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Vor
62 Jahren wurde die Tudeh-Partei des Iran (TPI) gegründet. Das Bedürfnis
nach wirtschaftlich-gesellschaftlicher Entwicklung, neben wichtigen
internationalen Umwälzungen - darunter Kampf der fortschrittlichen
Menschheit gegen das Unheil des Faschismus als ein Produkt des
kapitalistischen Systems – erforderten damals die Gründung einer kämpferischen
revolutionären, dem Volke dienenden Partei, die in der Lage wäre, den
Kampf der entrechteten Massen zu organisieren. Die Gründung der TPI im
Oktober 1941 war ein Wendepunkt in den Kämpfen, die die Kommunisten und
Intellektuellen des Iran jahrzehntelang gegen die Despotie von
Reza-Schah geführt hatten.
Den
freigelassenen politischen Gefangenen und den Anhängern von Dr. Erani
gelang es, eine Partei zu gründen, die das Leben und die Geschichte
unseres Landes und seiner Befreiungsbewegung stark prägen sollte. Es
gibt kaum ein wichtigeres historisches Ereignis in unserem Lande, bei
dem nicht –direkt oder indirekt - die TPI und ihre Mitglieder präsent
wären. Der konsequente Kampf gegen den Faschismus, die Erhöhung des
Bewusstseins und die Organisierung der Arbeiterklasse und anderer Werktätiger,
die Unterstützung des Kampfes der Frauen und StudentenInnen zur
Erzielung ihrer Rechte, der unversöhnliche Kampf gegen Komplotts der
Kolonialisten zur Ausplünderung unserer nationalen Ressourcen, die Veröffentlichung
von mehreren Hunderten Publikationen, die die politisch-kulturelle
Atmosphäre unserer Gesellschaft grundsätzlich veränderten, sind nur
einige Aspekte unseres Wirkens. Trotz zahlreicher blutiger Angriffe des
reaktionären Regimes in den letzten 6 Jahrzehnten, die zur Ermordung
tausender Mitglieder unserer Partei geführt haben sowie Zehntausende
Jahre Gefängnisstrafe, und unzählige Verbannungen, die unsere
Mitglieder erleiden mussten, hat die Partei stets die ehrenvolle Fahne
des Kampfes der Arbeiterklasse hoch gehalten.
Das
Geheimnis des Überlebens der Partei sehen wir in ihrer tief
verwurzelten Verankerung in den werktätigen Massen. Unser Land befindet
sich z. Zt. in einer sehr gefährlichen, spannungsvollen Periode. Die
Fortsetzung des despotischen Regimes (trotz breiter entschlossener
Proteste von Millionen Iranern, die sich mehrfach – zumindest in den
letzten 6 Jahren – durch klare Zielvorstellungen gezeigt haben) und
die Militarisierung und wachsende Spannungen in der Region, sowie die
Besatzung unseren Nachbarländer durch den amerikanischen und englischen
Imperialismus haben insgesamt eine höchstbesorgniserregende Situation für
unser Land geschaffen.
Die
abenteuerliche Politik und Unachtsamkeit hinsichtlich des Schicksals
unseres Landes und die katastrophalen Folgen, die im Falle einer militärischen
Auseinandersetzung unser Volk bedrohen ,und die Fortdauer der Unterdrückungsatmosphäre
und Gleichgültigkeit gegenüber dem Willen des Volkes sind die beiden
Seiten der Medaille der Herrschaftsmethoden der Führer des
Rechtsgelehrten- Regimes, welches das größte Hindernis für die
Entwicklung unseres Landes darstellt. Die Inhaftierung hunderter
andersdenkender Kämpfer, die Ermordung von mehr als Tausenden
politischen Gefangenen in den letzten 15 Jahren ,neben der brutalen
Anwendung „gesetzlicher Werkzeuge“ und des „Justiz-Apparates“
als weiterer Bestandteil der Unterdrückungsorgane, dies alles zeigt,
dass Illusionen im Hinblick auf einen „Konsens“ mit den herrschenden
Reaktionären bei der Realisierung der Forderungen des Volkes nur eine
gefährliche Fata Morgana ist, deren Folge lediglich eine Verlängerung
der Despotie bedeutet. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt,
dass nur mit Unterstützung der organisierten Massen die herrschende
Reaktion zurückgedrängt werden kann.
Wir
waren in den letzten Wochen Zeuge wachsender positiver Tendenzen im
Bereich der Zusammenarbeit und Solidarität breiter Schichten der
antidespotischen Kräfte und ihrer effektiveren Protestformen gegen die
jetzige Politik der Herrschenden. Falls diese Entwicklung anhält, und
breitere gesellschaftliche Kräfte, vor allem Arbeiter, Werktätige,
Studenten, Frauen und Jugend mobilisiert werden, kann der laufende
Prozess bedeutend beeinflusst werden.
Am
62. Gründungstag während der jetzigen krisenhaften und gefährlichen
Situation des Landes, und am Vorabend unseres 5. Parteitages stellen wir
fest, dass das Weiterbestehen der Partei und die Fortsetzung ihres
Kampfes an erster Stelle der Opferbereitschaft der Tausenden Parteikämpfer
zu verdanken ist, die in den letzten 6 Jahrzehnten heldenhaft unter
Einsatz ihres Lebens für die Ziele der Partei gekämpft und die vielfältigen
Komplotts der inneren Reaktion und des Imperialismus zur Vernichtung
unserer Partei vereitelt haben.
Ebenfalls
sind die unzähligen stummen Helden zu verehren, die unter tödlichen
Bedingungen die schwierigsten Prüfungen bestanden, ihr Leben mit großer
Bescheidenheit für die Befreiung der Völker unseres Landes von
Despotie und Ausbeutung geopfert haben. In diesem Jahr haben wir uns
ebenfalls an den 15. Jahrestag des größten politischen Verbrechens in
der Geschichte unseres Landes zu erinnern, nämlich an die Morde an
tausender politischen Gefangenen, die auf persönlichen Befehl von
Khomeini und anderen führenden Repräsentanten des Regimes verübt
wurden. Bei dieser nationalen Katastrophe hat unsere Partei Hunderte
ihrer besten Mitstreiter, eine große Zahl der bedeutendsten Denker und
hervorragender Freiheitskämpfer verloren.
Die
Ehrung des heroischen Kampfes dieser stummen Helden der Partei und der
Bewegung besteht in unserem erneuten Treueschwur auf die großen
menschlichen Ziele der Arbeiter und Werktätigen.
Es
lebe die ewige Erinnerung an alle Märtyrer unserer Heimat! Vorwärts
zur Bildung einer anti-diktatorischen Front, für Freiheit, Frieden,
Selbständigkeit, soziale Gerechtigkeit und Beseitigung des
Rechtsgelehrten- Regimes!
ZK
der Tudeh-Partei des Iran 29.09.2003
Leicht
gekürzt aus Namehe Mardom Zentralorgan der Tudeh Partei Iran Nr. 670,
30. September 2003 |