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Vorschlag
für die Perspektivendiskussion
Beitrag
auf der Aktionskonferenz II
Frankfurt/M.,
13.12.03
von
Gruppe Neue Einheit
Die
Forderung, die nächsten Monate für örtliche und regionale und
Zusammenschlüsse und Mobilisierungen zu nutzen, geht in die richtige
Richtung. Welchen politischen Inhalt soll dieses Vorgehen haben?
Es
wird ganz wichtig werden, Verbindungen zu Betrieben und
Gewerkschaftsorganisationen jetzt tatsächlich und viel stärker als
bisher aufzubauen. Ein erstrangiges Thema dabei muss werden, den Kampf
gegen den Sozialkahlschlag mit einem Kampf gegen die Erpresssung durch die
Verlagerungen zu verbinden. Ebenso müssen über die Unterstützung des
Kampfes gegen die Unterminierung des Flächentarifvertrags und über die
Tarifrunden Gemeinsamkeiten entwickelt werden.
Wir
sind in diesen Monaten Zeugen einer immer größeren bundesweiten Welle
der Massenentlassungen und Schließungen ganzer Betriebe, die bald noch größere
Ausmaße annehmen kann und droht, sich zu einer sozialen Katastrophe
auszuwachsen. Konzerne wie Siemens fegen regelrecht die Arbeitsplätze zur
Tür hinaus und erzählen ohne jede Hemmung von ihrem zukünftigen
Wachstum unter den Niedrigstlohn-Bedingungen in Osteuropa, China usf.
Viele andere Konzerne operieren ebenso, und immer mehr Mittelständler
blasen ins gleiche Horn oder verabschieden sich in den Bankrott.
Internationale Zusammenschlüsse mit den Kollegen der anderen Länder sind
das Gebot, das aus dieser Entwicklung folgt. Sie haben selbst auch kein
Interesse an der industriellen Erosion unseres Landes wie irgendeines
anderen Landes, denn sie sind es, die für die daraus resultierenden
sozialen Katastrophen bluten müssen.
Diese
Fragen müssen zu einem zentralen Thema der gesamten ökonomischen
Diskussion werden. Die sozialen Bündnisse können die Arbeiter und
Angestellten im Kampf gegen Massenentlassungen und Betriebsschließungen
unterstützen, mit dazu beitragen, dass die alte schlimme Devise: jeder
Betrieb stirbt für sich allein - nicht mehr hingenommen wird, und es
unterstützen, dass auch die Gewerkschaftsorganisationen eine neue Qualität
der Gegenwehr entwickeln. Diese Aufgaben müssen wir angehen, und von
daher auch die nächsten zentralen Aktionen konzipieren, inhaltlich wie
terminlich. Für den erneuten Zusammenschluss der Arbeiter, wie der
Arbeitslosen und Entrechteten aller Länder.
Seit
dem 1.November hat sich eine neue Welle des studentischen Kampfes erhoben,
der danach strebt, die Verbindung mit den Schülern, aber auch den
Betrieben zu bekommen. Diese Ansätze bedürfen unser aller Unterstützung.
Immer mehr Studenten erkennen, dass das gleiche Prinzip der Erpressung
durch das Ausspielen der internationalen Konkurrenz auch gegen sie
angewendet wird. Heute wird auch die geistige und kreative Arbeit
verlagert. Die Versprechungen, durch Ausbildung „sichere Arbeitsplätze“
zu erlangen, erweisen sich als Trugbild. Auch hier ist der internationale
Zusammenschluss die Aufgabe dieser Tage.
Gruppe
Neue Einheit |