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siehe auch:

Was die doch für eine Scheißangst haben

Zu den Sicherungsmaßnahmen zum G8-Gipfel in Heiligendamm

Von Günter Ackermann/Herbst 2006 mehr

Gewaltorgie des kapitalistischen Terrorregimes

Von Anna Heinzberger/5. Juni 2007

Endlich haben die kapitalistischen Medien die Szenen, nach denen sie bereits seit Wochen gieren. Prügelnde Polizisten, ein paar Steine, Flaschen und Farbbeutel auf der Straße.

Bereits früh im Vorfeld des Verbrechertreffens in Heiligendamm betrieben sie die Aufheizung zu Gewalt in ihren kapitalistischen Hetzblättern und auf allen Hetzkanälen.  Wenige Tage vor Beginn der Aktionen in Rostock und um Heiligendamm übten sich die Spezialeinheiten der Innenminister in Hamburg schon mal im Einkesseln von Menschen und prügelten sich sozusagen warm für die großen Ereignisse.

In Heiligendamm treffen sich die Spitzenrepräsentanten des organisierten Verbrechens dieser Welt. Über den ganzen Erdball verbreiten sie Gewalt, Krieg, Raub, Mord und Völkermord.  

Das ist Fakt, der Kern der ganzen Angelegenheit. 

Um von diesem Kern abzulenken, ereifern sich die kapitalistischen Hetzmedien natürlich gerne über ein paar Steine, Flaschen und Farbbeutel garniert mit prügelnden Polizisten, die die gestörte Ausbeuterordnung wieder herstellen.

In Rostock wurde menschliche Gegenwehr sichtbar, gegen die alltägliche und allgegenwärtige Gewalt der imperialistischen Ausbeuter. In Rostock trat die Gewalt der Ausbeuter als uniformierte, bis an die Zähne bewaffnete Provokation auf.

Man mag darüber streiten, ob es klug und wirkungsvoll ist, einen Stein, eine Flasche oder einen Farbbeutel auf Polizisten zu werfen oder besser nicht; es lassen sich für beide Reaktionen Argumente finden. Klar ist, dass Steine oder Farbbeutel eine Reaktion auf vorausgegangene Gewalt der imperialistischen Terrorregime gegen Menschen sind.

Ausgangspunkt der Gewalt ist die kapitalistische Ausbeuterordnung.

Das ist der inhaltliche Zusammenhang der Ereignisse in Rostock.

Anna Heinzberger

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Gewalttäter in Rostock

Von Thomas Immanuel Steinberg (4. Juni 2007)

Quelle: SteinbergRecherche

Einige hatten tatsächlich Tomaten mitgebracht, die nach dem ersten Drittel der Strecke bis zum Operneingang auf den Damm flatschten. Beim Ausquetschen der Demonstranten-Leberwurst bekamen wir Angst und rannten die Krumme Straße noch krümmer, die Wilmersdorfer lang und fast bis nach Hause. Da haben wir dann geheult vor unsern Eltern und vor Frau Doktor Schröder, die das alles gar nicht glauben wollten. 

Am Montag nach dem 2. Juni 1967, im Institut für Bildungsforschung, glaubte mir einer. Der damalige Assistent Armin Hegelheimer erinnerte eine Demonstration gegen einen Empfang, den der spanische Generalkonsul am 18. Juli 1961 im Westberliner Harnack-Haus anläßlich des 25. Jahrestages des faschistischen Putsches gegen die gewählte Regierung der Republik Spaniens gegeben hatte: ungefähr 150 SDS- und Argument-Club-Mitglieder stellten gegenüber dem Harnack-Haus, das sich damals in US-Regie befand, eine mit Trauerflor versehene Fahne der spanischen Republik auf. Die Bereitschaftspolizei zerstörte drei Plakate der Demonstranten. Professoren und Studenten der FU wurden von den Beamten teilweise mit Gummiknüppeln auseinandergetrieben und 30 von ihnen auf einen Polizeieinsatzwagen verladen und in eine entlegene Gegend des Grunewalds gefahren. Die Polizeiaktion blieb damals auch in der Universität so gut wie unbeachtet. (1)  

Immerhin hatte sich, Hegelheimer zufolge, der antifaschistische Philosoph Wilhelm Weischedel hilfesuchend an einen befehlshabenden Polizeioffizier gewandt. Der soll ihm geantwortet haben: „Mein lieber Professor! Mit solchen Leuten wie Sie sind wir vor 33 fertig geworden, und auch nach 33. Und nun hauen Sie ab!“ 

Der deutsche Gewaltapparat gewährte den US-Herrschern Flankenschutz bei jedem Verbrechen, bis heute, bis zum 2. Juni 2007: bei den millionenfachen Morden in Vietnam und ganz Südostasien, in Mittelasien, auf dem Balkan, in Nahost, in Afrika und Lateinamerika. 

Wer zum Thema Gewalt in Deutschland etwas beitragen will, der rede von den revanchistischen Mörderbanden vor 1933, von der Reichswehr-Legion Condor, die am 26. April 1937 das baskische Gernica bombardierte, von der Vernichtung der Juden, der Zigeuner und der Behinderten, von der Dezimierung der Polen und der Sowjetbürger; und von den deutsch assistierten oder initiierten Verbrechen seit 1945. 

Von Tomaten sollte er schweigen. 

T:I:S, 4. Juni 2007

(1) Tilman Fichter / Siegward Lönnendonker: Kleine Geschichte des SDS. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund von 1946 bis zur Selbstauflösung. Rotbuch Verlag, Berlin 1979, S. 80

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Fotos aus Rostock

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Foto:tofoto

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unten: Demonstranten ("gewaltbereit") und Polizei "friedlich"

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Zeichen der Gewalt: Rote Fahne

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"Friedlicher" Hubschrauber kreiste laut über dem Kundgebungsplatz und machte Kommunikation unmöglich.

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Zeichen des Friedens und der Deeskalation:

Helm und freundliches Grün

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Zeichen der Gewaltbereitschaft:

Rote Fahne mit Hammer und Sichel (gefährliches russisches Waffensymbol)

Fotos: Daniel Weigelt

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Vermummte gewaltbereite Demonstranten mit Friedensfahne

Vermummte gewaltbereite Demonstranten mit deutscher Staatsfahne getarnt

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Vermummte gewaltbereite Demonstranten widersetzen sich friedlichen Berliner Polizisten in Rostock

Vermummter gewaltbereiter Demonstrant in Drohgebärde gegen friedfertigen Polizisten

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Protest gegen G8-Gipfel in Rostock + Bilder (Demonstration, Clowns und leider Randale)

Von Daniel Weigelt/3. Juni 2007  

Quelle: www.woschod.de

Ich war dieses Wochenende in Rostock um gemeinsam mit 80000 Menschen gegen den G8-Gipfel zu protestieren. Die Anreise per Auto gestaltete sich, trotz gegenteiliger Befürchtungen, als problemlos. Keinerlei Kontrollen vor oder in Rostock.

Natürlich habe ich direkt vor Ort viele Szenen mit der Kamera festgehalten.

Los ging es am Samstag direkt hinter dem Hauptbahnhof von Rostock mit einer riesigen Auftaktkundgebung, an der bereits mehrere zehntausende Menschen teilnahmen. Es gab an einem anderen Ort in der Stadt noch eine zweite Auftaktkundgebung, die genausogut besucht war.

Der Demonstrationszug selber muss mehrere Kilometer lang gewesen sein, denn als die Spitze bereits fast am Ziel war, verließen erst die letzten Wagen den Ort der Auftaktkundgebung. Die gesamte Demonstration verlief vollkommen friedlich.

Die mit Abstand witzigsten Aktionen kamen wohl von der Clownsarmee, die es eine Fröhlichkeit an den Tag legte, die immer wieder die Polizei verwirrte. Ich bin sicher, sie haben in mancher Situation für eine Deeskalation gesorgt.

Polizei provozierte

Am Ort der anschließenden Großkundgebung kam es zu ersten Zusammenstössen mit der Polizei. Laut Augenzeugen sind diese plötzlich und ohne Vorwarnung in den schwarzen Block reingerockt, als dieser das Ziel erreichte. So kam es auch zu den ersten Steinwürfen, um sich zu wehren. Es war offensichtlich Taktik der Polizei, dort massiv zu provozieren, was leider letzlich auch gelang.

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Zwischenzeitlich trafen alle Demonstranten der zwei Züge am Zielort ein und vereinten sich zu einer fast unüberschaubaren Masse von Menschen.

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Neben dem Bühnenprogramm machen viele Gruppen mit verschiedensten Aktionen und Ständen auf sich aufmerksam.

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Teile der Polizei stießen zur selben Zeit immer wieder massiv in die Großkundgebung herein, was zeitweise sogar zu einer Unterbrechung führte. Von der Bühne aus wurde die Polizei immer wieder aufgefordert, sich vom Gelände vollständig zurückzuziehen, was diese aber größtenteils ignorierte. Gegen 17.20 Uhr brannte das erste Auto. Dabei nahmen einige Idioten sogar die Feuerwehr ins Visier, was von vielen anwesenden Demonstranten versucht wurde zu verhindern.

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Was dann folgte, war ein äußerst brutaler Polizeieinsatz mit Einsatz von Wasserwerfern und weiterem schweren Material im Hintergrund. Die Großkundgebung wurde dabei zusammengedrängt und selbst völlig unbeteiligte Teilnehmer bekamen Wasserstrahlen ab, welches mit chemischen Reizstoffen versetzt war. Ein Rollstuhlfahrer wurde, so berichtete mit ein Augenzeuge später, aus seinem Rollstuhl gestossen, und als Umstehende ihm halfen, wurden diese weiterhin von der Polizei bedrängt.

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Am Ende ging es sogar soweit, dass die Polizei per Lautsprecher dazu aufforderte, eine Straße freizumachen und dabei Schlagstockeinsatz ankündigte. Man muss sich das mal vorstellen, nur damit ein paar dämliche Bürgerautos an einer riesigen Kundgebung vorbeifahren können, wird gedroht, friedliche Kundgebungsteilnehmer zu Boden zu knüppeln!

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Fazit:

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Weitere Bilder des Tages gibt es in meiner Bildergallerie sowie bei trueten.de

Die Medien berichteten wie zu erwarten natürlich in erster Linie über die Krawalle und verdrehten dabei auch öfters mal die Tatsachen. Deshalb hier einige Links zu Berichten, wie sie nicht in der großen Medien zu finden sind:

Missglückter Polizeieinsatz: 1000 Verletzte

Rostock: Polizei inszeniert Festnahme

Berichte in der Junge Welt

Rostock: Über 500 verletzte DemonstrantInnen - Veranstalter kritisieren Polizei

Erlebnissbericht Rostock + 47 Fotos

Die Krönung für sinnfreie Berichterstattung setzte wohl die Bild am Sonntag mit einem Kommentar von Claus Strunz. Dort steht doch wirklich (Auszüge):
“(…) Die Massenproteste gegen den G-8-Gipfel sind zynisch, falsch und gefährlich. (…) Mit ihrer Inszenierung von Heiligendamm schaffen sie [die Demonstranten] ein Forum für alle Frustierten der Gesellschaft. Sie schaffen damit Radikalen am linken und rechten Rand eine Bühne (…) Und den friedlichen Demonstranten sei gesagt: in Heiligendamm treffen sich von Mittwoch an Politiker, die es in der Hand haben, die Lebensverhältnisse ganzer Kontinente zu verbessern. Für Millionen Menschen in Afrika und Asien ist das G-8-Treffen eine Konferenz der Hoffnung. (…)”

Au! Au! Au! Ich befürchte, Strunz glaubt den Mist selber, den er da schreibt.

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