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Massenproteste
in Berlin und Stuttgart gegen 80-Milliarden-Kürzungsorgie
WAS
FORDERT DAS VOLK UND WO FORDERT DAS VOLK ZUWENIG
von
Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Kommunisten-Online,
13. Juni 2010.- Die
bürgerlichen Medien sprechen von zehntausenden Menschen, die in Berlin
und Stuttgart an diesem 11. Juni 2010 gegen die von der reaktionären
deutschen Regierung verkündeten Maßnahmen zur Einsparung von 80
Milliarden Euro als angeblichen Ausweg aus der Überschuldung der
Staatskassen demonstrierten. Die Hauptlosung der Massen ist dieselbe wie
derzeit überall in den Metropolen der EU: „Wir
zahlen für nicht für eure Krise“.
Diese
Reaktion ist nur zu verständlich. Die reaktionäre Regierung
Deutschlands täuscht das Volk ganz gewaltig, wenn sie von der Möglichkeit
einer Sanierung der öffentlichen Finanzen durch solche Tropfen auf heiße
Steine wie Wegfall von Elterngeld oder Kürzung der Leistungen für
Arbeitslose und Sozialfälle fabuliert. 100 Milliarden Euro wurden
allein den privatkapitalistischen Großbanken und damit den diese Banken
besitzenden superreichen Familienclans der Hochfinanz in deren unersättlich
profitgierigen Mäuler geworfen. Und weitere 650 Milliarden Euro hat die
reaktionäre Regierung Deutschlands den privatkapitalistischen Großbanken
immer noch als möglicherweise bald aufgebrauchte Bürgschaften für
deren „faule“ sprich wertlose „Wertpapiere“ aus der
Goldman-Sachs- und Lehman-Trickkiste des US-Finanzkapitals zur Verfügung
gestellt. Zwischen Privatbankiers und reaktionären Regierungen geht es
derzeit ganz offen zu wie im Selbstbedienungsladen!
Fast
zeitgleich konnte das Volk im Fernsehen verfolgen, wie der reaktionäre
Finanzminister Schäuble sich beim Chefbankier der Deutschen Bank für
das ach so große Entgegenkommen bei der Augenauswischerei bedankte, die
da in Gestalt eines lächerlichen 1 Milliarde Euro ausmachenden
„Banken-Rettungsfonds“ aus eigens dafür von den
privatkapitalistischen Großbanken einzuzahlenden Geldmitteln aufgemacht
werden soll. Dem Volk sollte auch nicht entgangen sein, dass die
privatkapitalistischen Großbanken von der Europäischen Zentralbank
frisch gedruckte Euro-Milliarden zu einem Zins von nur 1% leihen können,
um dieselben Euro-Milliarden dann für marktübliche 8% Zinsen an solche
Großkunden wie die reaktionäre Regierung Deutschlands bzw. noch höhere
Zinsen (10%? 11%?) an Griechenland usw. zu verleihen. Dazu reicht die
jeweilige Risikobewertung für Darlehen, welche von drei
Ratingsagenturen vorgenommen wird, die ebenfalls privatkapitalistisch
und somit Ableger eben jener privatkapitalistischen Großbanken des
international agierenden Finanzkapitals sind.
Es
lebt auf dieser nie zuvor so offenkundig gewordenen Grundlage der
imperialistischen Gesellschaftsordnung der Profit derer, die ihn seit
Jahrhunderten am fettesten einfahren konnten: der unersättlichen Geld-
und Finanzkapitalisten! Sie sind die wirklich Mächtigen im weltweiten
imperialistischen Herrschaftssystem und plündern ungeniert die
Haushalte fast aller Länder des Erdballs aus. Wie sagte Salvador
Allende, der sozialistische Präsident der Volksregierung Chiles von
1970-1973, seinerzeit: „Für jeden geliehenen Dollar mussten wir ihnen
4 Dollar zurückzahlen.“
Wer
aber bitte soll denn nun nach Volkes Meinung für die Krise zahlen? Die
Antworten, welche Demonstrationsteilnehmer darauf den bürgerlichen
Medien in die Mikrofone sprechen, widerspiegeln den noch sehr
unzureichenden Stand des Massenbewusstseins. „Es gibt immer mehr
Millionäre in diesem Land“, was einfach unanständig sei, so ein
offenbarer Nichtmillionär in den 19-Uhr-Nachrichten des ZDF.
Somit
sind die Forderungen der opportunistischen DGB-Bonzen und kleinbürgerlichen
Politiker der „Linken“ schon mal im Massenbewusstsein angekommen.
Die Umfragewerte zugunsten der „Linkspartei“ schnellten auch mal
eben auf rekordverdächtige 12% in der letzten Woche. Mit deren
halbherzigen Forderungen gehen wir Kommunisten nicht konform, denn auf
Verräter an der Arbeiterklasse fallen wir nicht herein.
DIE
PHRASE VON DER „STEURGERECHTIGKEIT“
Schon
ist auch die konservativ-reaktionäre CDU mit einem Teil ihrer Politiker
wie Herrn Ministerpräsident Müller (Saarland) mit dabei, es für nötig
zu erachten, dass durch Besteuerung von Luxusartikeln auch die
Superreichen mehr als bisher an Steuern entrichten sollten. Mal
abgesehen davon, dass sich die Superreichen ihre Limousinen mit
Chauffeuren aus Repräsentationsgeldern ihrer Firmen spendieren lassen
und solcherlei Besteuerungsabsichten durch für sie einfachste
Taschenspielertricks zunichte machen, wissen dies alles auch all jene
Demagogen, die mit derartigen Ideen und Milchmädchenrechnungen jetzt
rasch parat sind. Ihnen geht es ganz bewusst und vorsätzlich nur darum,
dem aufgebrachten Volk ein paar Beruhigungspillen zu verabreichen, es zu
täuschen: „Seht her, Vermögende müssen jetzt auch stärker Steuern
zahlen!“ Und wer dies glaubt, darf sich für selig gesprochen halten.
Was
nützt die „Hummersteuer“, wenn das Gala-Diner als Geschäftsessen
steuerlich absetzbar bleibt? Genau soviel wie die Alkoholsteuer, welche
nur von denen aus dem Nettolohn oder der Nettorente bezahlt wird, die
nicht geschäftlich saufen. Und bei den Herrschaften findet sich im
Nobel-Restaurant auch immer ein Weg, wie statt der bestellten Zigaretten
ein paar Schoppen Wein mehr auf der Rechnung erscheinen, damit sogar die
Zigaretten noch steuerlich absetzbar werden. Die bürgerliche
Gesellschaft ist eben die optimale Gesellschaft für das Bürgertum als
Klasse, für die Bourgeoisie. Und nur für sie und bestenfalls noch
ihren parasitären Anhang aus schmarotzenden Beamten, Manager sich
nennenden uns Arbeitern gegenüber Peitschen schwingenden Lakaien und
„im Befehlsnotstand“ auf das eigene Volk losfeuernde und losknüppelnden
Bluthunden.
Geht
es denn überhaupt um „Steuergerechtigkeit“? Ginge es darum, dann müssten
die Steuergelder ausschließlich für das Gemeinwohl verwendet werden.
Werden sie das denn?
Braucht
die ausgebeutete und unterdrückte Arbeiterklasse, das Volk
Deutschlands, eine Bundeswehrbeteiligung an der imperialistischen
US-Aggression gegen Afghanistan, die 50 Milliarden Euro an Steuergeldern
insgesamt verschlungen hat? Brauchen Arbeiterklasse und Volk überhaupt
die Bundeswehr, die Panzer und Eurofighter, die Kanonen und
Maschinengewehre, die U-Boote und Kriegsschiffe, wofür mindestens 40
Milliarden Euro jährlich an amtlich ausgewiesenen Steuermitteln
ausgegeben werden? Brauchen Arbeiterklasse und Volk eine parasitäre
Beamtenbürokratie des reaktionären Staatsapparates mit satten
Pensionen in mehrfacher Höhe der Durchschnittsrenten der Arbeiter und
Angestellten, welche ebenfalls in Höhe von vielen Milliarden Euro aus
Steuermitteln bezahlt werden? Brauchen Arbeiterklasse und Volk die teure
Beteiligung an der aggressiven imperialistischen NATO, an aggressiven
imperialistischen EU-Streitkräften, die Beteiligung Deutschlands an
aggressiven imperialistischen internationalen Spezial- und
Eingreifkommandos? Brauchen Arbeiterklasse und Volk die teuren
imperialistischen Geheimdienste Deutschlands mit ihren
Handlangerfunktionen für CIA und MOSSAD?
Denn
alle diese für das imperialistische Herrschaftssystem der Großbankiers
und Großkapitalisten sicherheitsrelevanten Bereiche genießen bei jeder
bürgerlichen und opportunistischen Regierung allerhöchste Priorität
und das Privileg der Unantastbarkeit, wenn über Mittelkürzungen beim
Staatshaushalt innerhalb der Klasse der Bourgeoisie diskutiert wird. Bundeswehr,
Geheimdienste, Bundespolizei ... das alles sind heilige Kühe, absolut
tabu für Spar- und Kürzungsmaßnahmen. Und was bitte hat denn so ein
Bundeswehrmajor in seinen 25 Dienstjahren so an überragenden Leistungen
für die Arbeiterklasse und das Volk erbracht, dass sein aus
Steuermitteln gezahlter Sold und seine aus Steuermitteln gezahlte
Pension die Durchschnittslöhne und Durchschnittsrenten der Arbeiter und
Angestellten um ein Vielfaches übersteigt?
WO
DAS VOLK ZUWENIG FORDERT:
Wir
Kommunisten sind uns da stets mit den kämpferischen und
klassenbewussten Teilen der Arbeiterklasse einig gewesen: Es geht nicht
um das Bedienen der demagogischen Phrase von der
„Steuergerechtigkeit“ innerhalb der kapitalistischen
Gesellschaftsordnung, sondern um die Zerschlagung und revolutionäre Überwindung
des verbrecherischen, ungerechten, unmenschlichen, ausbeuterischen,
parasitären, stinkenden und faulen monopolkapitalistischen Systems. Es
geht ganz klar um den Sturz der bestehenden bürgerlichen Ordnung, die
der Arbeiterklasse und dem Volk keine erstrebenswerte Zukunft mit
Frieden und Wohlstand für alle Menschen bieten kann. Wir Kommunisten
werden uns nicht wie DGB-Bsirske oder Linken-Gysi als Arzt am Totenbett
des sterbenden Kapitals um das Verabreichen von lebensverlängernden
Notfallmitteln beteiligen. Wir Kommunisten sagen der Arbeiterklasse und
dem Volk ganz klar, dass wir gegen faule Kompromisse sind und daher zu
keinem Kompromiss mit diesem sterbenden Euro, dieser sterbenden EU,
dieser sparkommissarisch sich gebärdenden reaktionären bürgerlichen
Regierung und Gesellschaftsordnung bereit sind.
Wir
schließen uns in Deutschland den griechischen Kommunisten und
klassenbewussten Arbeitern weltweit an, welche in diesen Wochen von der
Akropolis aus die Völker Europas dazu aufgerufen haben sich zu erheben.
Schluss mit Lohn- und Rentenraub, der griechischen Rentnern mal gerade
340 Euro Mindestrente als Almosen belässt! Schluss mit einer
Kapitalherrschaft, die uns Arbeiter immer dreister belügt und beraubt!
Schluss mit einer EU und einem Euro, die ganze Staatshaushalte in
Schuldknechtschaften zwingt! Kein Cent und keine Arbeitsstunde mehr für
das unersättliche Finanzkapital, für die Profitmacher im militärisch-industriellen
Komplex des Imperialismus, für all die Raffkes und Bluthunde des
Kapitals!
Gegen
Krieg und Kapital!
Es
lebe der revolutionäre Kampf der klassenbewussten Arbeiterklasse!
Es
lebe der Marxismus-Leninismus und die kommunistische Partei!
Hoch
die internationale Solidarität und der gemeinsame Kampf aller Arbeiter
der Welt!
Proletarier
aller Länder, vereinigt euch gegen das vereinigte Finanzkapital!
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