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Wolfgang
Clement (SPD) meint:
Langzeitarbeitslose
sind Parasiten |
„Hartz
IV“ und postfaschistische Wesensmerkmale in Deutschland
2010
Von
Reinhold Schramm
Sozialleistungen
sind keine Almosen, sondern eine Bringepflicht der Gesellschaft
den sozial Benachteiligten gegenüber und vor allem erkämpfte
Rechte der Arbeiterklasse
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„Hartz
IV“ und postfaschistische Wesensmerkmale in Deutschland 2010
Von
Reinhold Schramm
Sozialleistungen
sind keine Almosen, sondern eine Bringepflicht der Gesellschaft den
sozial Benachteiligten gegenüber und vor allem erkämpfte Rechte der
Arbeiterklasse.
Kommunisten-online
vom 12.03.2010 –
Während auf der einen Seite die Führungsgruppen der spätbürgerlichen
und neofaschistischen Parteien durch die Abhängigkeit von finanziellen
Zuwendungen, durch die Gewährung von Machtstellungen im Staate oder
auch durch persönliche Beteiligungen am Profit von den ökonomisch
Herrschenden abhängig bleiben und deren Interessen zu verwirklichen
suchen, erlangen sie auf der anderen Seite vor allem nach ihrer
administrativen Etablierung der politischen Herrschaft eine außerordentliche
Machtfülle und die Möglichkeit, auch solche radikalen Umsetzungen
ihrer sozialdarwinistischen und neofaschistischen Ideologie in Gang zu
setzen, die der Profitlogik des Kapitalinteresses widersprechen. Die
damit verbundenen Momente subjektiver Willkür schaffen
gesellschaftspolitische Unkalkulierbarkeiten und erhebliche Risiken für
den Systemerhalt im Interesse der Bourgeoisie, Großbourgeoisie und
Administration - des Kapitalismus und Imperialismus (nicht nur) in der
Bundesrepublik Deutschland. (1)
Die
Produktivität im verarbeitenden Gewerbe, im Handel, in Banken und
Versicherungen ist in den letzten beiden Jahrzehnten in der
Bundesrepublik Deutschland um 35 Prozent gestiegen, die Reallöhne aber
sind im gleichen Zeitraum um 7 Prozent gesunken. Will man die Wahrheit
über den Arbeitslohn (Lohn der Arbeit) erfahren, muss man (Frau und
Mann der Lohnarbeit) sich an die Hauptlinie der entscheidenden
Auseinandersetzung begeben: derjenigen zwischen Kapital und Arbeit
('differenziertes'
Privateigentum an Produktionsmitteln und Lohnarbeit).
Der
kapitalliberale Vorsitzende und seine Gesinnungspartner wollen uns an
eine andere Linie sozialer Widersprüche locken. Seinesgleichen (Männer
und Frauen seiner Gesellschaft) hetzt die beiden Hauptgruppen sozial
Benachteiligter aufeinander, die Geringverdiener und die
Hartz-IV-Bezieher. Nach ihrer Aussage wollen sie die Geringverdiener
(und vor allem den „Mittelstand“) vor den faulen Hartz-IV-Beziehern
schützen. (2)
Beim
BDA-Kapitalverband heißt es auch: „Inzwischen besteht in der EU ein Höchstmaß
von Schutzregulierungen für Arbeitnehmer. Zusätzliche Beschäftigung
und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit kann nur durch den Abbau
von Regulierung und die Schaffung von Flexibilität erreicht werden.“
Und weiterhin: „Auf europäischer Ebene müssen bestehende Überregulierungen
beseitigt und das sozialpolitische Regelwerk auf echte Mindeststandards
begrenzt werden.“ (3)
Der
BDA-Unternehmerverband zum Arbeitslosengeld II („Hartz IV“):
„Wegfallen
müssen die anreizfeindlichen Zuschläge nach dem Bezug von
Arbeitslosengeld, weil sie über den Bedarf hinaus gewährt werden. Sie
widersprechen dem richtigen Grundanliegen des Gesetzgebers, dass
Langzeitarbeitslose jede rechtmäßige, gegebenenfalls auch einfache und
entsprechend niedrig entlohnte Beschäftigung aufnehmen müssen, um die
Hilfeleistung durch die Gesellschaft so schnell wie möglich auf das
unbedingt Notwendige zu begrenzen.“ (4)
Auf
dem „Symposium Sozialstaat“ der Kapitalliberalen:
Der
ehemalige sozialdemokratische Bundeswirtschaftsminister Wolfgang
Clement: „Man stärkt die Schwachen nicht, indem man die Starken schwächt“,
und „Ich plädiere für eine mutige Reformpolitik auf allen
Feldern.“ (5)
Der
Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof.
Hans-Werner Sinn, auf dem „Symposium Sozialstaat“ der Liberalen:
>Sinn forderte, die Kommunen - notfalls unter Androhung von Strafen -
dazu zu verpflichten, für jeden Arbeitslosen einen Job zur Verfügung
zu stellen. Der Lohn für diese Jobs sollte dem heutigen Hartz
IV-Einkommen entsprechen. „Die Idee mit den Ein-Euro-Jobs war von der
Sache her richtig, aber die Semantik war falsch“, so Sinn. Die
Gesellschaft könne eine Gegenleistung erwarten für ihre Solidarität.
Das Hartz IV-Einkommen sollte zu einem Lohn werden.< (FDP) Und Prof.
Sinn: „Wer arbeiten will, muss arbeiten können und dann genug zum
Leben haben“, sei das Motto des ifo-Konzepts.< (5)
Zum
Klassenwesen der spätbürgerlichen Demokratie in Deutschland 2010:
In
der kapitalistischen und imperialistischen Gesellschaftsordnung kann es
keine wirkliche Demokratie und Freiheit, keine Demokratie und Freiheit für
die Lohnarbeiterklasse und die Volksmassen geben. Die Klasseninteressen
der herrschenden Bourgeoisie und ihrer Administration in Wirtschaft,
Staat und Gesellschaft lassen dies nicht zu, sie sind mit den Interessen
des Volkes unvereinbar. Bürgerlich-demokratische Rechte und Freiheiten,
sofern es solche gibt, haben im kapitalistischen-imperialistischen Staat
für die werktätige Bevölkerung immer einen formalen Charakter.
Demokratie und Freiheit trägt immer Klassencharakter.
Bürgerliche
Demokratie ist stets die Herrschaft der bourgeoisen Minderheit über die
Mehrheit der Bevölkerung, ist Gewaltanwendung der herrschenden
Minderheit der Ausbeuterklasse und -schichten (Bourgeoisie und
Administration) gegen die Mehrheit, gegen die Lohnarbeiterklasse
und alle werktätigen Frauen und Männer. (6)
Diese
Herrschaft der Minderheit versucht die herrschende Bourgeoisie und ihre
Administration mit dem Schein zu umgeben, als ob sich tatsächlich eine
Minderheit dem Willen der Mehrheit unterwerfen müsste. Sie muss das
tun, sonst wären die Tage ihrer Herrschaft gezählt. (6)
1)
Vgl.: Die Wesensmerkmale des Faschismus - der Faschismus in Deutschland
und sein Verhältnis zur Wissenschaft. Zur historischen Einordnung des
Faschismus. In: Medizin unterm Hakenkreuz (- die
Voraussetzungen
ihrer Indienstnahme für die Machtabsicherung und Kriegsvorbereitung
eines reaktionären Regimes), VEB Verlag Volk und Gesundheit 1989.
2)
Vgl.: ND am 12. März 2010, Wirtschaftskolumne von Prof. Harry Nick, Ökonom.
Titel: Arbeit muss sich lohnen!, S.8.
3)
2010 BDA - Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände:
Europäische
Gesetzgebung: Arbeits- und Sozialrecht beschäftigungsfreundlich
gestalten. / Flexibilität ist Voraussetzung für Sicherheit / Falschen
Weg der Regulierung stoppen. (BDA)
4)
2010 BDA: Arbeitslosengeld II / Wichtigstes Ziel bleibt die Rückkehr in
den Arbeitsmarkt (BDA) 5)
FDP - „portal liberal“: Symposium Sozialstaat (10.03.2010):
'Der
Sozialstaat muss jedem eine Perspektive bieten' (FDP)
6)
Vgl.: Das Klassenwesen der bürgerlichen Demokratie. In: Politisches
Grundwissen, Dietz Verlag Berlin 1972.
Empfehlung:
A)
Gesellschaftspolitik: „Armut senkt Lebenserwartung“.
http://www.debatte.info/index.php?id=855
B)
Die Kleptokratie - die Gesellschaftsordnung der Finanz- und
Wirtschaftsoligarchie in Deutschland.
http://www.debatte.info/index.php?id=852
C)
Der Kleinbürger - und die soziale Tragik.
http://www.debatte.info/index.php?id=851
D)
Klassengesellschaft, Eigentums- und Vermögensverteilung in Deutschland.
http://www.debatte.info/fileadmin/download/rschramm_10052009.pdf
Merke:
Sozialleistungen sind keine Almosen, sondern eine Bringepflicht der
Gesellschaft den sozial Benachteiligten gegenüber und vor alleen erkämpfte
Rechte der Arbeiterklasse.
12.03.2010
/ Reinhold Schramm
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