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"Wir brauchen mehr soziale Ungleichheit, um zu mehr Beschäftigung zu kommen.

Wolfgang Wiegand, Vorsitzender der "Fünf Weisen"

Nicht unverständlich? Es ist gewollt und verständlich!

Kritische Anmerkung zu einer Presseerklärung der Saarländischen Armutskonferenz "Gesundheitsreform macht krank"

von Gerd Höhne

Die Saarländische Armutskonferenz (siehe) erklärt u.a.: 

„Es sei unverständlich und unverträglich, wenn z.B. SozialhilfebezieherInnen, ArbeitslosenhilfebezieherInnen, KleinrentnerInnen etc. nicht generell und direkt von den Zuzahlungen für Medikamente und der Praxisgebühr befreit würden.

(...)

Das Ergebnis sei, dass insbesondere ärmere Bevölkerungsgruppen vielfach auch dann nicht zum Arzt gehen würden, wenn dies medizinisch absolut notwendig sei. Im Ergebnis führe dies häufiger als bisher zu chronischen Erkrankungen, zu vermehrten Notaufnahmen und einer weiter sinkenden Lebenserwartung.“

Das, was hier die Freunde von der Armutskonferenz als Fehler bemängeln, ist vielmehr, dass das von den Reformern gewollt ist:

Wir haben mit 6 Millionen registrierten Arbeitslosen, ein Überangebot  an Arbeitskraft und die Systemkonkurrenz Kapitalismus vs. Sozialismus existiert nicht mehr.

Die Sozialkosten waren dem Kapital immer lästig, sie schmälerten die Profite, sicherten aber damals die Herrschaft und gaukelten eine Überlegenheit des Kapitalismus vor.

Damit wollen sie nun aufräumen. Angefangen wird natürlich bei den Schwächsten. Diese können nicht streiken - sie haben keine Arbeit und haben auch sonst kein wirkungsvolles Druckmittel.

Und sie sind immer noch eine Minderheit. Sie seien arbeitsscheu, liegen in der sozialen Hängematte und überhaut verursachen sie nur Kosten, schreit die Propaganda.

Bereits im Dezember 1998 sagte der damalige Präsident der Bundesärztekammer Karsten Vilmar:

„Dann müssen die Patienten mit weniger Leistung zufrieden sein, und wir müssen insgesamt überlegen, ob diese Zählebigkeit anhalten kann, oder ob wir das sozialverträgliche Frühableben fördern müssen.“

Dieser Ausspruch wurde damals von der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden mit dem Unwort des Jahres „geehrt“.

Das war vor gut 5 Jahren. Jetzt ist der nächste Schritt in diese,  von Vilmar gezeigte Richtung, gemacht. 

Man glaube ja nicht, dass das, was am 1. Januar eingeführt wurde, der letzte Schritt ist. Es wird weitergehen!

Die Kürzung bzw. Abschaffung von Betriebsrenten zeigt, dass sich die Konzerne keine Hemmungen mehr auferlegen müssen.

Das alles wird ungebremst weitergehen und zwar solange, wie kein Massenwiderstand den Herrschenden Einhalt gebietet.

Eine Demo von 100.000 Menschen, wie am 1. November 2003, reicht dazu nicht aus. Erst die massenhafte Rebellion und Verweigerung wird diesen Prozess stoppen können, aber nur solange, bis der Widerstand erneut erlahmt.

Nicht soziale Wohltaten sollen im Kapitalismus verteilt werden, sonders eiskalte Profitmaximierung sind das Wesen des Systens.

Lasst uns den Massenwiderstand organisieren, wenn wir den Prozess der Vernichtung sozialer Rechte eindämmen wollen.

Appelle an das soziale Gewissen nützen nicht, ein solches Gewissen gibt es in den Vorstandsetagen der Konzerne nicht und gibt es auch nicht bei ihren Handlangern in den Regierungen!

Dokumentation:

Als ausgesprochen gesundheitsschädlich hat die Saarländische Armutskonferenz die derzeitigen Regelungen der Gesundheitsreform für einkommensschwache Personengruppen bezeichnet. Es sei unverständlich und unverträglich, wenn z.B. SozialhilfebezieherInnen, ArbeitslosenhilfebezieherInnen, KleinrentnerInnen etc. nicht generell und direkt von den Zuzahlungen für Medikamente und der Praxisgebühr befreit würden.

Viele Betroffene würden am Monatsende vor der Wahl stehen, entweder zum Arzt zu gehen und sich Medikamente kaufen zu können oder sich die lebensnotwendigen Dinge des täglichen Bedarfs leisten zu können. Die sei unwürdig und mit dem Grundgesetz wohl kaum vereinbar. Das Ergebnis sei, dass insbesondere ärmere Bevölkerungsgruppen vielfach auch dann nicht zum Arzt gehen würden, wenn dies medizinisch absolut notwendig sei. Im Ergebnis führe dies häufiger als bisher zu chronischen Erkrankungen, zu vermehrten Notaufnahmen und einer weiter sinkenden Lebenserwartung.

Die Gesundheitsreform stelle für SozialhilfebezieherInnen, GrundsicherungsbezieherInnen etc. eine faktische Kürzung ihrer auch jetzt schon unzureichenden Bezüge dar.

Entweder entschließe sich die Politik dazu NiedrigeinkommensbezieherInnen von Zuzahlungen zu befreien oder aber ihre Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes bedarfsgerecht zu erhöhen.

Alles andere führe zu einer Dreiklassenmedizin an deren Ende der Geldbeutel der Betroffen ihre Lebenserwartung bestimme. Dies gelte ganz besonders für Wohnungslose.

Vorsitzender:

Egbert Ulrich, KAB, Tel: 0681/9068111

Geschäftsstelle: Egbert Ulrich, Vorsitzender

 

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