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The
Ecommunist -
Neues
vom Krisenkapitalismus (1)
Quelle.
Kommunistische Initiative Österreich (KI)
vom 17.12.2011
Auf
Kommunisten-online am 19. Dezember 2011 – In der EU zeichnet sich
eine weitere Verschärfung der Krise ab. Die von den USA ausgehende Krise
der Überakkumulation von Kapital, die durch das Platzen der
Immobilienpreisblase ausgelöst wurde, hat sich im weiteren Verlauf als
ernste Staatsschuldenkrise herausgestellt. Dies hat vor allem auch damit
zu tun, dass der Entwertung fiktiven Kapitals bis zu einem gewissen Grade
durch die staatliche Entschädigung der Profitansprüche entgegengewirkt
wurde.
Jedoch
geht es bei der Schuldendebatte vor allem auch um die Wirtschaftskraft
verschiedener Länder. Dabei versuchen die wirtschaftlich stärkeren Länder
ihre Interessen gegen die schwächeren rücksichtslos durchzusetzen. Die
Kurse öffentlicher Staatsanleihen, welche Gegenstand der Spekulation
sind, schwanken hektisch. Anstatt das Finanzmarktsystem in Frage zu
stellen, herrscht das uneingeschränkte Diktat der Finanzmärkte.
Bisherige
Versuche der Eindämmung der Euro-Krise haben wenig Wirkung gezeigt.
Mittlerweile sind auch Staaten wie Finnland oder die Niederlande von der
Krise bedroht, deren Schulden nicht übermäßig hoch sind. Aller
Voraussicht nach wird die Europäische Zentralbank (EZB) nun dazu übergehen,
massiv die Staatsanleihen der von der Krise am meisten erfassten Länder
wie Italien, Spanien und Portugal aufzukaufen, mit dem Ziel, die Zinsen
dieser Staatstitel herabzudrücken. Die EZB darf laut EU-Vertrag die
Staatsanleihen nicht direkt den Staaten abkaufen. Die Zentralbank hat
jedoch schon damit begonnen, Anleihen der Krisenländer im Wert von etwa
200 Milliarden Euro aufzukaufen und zwar von den Banken, die so entlastet
werden. Eine dadurch weiter angeheizte Inflation ist momentan eher
unwahrscheinlich, da es sich um Geld handelt das im Bankenkreislauf
verbleibt und krisenbedingt nicht in der „Realsphäre“ ankommt.
Letztendlich
wird es von den Klassenkräften und -auseinandersetzungen abhängen, in
welchem Umfang die Entschädigungen für Kapitalentwertung vom Volk
getragen werden. Gegen eine Umverteilung im Interesse des Finanzkapitals
hilft nur entschlossener Widerstand gegen die vorgesehene rigide
Sparpolitik der Regierungen zu der sie insbesondere vom deutschen Auf
Kommunisten-online am 19. Dezember 2011 – Großkapital angehalten
werden. Die Krise des Euro ist vor allem auch eine politische Krise.
Nichts fürchtet die Finanzoligarchie mehr, als dass sich das Volk gegen
die verordneten Sparprogramme und Lohnkürzungen zur Wehr setzt.
(1.12.2011)
Unter
dem programmatischen Titel "The Ecommunist" veröffentlicht
kommunisten.at ab sofort und in unregelmäßigen Abständen Einschätzungen
zu den jüngsten Entwicklungen des Krisenkapitalismus.
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The
Ecommunist -
Neues
vom Krisenkapitalismus (2)
Quelle:
Kommunistische Initiative Österreich (KI)
vom 17.12.2011
Auf
Kommunisten-online am 19. Dezember 2011 – Der Finanzkapitalismus
zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass eine kleine Gruppe von
Rentiers ein riesiges Vermögen auf sich konzentriert. Dort wo das
„Regime der Vermögensbesitzer“ am weitesten installiert ist, nämlich
in den USA, ist es mit einer erheblichen Einkommens- und Vermögenspolarisierung
verbunden. Wie Ingar Solty in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift
Marxistische Erneuerung herausarbeitet, beträgt der Anteil der oberen 1
Prozent der Haushalte an den Einkommen (350.000 US-Dollar Jahreseinkommen
und mehr) und am Gesellschaftsvermögen in beiden Fällen je nach
Berechnungsgrundlage zwischen 20 und 25 Prozent.
Da
trifft es sich, dass die kapitalismuskritische Occupy-Bewegung auf die
krasse Kluft bei der Einkommens- und Vermögensverteilung verweist und darüber
hinaus auch darauf, dass heute eine kleine Finanzoligarchie diktiert
("We are the 99%"). Dabei sind die Träger der Occupy-Bewegung
selbst Teil einer Schicht, die sich bisher eher in den herrschenden
Machtblock eingefügt hat. Sie sind, wie Solty bemerkt, eine „blockierte
Elite“. „Hunderttausende Hochschulabsolventen haben einen gigantischen
Schuldenberg aufgehäuft, um sich 'fit für den Markt' zu machen, und
beobachten nun, dass dieser Markt keine Verwendung für sie hat bzw. nur
unter den Bedingungen einer großen Diskrepanz von Qualifizierung und
wirtschaftlichem Tätigkeitsbereich. Sie taten, was man von ihnen
erwartet, doch ihre lumpenreinen Lebensläufe mit Auslandsaufenthalten,
Prestige-Praktika und Bestnoten landen häufig nur in der Ablage.“
Zu
den Unterstützern der Occupy Bewegung zählen nicht nur Ökonomen wie
Joseph Stiglitz und Paul Krugman, sondern selbst kleine Gruppen der
kapitalistischen Klasse. Dies alles zeigt, dass der US-amerikanische
„Konsens ohne Zustimmung“ (Chomsky) durchaus brüchig ist. Viele, die
bisher noch auf einige Privilegien hoffen konnten, werden zu entschiedenen
Gegnern des Kapitalismus. Der US-amerikanische Staatsapparat ist mit
harten Repressionen gegen die Occupy Bewegung vorgegangen. (16.12.2011)
Unter
dem programmatischen Titel "The Ecommunist" veröffentlicht
kommunisten.at in unregelmäßigen Abständen Einschätzungen zu den jüngsten
Entwicklungen des Krisenkapitalismus. |
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