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Die
Legende vom theologischen Sündenfall erzählt
uns
(...), wie
der Mensch
dazu verdammt worden sei, sein Brot im Schweiß seines
Angesichts zu essen; die Historie vom ökonomischen Sündenfall
aber enthüllt
uns, wieso es Leute gibt, die das
keineswegs nötig haben. Einerlei. So kam es, daß die
ersten Reichtum
akkumulierten und
die letztren schließlich nichts zu verkaufen
hatten als
ihre eigne Haut. Und von diesem Sündenfall datiert
die Armut
der großen
Masse, die immer noch, aller Arbeit zum
Trotz, nichts
zu verkaufen
hat als sich selbst, und der
Reichtum der wenigen, der fortwährend wächst, obgleich sie längst aufgehört
haben zu
arbeiten.
K. Marx, Das Kapital, MEW 23,
Berlin (DDR), 1974, S. 741 f |
Guido
mit der Westerwelle – wie einer dummerweise mal was Wahres von sich
gab
oder
Ist
die FDP nun die Partei der Arbeiterklasse?
Von
Gerd Höhne
Kommunisten-online
vom 15. Februar 2010 – Da beschimpft doch die mehr oder weniger
linke Journale, den armen FDP-Fuzzi Guido. Der hatte nämlich den Spruch
los gelassen:
„Wer
arbeitet, muss mehr haben als diejenigen, die nicht arbeiten.“
Der
Mann hat doch Recht! Wir jedenfalls vertreten genau
diesen Standpunkt auch. Wir sehen nämlich
nicht ein, warum eine winzige Handvoll Kapitalbesitzer, die weder
arbeiten noch sonst wie Werte schaffen, im Geld schwimmen und die Masse,
die Arbeitenden, am Rande des Existenzminimums entlang schrammt. Wir
sehen nicht ein, wieso diese Schmarotzer alles besitzen, andere für
sich arbeiten lassen, dafür auch noch mit Steuergeldern gefüttert, mit
Orden behangen und auch sonst wie mit Ehren überhäuft werden. Wir
meinen, denen sollte man Job
am Hochofen oder im Bergbau verschaffen.
Denken
wir doch nur einmal an die
Krupp-Dynastie in Essen. Die wurden mit Kanonen reich, sie verdienten
ihr Geld mit dem Blut anderer. Aber bauen mussten
die Kanonen ihre Arbeiter. Die hatten nämlich nur ihre
Arbeitskraft um Leben zu können. Man gehe nur mal durch die Stadt der
Krupps, durch Essen. Man muss nicht mal suchen, da begegnen einen die
Ehrungen der Könige der Kanonen in Form von Denkmälern,
Krankenhausnamen und Straßennamen. Die Ehrungen
der Krupps sind allgegenwärtig. Die
Krupps, die Wohltäter, könnte man meinen.
Diese
Leute – nicht nur die Krupps – gehörten eigentlich in den Knast,
ihre Fabriken enteignet und in die Hände des Volkes überführt.
Stattdessen aber besitzen sie die Fabriken, bereichern sich an
Steuergeldern und bestimmen auch sonst die Richtlinien der Politik. Ihr
Wohlergehen und der anderen Großkapitalisten, ist Staatsdoktrin.
Das
gilt nicht minder für die Banker. Die Deutsche Bank finanzierte in
Vergangenheit und Gegenwart Kriege, also Mord und Totschlag. Aber –
mal abgesehen vom Jahr 2009, als sie sich verzockt hatten – sie fährt
Milliarden Gewinn ein.
Die
arbeitenden Menschen, die nichts haben als ihre Arbeitskraft, werden,
erarbeiten sie nicht mehr genug Gewinn, einfach auf die Straße geworfen
und landen nach kurzer Zeit bei Hartz IV und in der Verelendung. Und mit
ihnen ihre Familien.
Dagegen
warf die Bundesregierung vergangenes Jahr Milliarden zur Rettung der
Banken zum Fenster hinaus. Deren Bosse hatten sich an der Börse
verzockt – den Verlust
zahlten wir durch unsere Steuern. Und andere Superreiche kassieren aus
der Staatskasse, wenn sie sich mal verspekuliert haben.
Dagegen
zahlen weder sie noch die Konzerne auch nur einen Cent in die
Staatskasse an Steuern. Ich meine nicht die illegalen
Steuerhinterzieher, das haben die Konzerne nicht nötig. Für die ist
Deutschland ein Steuerparadies. Und das ganz legal.
Wenn
Westerwelle das gemeint hat, hat er mal Recht gehabt. Aber in seiner
Partei dürfte kaum ein Mitglied seine Arbeitskraft verkaufen, dürfte
kaum einer seinen Lebensunterhalt durch ehrliche Arbeit bestreiten müssen.
Wenn
die Bezieher von Hartz IV eine Parteispendenaktion gemacht hätten und
ein paar Millionen der FDP gespendet hätten, wie es eine große
Hotelkette tat, wenn also die FDP mittels viel Geld gekauft worden wäre,
ja dann vielleicht.
Aber
wer Hartz IV bekommt, kann sich
keine Millionen an Parteispenden leisten, sich also auch keine Partei
kaufen, folglich meinte der smarte Guido es auch so nicht – und seine
FDP ist nicht zur Arbeiterpartei mutiert.
G.H. |