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Arbeitslose monatelang ohne Hartz IV –

Die ARGE (nicht nur) in Köln ficht es nicht an

Von Günter Ackermann

Kommunisten-online vom 5. Januar 2009 – Antragsrückstau, nennt man das. Arbeitslose bekommen kein Geld, aber die Bundesagentur für Arbeit hat Milliarden Euro Überschuss. Wie passt das zusammen, steckt da System dahinter?

Wir wissen, dass nach Ansicht der Hartz IV-Erfinder, Ex-Kanzler Schröder, SPD-Chef Müntefering und Ex-Minister Clement die Arbeitslosen selbst Schuld an der Arbeitslosigkeit sind. Diese Ansichten teilen sie auch mit den Spitzenleuten der CDU Merkel, Seehofer und natürlich der FDP. Die sog. Linke sagt das nicht ganz so offen, in der Praxis (siehe in Berlin) handeln sie jedoch danach.

Wenn also jetzt in Köln hunderte Arbeitsloser kein Geld bekommen, weil die ARGE ihre Anträge nicht bearbeitet, so scheint mir, dass das in Wirklichkeit nur die Spitze des Eisberges ist. In anderen Städten dürfte es ähnlich sein, nur wurde es bisher noch nicht bekannt.

Ich denke, das hat System. Wenn man Arbeitslose ohne Geld dastehen lässt, müssen sie, wollen sie sich was zu Essen kaufen, um jeden Preis eine Arbeit finden. Das drückt die Löhne und das mag dann die Industrie und die Handelskonzerne. Und die Arbeitsagentur sammelt die Milliarden ein, was wiederum ein Argument dafür ist, die Beiträge zu senken, was wiederum in erster Linie den Konzernen zu Gute kommt.

Nur, wenn es keine Arbeit gibt, was dann? Na und? Wenn einige Arbeitslose nichts zu essen kaufen können, können sie ja in die Suppenküchen der Kirchen oder der „Tafeln“ gehen. Da bekommen sie eine warme Suppe, einen Kanten Brot. Bei uns wird schon keiner verhungern. Das jedenfalls meinen die Herren Müntefering und Kumpane, Frau Merkel und die anderen in den Chefetagen.

Das gilt auch für eine junge Frau, die Monate kein Geld bekam und Weihnachten mit frisch geborenem Kind total mittellos dastand. Auch sie kann ja die karitativen Wohltaten, die es für ein Leben im Paradies für die Wohltäter gibt, genießen.

Und, falls die Opfer der Massenarbeitslosigkeit dann etwas böse werden, speist man sie mit Lebensmittelgutscheinen ab. Wenn sie dann im Supermarkt um die Ecke, wo man seine Nachbarn trifft, sieht dann jeder anhand der Gutscheine, dass das Opfer des Sozialraubs auch so ein Asozialer ist. Die lösen dann aus Scham die Gutscheine gar nicht erst ein und wieder steigt der Überschuss der Bundesagentur.

Nur, wenn sich Arbeitslose gemeinsam gewehrt hatten, bekamen sie das ihnen zustehende Geld ausgezahlt. Aber die, welche sich vereinzelten und nicht zusammen schlossen, gehen noch immer leer aus.

Dass das alles ein Skandal ist, brauche ich nicht zu betonen. Aber es ist ein gewollter Skandal. Auf der einen Seite werden die Finanzjongleure der Großbanken, die mit Schrottimmobilien und der Verschuldung unzähliger Menschen zuerst eine Menge verdienten, dann aber, als das, was sie erst angerichtet hatten, unter den Füßen zusammen brach, sie stecken Milliarden Staatsknete ein. Die aber, die, in ein paar Kröten Harzt IV abgefertigt werden sollen, wird das ihnen zustehende Geld systematisch vorenthalten. Es wird Zeit, dass die Opfer dieser Entwicklung sich kollektiv zur Wehr setzten.

… meint der Rote Webmaster

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