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Protest
gegen G8-Gipfel in Rostock + Bilder (Demonstration, Clowns und leider
Randale)
Von
Daniel Weigelt/3. Juni 2007
Quelle:
www.woschod.de
Ich
war dieses Wochenende in Rostock um gemeinsam mit 80000 Menschen gegen den
G8-Gipfel zu protestieren. Die Anreise per Auto gestaltete sich, trotz
gegenteiliger Befürchtungen, als problemlos. Keinerlei Kontrollen vor
oder in Rostock.
Natürlich
habe ich direkt vor Ort viele Szenen mit der Kamera festgehalten.
Los
ging es am Samstag direkt hinter dem Hauptbahnhof von Rostock mit einer
riesigen Auftaktkundgebung, an der bereits mehrere zehntausende Menschen
teilnahmen. Es gab an einem anderen Ort in der Stadt noch eine zweite
Auftaktkundgebung, die genausogut besucht war.
Der
Demonstrationszug selber muss mehrere Kilometer lang gewesen sein, denn
als die Spitze bereits fast am Ziel war, verließen erst die letzten Wagen
den Ort der Auftaktkundgebung. Die gesamte Demonstration verlief
vollkommen friedlich.
Die
mit Abstand witzigsten Aktionen kamen wohl von der Clownsarmee, die es
eine Fröhlichkeit an den Tag legte, die immer wieder die Polizei
verwirrte. Ich bin sicher, sie haben in mancher Situation für eine
Deeskalation gesorgt.
Polizei
provozierte
Am
Ort der anschließenden Großkundgebung kam es zu ersten Zusammenstössen
mit der Polizei. Laut Augenzeugen sind diese plötzlich und ohne
Vorwarnung in den schwarzen Block reingerockt, als dieser das Ziel
erreichte. So kam es auch zu den ersten Steinwürfen, um sich zu wehren.
Es war offensichtlich Taktik der Polizei, dort massiv zu provozieren, was
leider letzlich auch gelang.
Zwischenzeitlich
trafen alle Demonstranten der zwei Züge am Zielort ein und vereinten sich
zu einer fast unüberschaubaren Masse von Menschen.
Neben
dem Bühnenprogramm machen viele Gruppen mit verschiedensten Aktionen und
Ständen auf sich aufmerksam.
Teile
der Polizei stießen zur selben Zeit immer wieder massiv in die Großkundgebung
herein, was zeitweise sogar zu einer Unterbrechung führte. Von der Bühne
aus wurde die Polizei immer wieder aufgefordert, sich vom Gelände vollständig
zurückzuziehen, was diese aber größtenteils ignorierte. Gegen 17.20 Uhr
brannte das erste Auto. Dabei nahmen einige Idioten sogar die Feuerwehr
ins Visier, was von vielen anwesenden Demonstranten versucht wurde zu
verhindern.
Was
dann folgte, war ein äußerst brutaler Polizeieinsatz mit Einsatz von
Wasserwerfern und weiterem schweren Material im Hintergrund. Die Großkundgebung
wurde dabei zusammengedrängt und selbst völlig unbeteiligte Teilnehmer
bekamen Wasserstrahlen ab, welches mit chemischen Reizstoffen versetzt
war. Ein Rollstuhlfahrer wurde, so berichtete mit ein Augenzeuge später,
aus seinem Rollstuhl gestossen, und als Umstehende ihm halfen, wurden
diese weiterhin von der Polizei bedrängt.
Am
Ende ging es sogar soweit, dass die Polizei per Lautsprecher dazu
aufforderte, eine Straße freizumachen und dabei Schlagstockeinsatz ankündigte.
Man muss sich das mal vorstellen, nur damit ein paar dämliche Bürgerautos
an einer riesigen Kundgebung vorbeifahren können, wird gedroht,
friedliche Kundgebungsteilnehmer zu Boden zu knüppeln!
Fazit:
Weitere
Bilder des Tages gibt es in meiner Bildergallerie
sowie bei trueten.de
Die
Medien berichteten wie zu erwarten natürlich in erster Linie über die
Krawalle und verdrehten dabei auch öfters mal die Tatsachen. Deshalb hier
einige Links zu Berichten, wie sie nicht in der großen Medien zu finden
sind:
Missglückter
Polizeieinsatz: 1000 Verletzte
Rostock:
Polizei inszeniert Festnahme
Berichte
in der Junge Welt
Rostock:
Über 500 verletzte DemonstrantInnen - Veranstalter kritisieren Polizei
Erlebnissbericht
Rostock + 47 Fotos
Die
Krönung für sinnfreie Berichterstattung setzte wohl die Bild am Sonntag
mit einem Kommentar von Claus Strunz. Dort steht doch wirklich (Auszüge):
“(…) Die Massenproteste gegen den G-8-Gipfel sind zynisch, falsch
und gefährlich. (…) Mit ihrer Inszenierung von Heiligendamm schaffen
sie [die Demonstranten] ein Forum für alle Frustierten der Gesellschaft.
Sie schaffen damit Radikalen am linken und rechten Rand eine Bühne (…)
Und den friedlichen Demonstranten sei gesagt: in Heiligendamm treffen sich
von Mittwoch an Politiker, die es in der Hand haben, die Lebensverhältnisse
ganzer Kontinente zu verbessern. Für Millionen Menschen in Afrika und
Asien ist das G-8-Treffen eine Konferenz der Hoffnung. (…)”
Au!
Au! Au! Ich befürchte, Strunz glaubt den Mist selber, den er da schreibt. |