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Organhandel:
„Dr.
Jekyll und Mr. Hyde“ ist bereits Teil der Realität im Kapitalismus!
„Organmafia
macht Arme zu Ersatzteillagern“ für die kranken
Reichen
Reinhold
Schramm
Kommunisten-online
vom 26.01.2009 – In armen Ländern ist der Handel mit menschlichen
Organen an der Tagesordnung. In den Ländern Europas warten reiche
Patienten auf eine Niere, eine Leber oder ein Herz. Der
Transplantationstourismus in die wirtschaftlich schwachen Länder boomt.
Gesunde Männer werden in ihren Dörfern gezielt von „Frontpersonen“
angesprochen: Sie könnten „in kurzer Zeit viel Geld verdienen“. Am
Ende finden sie keine Arbeit, sondern sie müssen ihre Niere
„spenden“.
Die
Armutsopfer sollen eine ihrer Nieren verkaufen - für „ein fürstliches
Honorar von 2000 bis 3000 Euro“.
Ruth
Gaby Vermot-Mangold hat für den Europarat das Problem des Organhandels
untersucht. Sie sagt: „Für einen Landwirtschaftsarbeiter in Moldawien
entspricht das in etwa einem Zehn-Jahres-Gehalt“. Die Kunden zahlen für
ein Organ zwischen 10.000 und 150.000 Euro. Die Armen werden zu
„Ersatzteillagern für reiche Kranke“, so Vermot-Mangold.
Nach
der Vorbereitung der Opfer, auch für die Organentnahme, erfolgt die
Transplantation bei den reichen Nierenkranken in einer Klinik. Die
jungen männlichen Opfer müssen zuvor unterschreiben, dass sie ihre
Niere ‚freiwillig’ und ‚ohne Druck spenden’. Nach dem Bericht
von Evelyn Schielke, für „t-online.de“, sind neben Moldawien auch
andere Länder des Ostens Ziel von Organhändlern – wie Bulgarien,
Georgien, Rumänien, Russland und die Ukraine.
Die
kriminellen Netzwerke der kapitalistischen Organhändler zeichnen sich
durch Professionalität aus, sie sind gut organisiert und mobil.
Qualifizierte Ärzte und gut ausgebildetes Pflegepersonal gehört zum
inneren Kern. Das meiste Geld fließe in die Operation. „Sie verdienen
besonders stark an diesem illegalen und menschenverachtenden Geschäft“,
so Vermot-Mangold. Da die Privatkliniken in vielen Ländern keiner
staatlichen Kontrolle unterliegen, mieten die Organhändler einen
OP-Saal in einem privaten Krankenhaus und operieren dann dort mit ihrem
Team.
Vermot-Mangold:
Die Niere müsse unter guten medizinischen Bedingungen entfernt und
eingepflanzt werden. „Da muss alles stimmen: Das Timing, die Hygiene,
das medizinische Handwerk. Denn: wenn der Empfänger stirbt, dann ist
auch das Geld weg“, so die Expertin.
Professor
Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der „Deutschen Stiftung
Organtransplantation“ (DSO), kennt auch andere Berichte: Denn oft
erfolgten die Operationen nicht fachgerecht, weil in den armen Ländern
die medizinischen Standards nicht gegeben sind. Und: „Viele Menschen
finden oft keinen anderen Weg aus der Armut oder werden sogar mit Gewalt
gezwungen, ihre Organe ohne ausreichende medizinische Betreuung zu
verkaufen.“ Die „Spender“ müssen Zuhause sofort wieder der harten
Feldarbeit nachgehen oder schwere Lasten tragen. Es gibt keine
medizinische Nachsorge für die armen Opfer. Die Narben verheilen
schlecht, die Ernährung ist unzureichend, diese Menschen sind für ihr
verkürztes Leben gesundheitlich gezeichnet.
In
Europa zeichnet sich der Trend ab, die Organbeschaffung in den armen Ländern
zu legalisieren. Es gibt EU-Ärzte und EU-Ökonomen, die den
Organverkauf ermöglichen wollen, die das wirtschaftlich für richtig
halten. „Menschen können und dürfen nie zu einer Handelsware
verkommen“,
so
sagt Frau Vermot-Mangold.
Bitte
den Artikel lesen: „Arme werden zu Ersatzteillagern für reiche
Kranke“ von Evelyn Schielke. Erschienen am 25. Januar 2009 bei „t-online.de“:
http://nachrichten.t-online.de/c/16/52/84/30/16528430.html.
siehe
auch: Merten, Martina: Organhandel: Erschütternde Fakten,
Dtsch Arztebl 2003 mehr |