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Münterfering-Ministerium
brüstet sich:
Riester-Rente ein voller Erfolg!
Wir
fragen: für wen?
Von
Günter Ackermann/1. Februar 2007
Nullnummern
der Regierung, die als Erfolgsstory verkauft werden, gibt es reichlich.
Erst gestern verkündete die Bundesanstalt für Arbeit, dass der
Arbeitsmarkt brummt. Genauer betrachtet brummt nur das Rennen um jeden
Job, brummt der Verfall der absoluten und realen Löhne. Der Erfolg
besteht darin, dass die Arbeitslosenzahlen um ein paar Prozent weniger
gestiegen sind, als im Vormonat. Nur; gestiegen ist die Zahl der
Arbeitslosen!
Ähnlich
die Erfolgsmeldungen von Lehrstellenmarkt. Wieder ein voller Erfolg mit
Sektkorkenknallen. Der Ausbildungspakt sei eine Erfolgsstory, sagt die
Regierung und sagen die Kapitalistenverbände. „Nur“
17.500 ohne Lehrstelle, vermeldet die BfA. Doch Klasse, oder? Aber: Trotz
Zahlenmanipulation stieg die Zahl der offiziell ohne Lehrstelle um 1.800.
Da die Masse der Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz aber in unsinnigen
Praktika geparkt ist und nicht mit gezählt werden, sind es tatsächlich
über 100.000 ohne Ausbildungsplatz.
Versicherungskonzerne:
Schluck aus der Bulle
Heute
erreichte uns eine Pressemitteilung des Münterfering-Ministeriums:
„Rekorde
bei Riester-Rente - Ende 2006 über acht Millionen Verträge“
Jedermann
weiß, die Riester-Rente ist nichts anderes als eine private
Lebensversicherung, die als Rente ausgezahlt wird. Wenn wirklich acht
Millionen Rieser-Verträge abgeschlossen wurden, dann dürften in den
Chefetagen der Versicherungskonzerne die Korken der Champagner-Flaschen
geknallt haben und dürfte das edle Prickelwasser aus Frankreich in Strömen
geflossen haben. Das ist ein gewaltiger Schluck aus der Pulle.
Die
Versicherten zahlen derzeit einen Beitrag von 3% des Einkommens. Das wären
bei ca. 2000 € Monatseinkommen im Jahr eine Prämie von 720 €. Wenn
wir mal davon ausgehen, dass diese acht Millionen Rieser-Versicherten
diesen Betrag abführen, dann sind das schlappe 5,76 Mrd. Euro jährlich zusätzlich
in die Kassen von Allianz, Gerling und Co. Das ist doch nicht schlecht?
2006
waren es, lt. Arbeitsministerium, 2,4 Millionen Neuabschlüsse. Also eine
zusätzliche Einnahme der Versicherungskonzerne von
1,8 Milliarden im Jahre 2006.
Der
Staat subventioniert diese Riesterrente und das ist Geld, das den
gesetzlichen Rentenkassen vorenthalten wird.
Verdeckte
Werbung
Das
Münterfering-Ministerum schreibt in o.a. Presseerklärung: „Damit
ergänzendes Altersvorsorgesparen für noch mehr Menschen selbstverständlich
und das Aktivwerden leichter wird, hat die Bundesregierung im Januar die
Initiative "Altersvorsorge macht Schule" gestartet: In
speziellen Kursen an bundesweit mehr als 500 Volkshochschulen machen
erfahrene Berater der Deutschen Rentenversicherung Interessierte zu
Alterssicherungsexperten in eigener Sache - unabhängig von Vorkenntnissen
und individuellen finanziellen Möglichkeiten. "Altersvorsorge macht
Schule" ist ein neutrales, unabhängiges Informations- und
Bildungsangebot, das Hilfe zur Selbsthilfe bietet.“
Also
spannt die Bundesregierung die Deutsche Rentenversicherung dazu ein, für
die privaten Versicherungskonzerne Werbung zu machen. Damit das en
Anstrich der Seriosität bekommt, werden die Werbeveranstaltungen über
die Volkshochschulen organisiert. Denen traut man keine Schleichwerbung
zum sie gelten als seriös und sind daher der ideale Werbeträger für die
Geschäfte der privaten Konzerne der Versicherungsbranche.
Den
Menschen wird Angst gemacht vor der Altersarmut, diese aber wird erst mal
geschaffen dadurch, dass die Renten ständig gekürzt werden und mit dem
Renteneintrittsalter mit 67 ein weiteres Mal gekürzt werden.
Wer
es sich leisten kann, dem wird der scheinbare Ausweg vor der Altersarmut
in Form dieser privaten Versicherungen geboten. Die Gewinner aber sind
nicht die Versicherten, sondern die Versicherungskonzerne. Denen schwappt
das Geld in die Kassen. Zu gleicher Zeit wird das Geld aus den Taschen der
Rentner, Arbeitslosen und (noch) Beschäftigten genommen: Stichworte;
Dumpinglöhne, Lohnsenkungen, ein Euro-Job usw.
G.A. |