Spaltertreffens am 11.9. , das ebenfalls in Leipzig stattfand. An ihr nahmen 141 Personen teil, von denen nur eine kleine Minderheit von Montagsdemonstrationen delegiert waren. Das Bild der Konferenz bestimmten Attac-Führer, meistens mit dem Parteibuch von SPD, Bündnis 90/die Grünen, und der PDS in der Tasche sowie die trotzkistische Gruppe um Werner Halbauer und Sascha Kimpel aus Berlin.

Am Schluss dieser Versammlung kam es zum Eklat als die überwältigende Mehrheit dieser handverlesenen Versammlung die Losung der Montagsdemonstranten „Weg mit Hartz IV – Das Volk sind wir !“ bewusst ablehnte und ersetzte durch die Wischi-Waschi-Losung: „Für soziale Gerechtigkeit statt Hartz IV – Wir haben Alternativen.“

Diese bewusste Ablehnung der Losung der Montagsdemonstrierer ist der Versuch. die politisch selbständige Bewegung der Montagsdemonstrationen zu zerstören. Es ist ein Kniefall gegenüber den Regierungsparteien und der rechten Gewerkschaftsführung, welche eine zentrale Großdemonstration ausdrücklich ablehnt und die Bewegung auf „Nachbesserungen“ von Hartz IV“ zurechtschneiden will.

Ohne eine demokratische Legitimation durch die Masse der Montagsdemonstrierer beschloss diese Spalterkonferenz eine Demonstration am 2.10. in Berlin und verbreitete dies sofort bundesweit über die Massenmedien. Die inhaltliche Grundlage dafür ist der weichgespülte Slogan von der „sozialen Gerechtigkeit“.  Attac-Funktionäre wie Pedram P.  und Werner Halbauer sowie Katja Kipping vom Bundesvorstand der PDS erklärten ausdrücklich, dass sie demokratische Abstimmungem der Masse der Montagsdemonstrierer nicht akzeptieren und ablehnen, ebenso wie ein Delegiertensystem der direkten Demokratie. Es ist nicht verwunderlich, dass sie schon vor dieser Konferenz erklärten, dass es von ihrer Seite „keine Verhandlungen“ über eine gleichberechtigte Vorbereitung der Demonstration geben wird.

Wir bedauern es, dass die Attac-Führung es unmöglich gemacht hat einheitlich am ersten Oktoberwochenende in Berlin zu demonstriereren. Wir werden jedenfalls die von ihr betriebene offene Spaltung der Bewegung und den Kniefall gegenüber der Regierung und der rechten Gewerkschaftsführung nicht legitimieren. Dies sind wir den von Hartz IV Betroffenen und den Menschen auf der Straße schuldig. 

Die von Delegationen und Interessierten aus 66 Städten am 28.8.04 in Leipzig beschlossene Resolution der Montagsdemonstrierer ruft auf: „Mobilisert am 3.10. zu einem bundesweiten Sternmarsch nach Berlin. Das ist unsere „deutsche Einheit“.. Werdet stark im Gegenwind – lasst euch eure Sache nie mehr aus der Hand nehmen und euch von euren Zielen abhalten. Gemeinsam sind wir stark ! „

Die überparteiliche Koordinierungsgruppe der Leipziger Konferenz hat zur Vorbereitung des Sternmarsches am 3.10. in Berlin ein Büro eingerichtet. Es ist im >Treff International< in Berlin - Neukölln (12053) in der Reuterstr. 15.
Telefon und Fax 030/624 35 45.

Die Öffnungszeiten sind vorläufig Montag bis Freitag von 15 – 19 Uhr. Dort können auch ab sofort die auf der Homepage veröffentlichten Mittel der Öffentlichkeitsarbeit wie Plakat, Button, usw. bestellt werden.

Pressekontakt: Fred Schirrmacher,  030/855 41 65  oder 0170 -72 40 938

Dieter Ilius  030/536 82 43   oder 0175 - 17 63 173

www.sternmarsch-berlin.de  

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Liebe Freundinnen und Freunde der MLPD und Unterorganisationen!

Mit einiger Ernüchterung haben wir euer Verhalten bezüglich der bundesweiten Demonstrationen am 2./3. Oktober in Berlin und die Tatsache zur Kenntnis genommen, dass ad hoc Abstimmungen veranstaltet werden, bei denen „das Volk“ eure Initiativen abnickt. Weder das Eine noch das Andere waren oder sind Beschlusslage des Duisburger Bündnis gegen Sozialabbau. Damit habt ihr euch erneut gegen die gemeinsame Beschlusslage des Bündnis gestellt. Das dies auch zum weiteren Fernbleiben von Demonstrationsteilnehmern bzw. Hartz IV-Betroffenen führen wird, war schon an vereinzelten Reaktionen auf der Abschlusskundgebung absehbar. Aufgrund diesen undemokratischen Verhaltens wäre eigentlich ein Ausschluss aus dem Bündnis gerecht und notwendig. Da wir aber kein Interesse an der Spaltung auch in Duisburg haben schlagen wir als allerletzte Möglichkeit folgendes vor: Auf der kommenden Montagsdemonstration wird erklärt, dass es zwei bundesweite Demonstrationen gibt, und wir in Einklang mit unserer Beschlusslage neutral zu den Demonstrationen stehen. Das Bündnis erklärt sich zu keiner der beiden Demonstrationen, sondern überlässt es den einzelnen Personen und Gruppen in schriftlicher Form hierfür zu werben. Abstimmungen, die in Szene gesetzt werden, werden nicht mehr stattfinden. Abstimmungen auf der Straße werden nicht mehr stattfinden. Das ist der gemeinsame Wille der am Bündnis teilnehmenden Personen und Gruppen.

Wir fordern euch hiermit auf, am kommenden Donnerstag als MLPD und Unterorganisationen klar Stellung zu beziehen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist klar, dass ihr an einer gemeinsamen Arbeit im Duisburger Bündnis gegen Sozialabbau kein Interesse mehr habt und Parteiinteressen über das Ziel, Hartz IV muss weg, stellt. Ihr tragt dann ganz allein die Schuld, wenn der Widerstand gegen Hartz IV in Duisburg aufgrund eurer  undemokratischen Verhaltensweisen aufgespalten wird. Wir hoffen, dass ihr diese Spaltung nicht zulassen werdet.

Mit solidarischen Grüßen

Thomas Zmrzly für Initiativ e.V.

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