|
Wer
bekommt die Reform-, Steuer- und Sparpakete?
Von
Torsten Reichelt, Dresden (3. Nov. 2005)
Unsere
geliebte Lakaientruppe des Kapitals in Parlament und Regierung schnürt
ständig neue Pakete: Reformpakete, Steuerpakete, Sparpakete...
Nun
weiß ja Jeder, was ein Paket ist: Einer packt es mit Dingen, die ihm
gehören, ein Anderer bekommt es, öffnet es, freut sich über seinen
Inhalt und konsumiert ihn dann - je nach Inhalt auf unterschiedliche
Weise. Was aber ist in den Sparpaketen drin? Ganz einfach: Geld.
Es
wird an einem Ende der Gesellschaft – nämlich dem sozial unteren –
gespart. Ausgepackt und sich angeeignet wird's am oberen Ende: von den
Kapitalisten in Form von Steuergeschenken, Fördermitteln und
Subventionen und von ihren Lakaien in Management, Medien und Staat in
Form unverschämter Gehälter, Diäten, Beraterhonorare,
Parteifinanzierungen und anderen materiellen Zuwendungen.
Ist
es da ein großes Wunder, wenn diese Personengruppen wie wild aufs
Paketepacken versessen sind? Je dicker die Pakete, also die Einschnitte
bei den sozial Schwächeren und Geschenke für die Schmarotzer und ihre
Lakaien, desto größer natürlich die Motivation, noch dickere Pakete
zu schnüren, welche das – auch in den letzten Jahren bis auf eine
Ausnahme ständig gewachsene – Bruttosozialprodukt von unten nach
oben verteilen.
Diese
Form operanten Lernens (positive Rückkopplung) wird niemals von selbst
zum Stillstand kommen. Es wird Zeit, daß die ausgebeuteten und unterdrückten
Massen ihre eigenen Maßnahmenpakete schnüren: aus Streik, Boykott und
Demonstrationen, daß sie dadurch wieder soziale Zugeständnisse
erzwingen und dabei ein gleichartiges operantes Lernen einsetzt, welches
nur einen Abschluß kennt: die proletarische Revolution. |