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Zur
Neuauflage der Heiligen Allianz im 21. Jahrhundert
Von
Jens-Torsten Bohlke/14. Dezember 2007
Heute
ist ein raben- und robenschwarzer Tag für alle Demokraten und die Völker
in der EU. Was als „Verfassung“ am Votum der Niederländer und
Franzosen scheiterte, wird jetzt in Form eines Vertragswerkes von den
Regierungschefs der EU-Staaten im Auftrage des Imperialismus mit der
Macht des Faktischen, dem Schaffen der Tatsache, durchgepeitscht.
Übel
vor allem: Wer sich fortan gegen das Diktat der großen Finanzclans,
gegen deren bedingungslose Diktatur zum alleinigen Wohle eines
hemmungslosen globalen Profitscheffelns sowie einer völlig
schrankenlosen Ausbeutung der arbeitenden Klassen stellt, dessen Leben
ist als Leben eines Rebellen gefährdet und nicht mehr im Sinne von bürgerlichen
Menschenrechten wie bisher zumindest formal geschützt. Von der
proklamierten Marktwirtschaft wird das Attribut „sozial“ endgültig
gestrichen, das Wolfsgesetz des Kapitalismus zum gesellschaftlichen
Grundgesetz ohne jedes Wenn und Aber erhoben. Sozialpolitik wird auf das
beschränkt, was nicht den Profitgeiern unterworfen werden kann.
Für
Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen ist absehbar, dass sehr
viel härtere Zeiten anbrechen. Die Staatsgewalt aus Justiz und Militär
wird sich weitaus drastischer in den Klassenkampf einschalten als
bisher. Das Kapital schließt damit die innere Neuordnung der
gesellschaftlichen Verhältnisse in der EU ab, wie es ihm durch den
Zusammenbruch und teilweisen Anschluss des einstigen sozialistischen
Weltsystems sowie das damit und mit massiver geheimdienstlicher
Beeinflussung verbundene Lähmen der fortschrittlichen
antikapitalistischen Kräfte in der EU in diesem Moment möglich
geworden ist. Eine große sehr bedauerliche und folgenschwere
einstweilige Niederlage der internationalen revolutionären Arbeiter-
und Volksbewegung wird jetzt abgerundet.
Dies
zeigt sich in erster Linie in Deutschland, der größten
Wirtschaftsmacht der EU. Nirgendwo anders in der EU ist die revolutionäre
Arbeiter- und Volksbewegung in so hohem Maße enthauptet und
unterwandert worden wie 1990 in Deutschland. Nirgendwo anders in der EU
sind die Gewerkschaftsspitzen so korrupt wie beim DGB in Deutschland,
sind die Linken und Linksparteien auf allen Führungsebenen so
unterwandert und ihres kämpferischen Wesens so wirksam und nachhaltig
beraubt wie in Deutschland. NIrgendwo anders werden Lohnraub,
Sozialabbau und Vetternwirtschaft so schamlos innerhalb der EU betrieben
wie in Deutschland. Nirgendwo anders in der EU lassen sich ganze
Arbeiterviertel rascher und massiver zu Lumpenproletarier-Ghettos
deklassieren als in den letzten 17 Jahren in Deutschland. Rio Reiser
schilderte einst das Ohnmachtsempfinden aufrechter Rebellen in einer
solchen Situation mit seinen trotzig gesungenen Worten „Wenn die Nacht
am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten“.
Europas
Kommunsten sind immer stärker gefordert, an einer starken
kommunistischen Bewegung innerhalb der Völker in der EU mit Hochdruck
zu arbeiten. Immer nötiger hat die Arbeiterklasse ihre sie
organisierende und im Klassenkampf orientierende, auf wissenschaftlicher
Grundlage handelnde marxistisch-leninistische Vorhut, die kommunistische
Partei im Geiste von Marx, Engels, Lenin und Stalin. Wer, wenn nicht wir
Kommunisten, wird die Massen aus den arbeitenden Klassen darüber aufklären,
was hinter diesem „EU-Verfassungsvertrag“ steckt, und wie den
Vollstreckern dieses Diktats des Finanzkapitals organisierter massiver
Widerstand entgegenzusetzen ist.
Jens-Torsten
Bohlke |