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PDS-Chef Bisky will auf sozial machen und fährt zum Europäischen Sozialgipfel nach Paris. Will er gegen die Sozialpolitik seiner Partei demonstrieren?

PDS-Chef Lothar Bisky

Ich hoffe, er bekommt in Paris die einzige Antwort, die ihm gebührt: Buhrufe, Pfiffe und Protestschreie.

Übler Heuchler!

Kommentar von Günter Ackermann

„Lothar Bisky nimmt am 14. und 15. November 2003 am Europäischen Sozialforum in Paris teil“  so prangt es vollmundig auf der PDS-Homepage.

Geschickt versucht die Partei, deren Chef Lothar Bisky ist,  die die Wörter „demokratisch“ und „sozialistisch“ im Namen führt, sich als Sachwalter der Waisen und Witwen aufzuspielen. Jetzt geht sogar schon Attac auf Distanz zur PDS: »Nicht am Wochenende demonstrieren und in der Woche Sozialabbau durchziehen« 

Dem können wir nur zustimmen!

Was ist vorgesehen im Hause der PDS-Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner?

-         Die Sozialhilfe – in Berlin beziehen sie 280 000 Menschen – wird von bisher 293 Euro auf 280 Euro abgesenkt.

-         Der Personalabbau im öffentlichen Dienst soll beschleunigt werden, 7000 zusätzliche Stellen sollen abgebaut werden.

-         Die geplante Schaffung von 1500 Stellen vor allem für Lehrer wird nicht realisiert.

-         Abgebaut werden auch 25.000 Studienplätze, eine der drei Berliner Universitäten wird möglicherweise ganz geschlossen.

-         Sportstätten, freie Schulen und diverse Frauenprojekte, Drogenberatungsstellen und Vereine, müssen mit erheblichen Kürzungen ihrer bisherigen Zuschüsse rechnen.

-         Auch Zoo und Tierpark bekommen weniger Geld

-         Die Eintrittspreise für die öffentlichen Schwimmbäder sollen erneut steigen

-         Die Wohnungsbaugesellschaften sollen an Immobilienhaie verscherbelt werden. Als erste die Wohnungsbaugesellschaft GSW mit 67000 Wohnungen. Daß bei einer Privatisierung die Mieten weiter steigen werden, will man im Senat nicht ausschließen. Gerade erst hatte der Senat beschlossen, die Sozialmieten für 250 000 Mieter anzuheben.

-         Weniger Geld für die Oper und die Theater Berliner Ensemble und Schaubühne.

Harald Wolf (Wirtschaftssenator, PDS): »Wo steht, daß Berlin zwei Tierparks haben muß?« Bei diesem Kahlschlag zu Lasten der Ärmsten in der Stadt wird es nicht bleiben. Senator Wolf: »Wir müssen 10 bis 15 Prozent unseres gesamten Haushalts genauer ansehen«.

Aber für manche Zwecke ist genug Geld da: 

Im Sicherheitsbereich, vor allem für den Schutz der Regierungsbauten, fließt die Kohle ohne Abstriche weiter.

Geld ist auch da um die Verluste der Berliner Bankgesellschaft und der Geschäftemacher, die sich an risikoreichen Immobiliengeschäften bereicherten und die Bank gegen die Wand fuhren, abzusichern. Verursacht wurde das vom CDU-Boss Landowski unter SPD-Beteiligung. Straf. Und zivilrechtliche Konsequenzen? Keine! Es wurde eine Bürgschaft in Höhe eines Jahresetats Berlins von der PDS und SPD beschlossen. Weitere Kosten werden auf Berlin zukommen. Die Pleiteverursacher und die Geschäftemacher der Bank leben derzeit in ihren Grunewald-Villen und werden vom Senat entschädigt.

Und einer, dessen Partei den Sozialabbau mit trägt, dessen Partei die Verursacher einer Monsterpleite mit Milliarden füttert, fährt zum Sozialgipfel und spielt das Unschuldslamm und den Retter der Witwen und Waisen, der Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger, der um ihre Arbeitsplätze bangenden Menschen in unserem Lande.

Ich hoffe, er bekommt in Paris die einzige Antwort, die ihm gebührt: Buhrufe, Pfiffe und Protestschreie.

"Verlässlichkeit gegenüber unseren Wählerinnen und Wählern ist uns Verpflichtung. Mit wirksamer parlamentarischer Oppositionspolitik auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene, mit der Tolerierung einer sozialdemokratischen Minderheitsregierung und mit der Bildung der SPD-PDS-Regierungen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat unsere Partei unter schwierigen Bedingungen Politikfähigkeit bewiesen. " (Chemnitz-Godesberger Programm der PDS)
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