Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Wichtige Rubriken und Beiträge

+++Neu+++

Newsletter bestellen

zur Homepage

Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk

Kampf den ideologischen Diversanten

Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands

Gegen den imperialistischen Krieg

Black Channel

Betrieb&Gewerkschaft

Bildung, Kultur & Wissen

Wider den Block der
Rechten und Trotzkisten

zur Geschichte
der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung

Wissenschaftlicher Sozialismus

Aus den Ländern

Links

Impressum

Archiv

Intern

Proletarischer Internationalismus

zurück

Nicht mehr lernfähig?

"Es ist besser, wenn die Opfer des Sozialkahlschlags „einsichtig“ sind. Wenn nicht? Na was soll’s? Im Zweifelsfall gibt es ja auch noch den ganzen Apparat von Repressalien des Staates gegen sie. Besser ist die Einsicht der Hungernden, dass ihr Hunger notwendig sei, damit sie nicht hungern müssen. Eine zwar schwer zu vermittelnde Logik, die zu vermitteln schafft weder die Tussi Merkel, noch Stoiber und die Westerwelle schon gar nicht. Da muss schon „die SPD, die traditionsreiche Arbeitnehmerpartei“ her !

Offener Brief der Redaktion Kommunisten-online an die Verfasser des Kettenbriefes

Liebe Genossinnen,

liebe Genossen,

aus altem Brauch verwenden wir die Anrede „Genosse“ auch für Sozialdemokraten, wir wollen nicht unnötige Gräben aufreißen, obwohl es uns, wie wir offen gestehen müssen, schwer fällt.

Wir möchten einige kritische Gedanken zu Eurem „Offenen Brief“ bringen, denn wir meinen, dieser darf nicht unwidersprochen als „linker“ Text durch die Gazetten geistern.

1.             Allgemeine kritische Anmerkungen

1.1           Rückkehr nach Godesberg

Ihr wollt die SPD retten, indem Ihr sie zurück nach Godesberg führen wollt. Diese angeblich soziale SPD unter Willy Brandt ist euer Wunschziel, da strebt Ihr hin.

Das Godesberger Programm war der vorläufige Abschluss einer Entwicklung der SPD von der Arbeiterpartei unter August Bebel und Wilhelm Liebknecht, über eine Partei unter Ebert, Noske und Scheidemann, die gegen die revolutionären Arbeiter 1918/1919 rechte Mörderbanden einsetzte und einer Partei, die die Stütze der Weimarer Republik war, über eine antikommunistische scheinmarxistische Partei unter Kurt Schuhmacher und Erich Ollenhauer. Der Godesberger Parteitag 1959 sollte die SPD für die BRD regierungsfähig machen.

Es war 1959 bereits abzusehen, dass die Regierung Adenauer sich nicht mehr lange halten konnte. Und das nicht nur wegen des hohen Alters des Regierungschefs. Eine Partei musste irgendwann ran, die das Image einer Linkspartei hatte ohne links zu sein, also die SPD.

Die SPD wurde regierungsfähig und regierte seit 1967. Zunächst als Partner unter dem Ex-Nazi und Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, später wurde Willy Brandt Bundeskanzler. Es versteht sich, dass die Aufbruchstimmung in der Zeit, als Brandt Kanzler wurde, ausgenutzt werden musste für eine Darstellung des Kapitalismus mit scheinbar „menschlichem Antlitz“. Dieses Trugbild verschaffte die SPD dem Kapitalismus dann ja auch.

Kaum war Brandt Kanzler, war er der Hauptinitiator des „Radikalenerlasses – sprich Berufsverbote. Der „sozialistische“ Kanzler war also ein eiskalter Kommunistenhetzer. Erst das weltweite Aufsehen, dass dieser Erlass erregte, führte zu dessen Abschaffung – aber erst in den 80er Jahren, als Brandt längst nicht mehr Kanzler war.

Euer Streben der Rückkehr Eurer Partei zum Godesberger Programm ist reine Nostalgie ohne eine Spur von positivem Sinn.

1.2.      Die SPD als die Partei der sozialen Reformen?

So sollte sie uns verkauft werden und so seht Ihr sie auch. Das ist sie aber nicht! Bereits als Brandt seine Reformen einführte, waren es oft faule Kompromisse, damals mit der Ausrede, der Koalitionspartner FDP verhindere mehr.

Das, was sich hier im „Kettenbrief“ als links präsentiert, ist die Behauptung, es sei die SPD gewesen, die uns allen die Segnungen des Sozialstaats schenkte. Dass das eine gewagte Behauptung ist, müsst ihr wissen. Nicht die SPD schenkten irgend etwas, sondern es waren drei Faktoren, die zu gewissen Zugeständnissen der Herrschenden führten:

-        - Der Mangel an Arbeitskräften bis weit in die 70er Jahre hinein und

-        - Die Existenz der zwei Blöcke in Europa und

-        - Die Kämpfe der Arbeiter – oder zumindest die Furcht vor Kämpfen – für soziale Verbesserungen gegen die herrschende Klasse.

Das ausgerechnet die SPD Vollstrecker dieser Reformen damals wurde, ist der Tatsache zu verdanken, dass sie als Gegenpol zu kommunistischen Ideen verkauft werden sollte. Eine CDU-Regierung hätte das nicht gekonnt. Adenauer und Erhard waren dazu unfähig.

Viele dieser Reformen in den späten 60ern und frühen 70ern des 20. Jahrhunderts, v.a. unter Willy Brandt, waren abgekupfert von der DDR, wo z.B. die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall schon seit eh und je üblich war.

Wenn der Westen als das bessere System den Menschen vorgeführt werden sollte, konnten diese schreienden Ungerechtigkeiten nicht bleiben. Man bedenke nur, dass z.B. bis in die 70er Jahre die BRD eines der Länder mit der höchsten Säuglingssterblichkeit in Europa war. Das gleiche gilt auch für die Sterblichkeit der Mütter bei Geburten. Die DDR dagegen war eines der Länder mit der niedrigsten Sterblichkeit bei Säuglingen und Müttern. Infektionskrankheiten bei Kindern, z.B. Polio, waren in der DDR dank Durchimpfung ausgerottet, hier dagegen noch allgemein üblich. Eine Verbesserung des Gesundheitssystems war also dringend geboten. Geld war damals außerdem genug vorhanden.

Das gilt auch für andere Bereiche, wie z.B. das Bildungssystem. In der 2. Hälfte der 60er Jahre, als der Dorfschüler, Realsatiriker und KZ-Baumeister Heinrich Lübke Bundespräsident war und die Dorfschule lobte, sprachen nicht nur Linke vom Bildungsnotstand in der BRD. Auch das Bildungssystem musste den Bedürfnissen des Kapitals angepasst werden. Und das beinhaltete eben auch eine gewisse Öffnung von höheren Bildungseinrichtungen für Arbeiterkinder. Ein Werbeslogan z.B., der damals überall prangte: „Schickt Eure Kinder auf bessere und höhere Schulen!“ Die Wirtschaft brauchte besser ausgebildeten Nachwuchs. Die Volksschulen, die nur etwas Lesen, Schreiben und Rechnen, aber viel Religion, vermittelten, genügte den Anforderungen der Wirtschaft nicht mehr.

Die Errungenschaften im Sozialbereich dagegen waren erkämpft. Man bedenke nur den großen Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein im Winter 1956/57. Es ging damals um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Gesetzlich wurde das erst in den 70er Jahren erreicht.

Die ersten Bundesregierungen der SPD bewiesen, dass der in Godesberg eingeschlagene Weg der SPD für die Herrschaft des Kapitals richtig war. Die SPD erfüllte ihre Erwartungen.

Dahin wollt ihr zurück? Zu Brandt, zu Schmidt? Zu Berufsverboten? Unter Schmidt wurden allerdings bereits die ersten der Brandtschen Reformen zurück genommen.

2.  2. Schröder ist die konsequente Fortsetzung von Brandt und Schmidt

Jetzt gibt es weder ein konkurrierendes System im Osten, noch Arbeitskräftemangel. Die langjährigen Bemühungen der SPD-Führungen, ihren Transmissionsriemen in die Arbeiterklasse, die Gewerkschaften, zu Sozialpartnern zu machen, waren recht erfolgreich. Kaum eine Gewerkschaftsführung einer DGB-Gewerkschaft unternimmt Wesentliches gegen die Politik der SPD-Regierungen. Maßgebliche Gewerkschafter dagegen stützen diese oder waren/sind gar Landes- und Bundesminister in der Schröder-Regierung. Eine große Anzahl SPD-Abgeordneter in allen Parlamenten sind Funktionäre einer DGB-Gewerkschaft.

Die Arbeiterklasse ist wehrlos gemacht worden – von Eurer Partei, der SPD.

Genossinnen und Genossen.

jetzt gibt es für das Kapital keine Notwendigkeit mehr, sich an eine Schamgrenze beim Sozialabbau zu halten. Und das geht einher mit einer Demontage der Gewerkschaftsrechte im Betrieb. Dass das mit tatkräftiger Unterstützung durch die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer vonstatten geht (siehe Siemens, siehe DaimlerCrysler), setzt dem Ganzen nur die Krone auf. Unter Lobgesängen aus der Regierung sorgen sozialdemokratische Gewerkschaftsführer dafür, dass Gewerkschaften überflüssig werden.

Warum also sollte das Kapital seinen Kurs der Beseitigung der sozialen und gewerkschaftlichen Rechte im Staat und in den Betrieben aufgeben? Macht Schröder das, weil er ein so böser Bube ist? Mag ja sein, aber seine Politik macht er als Vollstrecker der Interessen des Kapitals und dessen Profitsteigerung.

3. 3. Schröder muss weg?

Als Schröder Kanzler wurde, wurde er es mit dem Slogan „Kohl muss weg!“ Uns Kommunisten war diese Parole schon damals suspekt. Wir hatten Recht. Kohl betrieb Sozialabbau, daran besteht kein Zweifel, aber bestimmte Grenzen konnte seine Regierung nicht überschreiten. Die CDU hat den Ruf eine Unternehmerpartei zu sein, die FDP nicht minder. Von diesen Parteien erwartete niemand soziale Wohltaten. Ein Sozialabbau, wie sie jetzt unter Eurer Partei, der SPD, stattfindet, hätte die CDU nur gegen massivsten Widerstand durchsetzen können.

Die SPD dagegen genießt den Ruf, wie ihr so schön schreibt, die traditionsreiche Arbeitnehmerpartei“ zu sein, der man diese Schweinereien nicht zutraut. Sie kann den Widerstand der Massen schleichend unterlaufen. Und tatsächlich. Es fing relativ harmlos mit der Riesterrente an. In der 2. Regierung Schröder musste die SPD-Regierung dann den „Reformkurs“ beschleunigt durchziehen. Was kam, wisst ihr: 

Abbau des Gesundheitssystems, Hartz I bis IV usw. Die Arbeitslosenrate, die angeblich die diese „Reformen“ gesenkt werden sollte, erreicht ein Rekordhoch, trotz massivster Manipulationen an der Statistik und immer stärkerer Abbau von geschützten Beschäftigungsverhältnissen zu Gunsten prekärer.

Gleichzeitig Steuersenkungen für die Spitzenverdiener, deutsche Soldaten überall in der Welt, also wie Euer famoser Kriegsminister Strutz es so schön formulierte, Deutschland werde am Hindukusch verteidigt. Kriegseinsätze der Bundeswehr in Jugoslawien und Afghanistan usw. Das alles kostet Geld, viel Geld. Das nimmt diese Regierung von denen, die von Sozialleistungen leben oder von den abhängig Beschäftigten, durch Steigerungen (z.B. Ökosteuer) usw. Die Löhne sinken auf breiter Front, die Gewinne dagegen steigen, ebenso steigen die Belastungen der Arbeiter, Angestellten, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger.

Ihr sagt, Schröder müsse weg. Nur Schröder? Ist es nicht die ganze Phalanx von Sozialdemokraten, in der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, die genau diese Politik machen. Ist es nicht die gesamte SPD, die sich, wie bereits seit der Zustimmung zum 1. Weltkrieg, von der Partei der Arbeiter zur Partei gegen die Arbeiter entwickelt hat?

Ihr schreibt: „Entweder kann Schröder bis zum Ende seiner Politik gehen und die sozialen Errungenschaften der Arbeitnehmer eine nach der anderen zerstören ... wobei der CDU/CSU bei der Wahl 2006 oder schon früher der Weg zur Macht gebahnt wird...“

Na was soll’s? Kann es denn noch schlimmer kommen? Welche andere Politik wird die CDU machen – machen können? Sie wird die Politik der SPD-Regierung fortsetzen. Die SPD hat die Tore für die Beseitigung der sozialen Rechte geöffnet und den entscheidenden Schritt in diese Richtung getan, die CDU wird weitere Schritte gehen - aber kaum andere wie Eure famose Regierung.

Eure Partei wird sich, wie sich bei der Europawahl zeigte, in dieser Politik verbrauchen, so wie sich die Regierung Kohl auch 1998 verbraucht hatte, es wird eine andere Partei, wahrscheinlich erneut die CDU, die jetzige Politik weiter  machen. Die wird dann nur nicht mehr Schröder-Politik genannt werden, sondern Merkel- oder Stoiberpolitik. Es wird aber die Eures Herrn Schröder sein.

Schröder ist der Mann an der Spitze einer Partei, die als Partei der sozialen Kompromisse diese unsoziale Politik machen konnte. Ob er verschwindet oder nicht, dessen Politik muss weg!

Und das geht nur durch den Widerstand der Massen, durch Demonstrationen, Streiks, durch militante Aktionen der Massen und das nicht allein gegen Schröder, sondern gegen jeglichen Sozialabbau und zuletzt auch gegen den Kapitalismus selbst.

4.            Lernfähig, ja oder nein?

Ich fürchte nein. Ich glaube nicht an Eure Lernfähigkeit. Für Euch ist die SPD eine Größe an sich.

Ihr schreibt oder die Partei steht auf, jagt, gestützt auf die Gewerkschaften, Schröder und seine Führung davon und setzt gegenüber der Bundestagsfraktion der SPD einen vollständigen Bruch mit der Politik von Schröder durch, beginnend mit der Aufhebung von Hartz IV und der Gesundheitsreform.“

Die Partei steht auf? Die Massen müssen aufstehen und Euren ganzen Reformeifer zum Teufel jagen. Das ist die Alternative!

Die Gewerkschaften müssen aus der Abhängigkeit von Eurer Partei befreit werden und wieder Klassenkampforganisationen werden.

Wie das geschehen soll? Ich weiß es nicht, denn Eure Partei hat seit 1945 ganze Arbeit bei der Korrumpierung der Gewerkschaften geleistet. Viele DGB-Gewerkschaften sind von der SPD zu einer Institution des Kapitalismus gemacht worden. Wo ist da Euer Protest, Euer Widerstand?

Ihr redet von Stimmenverlusten der SPD. Als ob das wichtig wäre! Ist die SPD nicht flächendeckend zur Partei von Karrieristen geworden? Wo bitte leisten Sozialdemokraten echten Widerstand gegen Hartz und Rürup? Wo stellen sie sich gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung? Ich sehe sie nicht, sie kuschen!

Euer Kettenbrief ist so ein Beispiel. Er geistert durch die Medien als Stimme der Linken in der SPD, die in der SPD bleiben wollen. Ich sehe an Euren Kettenbrief nichts Linkes, außer der wohlfeilen Forderung „Schröder muss weg!“ Ihr habt allerdings weder die Kraft noch die Basis um diese Forderung durchzusetzen – und Eure Parole „Wir sind die Partei!“ ist eher zweifelhaft, denn wenn ihr das seid, seid Ihr wie Schröder. Die Schrödersche Politik ist die konsequente Fortsetzung des Godesberger Programms, ist die Fortsetzung von Ollenhauer und Willy Brandt.

Und überhaupt: Drin bleiben in der SPD! Nach alledem, was sich die diversen SPD-Führungen nach August Bebels Tod geleistet haben? Kann da ein Linker überhaupt noch in Erwägung ziehen in die SPD einzutreten oder – ist er denn drin – auch noch drin zu bleiben? Die „Reformen“ der Regierung Schröder sind nur das jüngste Ereignis. Wie gesagt: Schröder setzt nur das Godesberger Programm fort, da ist nichts umwerfend Neues, was er macht. Aber – zugegeben – so offen unsozial war noch keine SPD-Regierung.

Das Kapital lernt ja auch aus der eigenen Geschichte. Dem SPD-Mitglied und Reichskanzler Hermann Müller verweigert seine Fraktion im Reichstag 1930 noch die Gefolgschaft, als er an der Arbeitslosenversicherung auf Kosten der Erwerbslosen etwas ändern wollte. Er trat zurück.

Das änderte zwar nichts an der Sache, denn die Nachfolger Müllers machten es nun ohne Parlament. Ob der Trick ab 1930 ein zweites Mal klappt, ist zweifelhaft, schon allein deshalb, weil kein Adolf mit Schnäuzer im Hintergrund wartet. Man muss sich auch was anderes einfallen lassen, denn ein Adolf allein in Deutschland wäre in der EU Unsinn. Ob sich die anderen europäischen Völker einen deutschen Adolf als Führer gefallen lassen, ist mehr als zweifelhaft.

Nein, es ist besser, die durch Ollenhauer, Wehner und Brandt auch programmatisch auf kapitalistischen Kurs gebrachte SPD zieht das Ding mit der Beseitigung des ganzen, - wie das Kapital meint – sozialen Blödsinnes, der nur Geld von den dicken Firmenkonten kostet - durch. Die guten Beziehungen zu den Gewerkschaftsführungen sind hierbei sehr von Nutzen.

Es ist besser, wenn die Opfer des Sozialkahlschlags „einsichtig“ sind. Wenn nicht? Na was soll’s? Im Zweifelsfall gibt es ja auch noch den ganzen Apparat von Repressalien des Staates gegen sie. Besser ist die Einsicht der Hungernden, dass ihr Hunger notwendig sei, damit sie nicht hungern müssen. Eine zwar schwer zu vermittelnde Logik, die zu vermitteln schafft weder die Tussi Merkel, noch Stoiber und die Westerwelle schon gar nicht. Da muss schon „die SPD, die traditionsreiche Arbeitnehmerpartei“ her

Also, liebe Genossinnen und Genossen vom „linken“ SPD-Flügel. Wir haben Euch hier Euren Kettenbrief verrissen, ob Ihr das einseht oder nicht ist uns relativ gleichgültig.

Eure Forderung, dass Schröder weg muss, versetzt uns nicht in Euphorie, denn wir meinen, da Verschwindet nur eine Figur, die Politik aber machen dann andere. Aber wer kann da dagegen sein? Wir meinen aber, nicht nur Schröder muss verschwinden, sondern der Glaube, seine Partei sei eine Arbeiterpartei muss verschwinden. Denn das macht erst einmal möglich, dass die Opfer der Schröderschen Politik sich bestenfalls der SPD bei Wahlen verweigern, nicht aber offensiv für ihre Interessen kämpfen.

Damit aber die Massen meinen, die SPD vertrete noch Arbeiterinteressen, seid Ihr da, die „Linken“ in dieser Partei. Ihr seid das Feigenblatt, dass die neoliberale Blöße bedeckt, Ihr habt daher keinen geringen Anteil an der Politik Eurer Bundesregierung. Denkt mal darüber nach.

Zum Schluss noch etwas: 

Wir "mutig"  Ihr seid, sehen wir daran, dass Ihr es nicht einmal wagt, Euren Namen unter den Kettenbrief zu setzen. Ihr werdet  die Änderung der Politik erreichen, Ihr Helden von Kettenbriefen. Was Ihr gemacht habt, ist warme Luft - mehr nicht!

Mit kommunistischen Grüßen

Redaktion Kommunisten-online 

zurück

Kettenbrief der SPD

Alarmaufruf an alle SPD-Mitglieder, an alle Ortsvereine, alle Gremien der Partei und die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA), an alle Arbeitnehmer und Gewerkschafter

  • Um die Fundamente des Sozialstaats, der nach dem Krieg aufgebaut wurde, zu bewahren,

  • um SPD und Gewerkschaften, die in ihrer Existenz bedroht sind, zu retten,

  • um zum Wahlauftrag der SPD von 2002 zurückzukehren und die SPD-Abgeordneten im Bundestag zum Umsteuern zu verpflichten, indem an erster Stelle Hartz IV zurückgenommen wird,

  • um das Land vor dem Verfall zu retten,

kommt es auf uns an, auf die übergroße Mehrheit der SPD-Mitglieder und -Wähler, auf die Partei!


Sagen wir klar und deutlich:

Schröder muss gehen

– ob er will oder nicht !

Wir sind SPD-Mitglieder, Gewerkschafter, traditionelle SPD-Wähler und treue Anhänger der Partei. Vier Wochen nach der historischen Niederlage der SPD am 13. Juni und zweieinhalb Monate vor dem sich abzeichnenden Desaster bei den Kommunalwahlen in NRW war es für uns ein dringendes Anliegen, uns in Köln zu versammeln. Denn für uns ist es unerträglich, tatenlos zuzusehen, dass die Partei endgültig in die Katastrophe geführt wird. Aus diesem Grund wenden wir uns an Euch:

Die Partei gehört nicht Schröder!

Wir sind die Partei !

Wir lehnen es ab, dass jetzt ein unfassbarer sozialer Rückschritt über uns hereinbrechen soll.

Wir leisten Widerstand dagegen, dass die SPD, die traditionsreiche Arbeitnehmerpartei, verschwinden soll, mit deren Existenz alle sozialen Errungenschaften unseres Landes verbunden sind.

Der verantwortungslose Starrsinn unserer Parteiführung wird die SPD unausweichlich zum Untergang verurteilen, wenn wir, wenn die Partei ihr nicht in den Arm fällt!

Das Wahldebakel am 13. Juni markiert eine Wende:

Die Mehrheit der Partei, ihre Mitgliederbasis, ihre Anhänger, die sozialdemokratischen Gewerkschafter haben der Politik, die sich in der Agenda 2010 konzentriert, eine Absage erteilt.

Bis heute wurde diese Mehrheit unter dem Druck einer fehlgeleiteten Disziplin zum Schweigen verurteilt.

Aber dass 10,5 Millionen traditionelle Wähler der SPD demonstrativ die Politik von Schröder am 13. Juni zurückwiesen, indem sie der SPD ihre Stimmen verweigert und sich enthalten haben, zeigt auch einen Ausweg !

Geben wir dieser Mehrheit das Wort, organisieren wir den Kampf, damit die Mehrheit der Partei ihre Forderung nach einem grundsätzlichen Kurswechsel durchsetzt, der schon lange von allen Seiten gefordert wird – an erster Stelle auch von der AfA auf ihrer Bundeskonferenz im März in Erfurt.

Wie soll der Kurswechsel möglich sein ?

Lassen wir uns nicht weiter von dem endlosen Hin und Her über die „Korrekturen“, die man an der Regierungspolitik vornehmen müsse, ablenken: Es geht um einen grundsätzlichen Kurswechsel, der jetzt vollzogen werden muss!

Wie soll das gehen?

Schröder selbst gibt uns darauf eine Antwort. Auf die Fragen, die an ihn von innerhalb und außerhalb der Partei gerichtet werden, entgegnet er: „Ich kann nur diese Politik führen, ich will nur diese Politik weiterführen. Es gibt keine wirklich vernünftige Alternative zur Agenda 2010.“

Auf der einen Seite steht also die übergroße Mehrheit der Parteibasis, die die Ängste und Sorgen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der Jugendlichen, der Studierenden, der Rentner, der Empfänger von Arbeitslosenhilfe und der Patienten teilt.

Auf der anderen Seite eine Parteispitze, die unter dem Bruch jeglichen Mandats, das der SPD 2002 gegeben wurde, geradezu wütend darauf versessen ist, die Politik der Agenda 2010 bis zu Ende durchzuführen.
Haben wir nicht alles Recht, wie Oskar Lafontaine, zu sagen: „.... wenn das Volk eine Politik ablehnt, muss man die Politik ändern. Wenn man dies nicht kann, muss man gehen, weil man in einer Demokratie das Volk nicht auflösen kann.“! (STZ, 10. 07. 2004)

Gibt es irgendeinen anderen Ausweg, der der Demokratie und den Traditionen der SPD gerecht würde? Gibt es einen anderen Weg für einen wirklichen Kurswechsel? Ist es jetzt nicht an uns, den Mitgliedern der SPD und den Gewerkschaftern, Schröder abzulösen, um ihn daran zu hindern, seine zerstörerische Offensive weiter fortzuführen?


Es ist höchste Zeit !


Man muss kein Prophet sein, um die Zukunft vorherzusagen:

Entweder kann Schröder bis zum Ende seiner Politik gehen und die sozialen Errungenschaften der Arbeitnehmer eine nach der anderen zerstören ... wobei der CDU/CSU bei der Wahl 2006 oder schon früher der Weg zur Macht gebahnt wird,

– oder die Partei steht auf, jagt, gestützt auf die Gewerkschaften, Schröder und seine Führung davon und setzt gegenüber der Bundestagsfraktion der SPD einen vollständigen Bruch mit der Politik von Schröder durch, beginnend mit der Aufhebung von Hartz IV und der Gesundheitsreform.

Das ist die Alternative! Das ist die Auseinandersetzung, vor der wir stehen. Aber wir lassen uns nicht beirren, denn wir wissen: Das ist der Wille der Mehrheit. Noch ist nichts verloren, aber die Zeit drängt.

Noch bedrückender als die Wahlniederlagen, die von der Schröder-Führung vorprogrammiert werden, ist der beängstigende Einschnitt, der sich mit dem Datum des 1. Januar 2005 ankündigt: Kann man es zulassen, dass Schröder-Clement-Müntefering unter dem Applaus des Unternehmerpräsidenten Rogowski vom BDI Millionen unserer Kolleginnen und Kollegen ihrer Arbeitslosenunterstützung berauben und in Verelendung stürzen?

Kann man es noch länger zulassen, dass Schröder sich als Sozialdemokrat bezeichnet, ein Schröder, der im Bundesrat die Hartz-IV-“Reform“ gegen die Vertreter der ostdeutschen Bundesländer und die Ministerpräsidenten der eigenen Partei mit der Unterstützung eines Stoiber und der anderen CDU-Ministerpräsidenten der westdeutschen Bundesländer durchpaukt?

Kann man es zulassen, dass durch die Abfertigung mit Billigjobs und durch Hartz IV die Bevölkerung im Osten ihrer Einkommen beraubt wird und unser Land Tag für Tag weiter auseinanderdriftet?

15 Jahre nach dem Sturz der Mauer wird die Spaltung zwischen Ost und West durch Schröder wieder vertieft.

Ist nicht der Augenblick für uns gekommen, um uns zusammenzutun und gemeinsam durchzusetzen, dass Schröder geht?


Die „Linkspartei“ soll eine Alternative sein ?


An die, die uns als Alternative die Gründung einer „Linkspartei“ vorschlagen, die sich zum Ziel setzt, im Jahre 2006 die 5%-Hürde zu überwinden, antworten wir:

  • Heute stehen unsere Zukunft, unsere sozialen Rechte, unsere soziale Existenz auf dem Spiel, nicht erst im Jahr 2006 ! Wenn Schröder so weitermacht, dann ist 2006 alles zerschlagen und wird die CDU/CSU an der Macht sein!

  • Brauchen wir eine zusätzliche Spaltung anstatt der Erfüllung des klaren Wahlauftrags an die SPD?

  • Sollen wir die Erfüllung des Wahlauftrags fallen lassen, nur weil Schröder es will, anstatt die immense Kraft außerhalb und innerhalb der SPD zu organisieren? Damit die SPD-Vertreter im Bundestag sofort eine Wende herbeiführen und die Aufhebung des Hartz-IV-Gesetzes als ersten Akt der Rückkehr zu dem Mandat von 2002 beschließen!

  • Sollen wir den Bruch zwischen Gewerkschaften und SPD hinnehmen oder sogar noch vertiefen, um damit die politische Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Deutschland noch mehr zu erschweren, anstatt ihn rückgängig zu machen, indem man den Willen der großen Mehrheit der SPD-Parteibasis nach einer Rückkehr zu den sozialdemokratischen Grundwerten durchzusetzen hilft?

  • Soll man auf den Kampf dafür verzichten, nur um sich auf die altbekannte Position einer PDS zu begeben, die Schröder „kritisiert“, solange sie eine unbedeutende Minderheit ist, und die die Agenda 2010 mit umsetzt, wenn sie sich an den Hebeln der Macht befindet, wie es in Berlin und Mecklenburg geschieht?

Warum? Etwa nur deshalb, weil es Schröder so will?

Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht !


Ein Teil von uns hat die Partei bereits mit früheren Initiativen gewarnt. Andere haben an dem Mitgliederbegehren teilgenommen, das unglücklicherweise von seinen Initiatoren eingestellt wurde. Wieder andere haben auf der Basis von Hunderten von Unterschriften unter das »Chemnitzer Manifest« an der Konferenz von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern in Halle »Für die wirkliche, soziale Einheit Deutschland« am 17. April teilgenommen. In den Kommunalwahlen in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben Genossinnen und Genossen auf der Grundlage der Beschlüsse der AfA gegen die Linie von Schröder kandidiert und von der Bevölkerung ein positives Echo erhalten. Wir haben Genossinnen und Genossen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach Köln eingeladen, um mit ihnen über ihre Erfahrungen zu diskutieren, die sie im Osten in einer desaströsen Situation gemacht haben. Jetzt haben wir beschlossen, uns an Euch zu wenden:

Wir haben lange diskutiert und abgewägt. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber wir sind der festen Überzeugung, dass es keinen anderen Ausweg aus der Krise der Partei, keine andere Möglichkeit für einen Kurswechsel zu einer wirklich sozialdemokratischen Politik gibt, als zu sagen:

Schröder muss gehen – ob er will oder nicht !


Wenden wir uns an die große Mehrheit der Partei, die zu Schröder und zu seiner Politik Nein gesagt hat. Die Partei gehört nicht ihm. Die Partei, das ist die Mehrheit. Wir sind die Partei.

Schließen wir uns zusammen und schlagen in den Gremien der Partei Alarm !

Sorgen wir dafür, dass die Demokratie wieder zählt!

Verbinden wir uns, um die Partei von dem Bleideckel zu befreien, der sie mit Schröder und seiner Politik zu ersticken droht. Organisieren wir uns, um Schröder davonzujagen und die Partei zu retten. Retten wir auf diesem Weg den Sozialstaat gegen die Forderungen der EU und des IWF. Der Druck des IWF wird heute von dessen ehemaligem Präsident und dem jetzigen Bundespräsident, Köhler, formuliert. Er bestärkt Schröder und fordert noch eine Verschärfung der „Reformtempos“ durch die Streichung von Urlaubstagen und die Verlängerung der Arbeitszeit.

Gehen wir zu den SPD-Kandidaten für die Kommunalwahl in NRW, für die Landtagswahlen in Brandenburg, im Saarland und in Sachsen, damit sie einen Bruch mit der Agenda-Politik vollziehen.

Unterstützen wir die SPD-Kandidaten, die sich für die Verteidigung der sozialdemokratischen Grundwerte und für einen Bruch mit der Politik von Schröder aussprechen.
Versammeln wir die große Kraft, die es für einen Kurswechsel der SPD gibt!
Sammeln wir Unterschriften unter diesen Aufruf. Schickt sie uns zu. Wir werden Euch antworten!
Tauschen wir uns aus, mobilisieren wir für die Vorbereitung einer bundesweiten Konferenz im Oktober für dieses Ziel.
Dieser Aufruf geht aus von einer Diskussion auf einem regionalen Treffen, zu dem die regionale Redaktion der Zeitung »Soziale Politik & Demokratie« am 10. Juli 2004 in Köln eingeladen hatte. Kontaktadresse: ..........

_____________________________________________________________________
IMSTP2.gif  IncrediMail - E-Mail hat sich schließlich entfaltet - Klicken Sie hier

mehr

Spenden für die Homepage: Günter Ackermann, Konto-Nr.: 433 407 436,
IBAN DE62 3601 0043 0433 4074 36., BIC PBNKDEFF, BLZ: 360 100 43
Postbank Essen. Verwendungszweck: Homepage 
(Bitte eMail-Adresse und Verwendungszweck immer angeben!)

  Bitte immer angeben!