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"Auch Besatzung ist Terror" Jüdische Friedensaktivisten rufen zum Widerstand gegen die Politik der israelischen Regierung auf Daniel Behruzi Jüdische Mitglieder des Berliner Arbeitskreises Nahost erklärten am Montag in Berlin auf einer Pressekonferenz ihre Solidarität mit den von der israelischen Besatzungspolitik betroffenen Palästinensern. Fritz Teppich, Mitglied des Arbeitskreises, sagte, es sei »die Pflicht, insbesondere aller Juden, die Politik der israelischen Regierung zu kritisieren«. Denn diese Politik verstoße gegen »die alten jüdischen Werte«, erklärte Teppich, der in den 30er Jahren im spanischen Bürgerkrieg auf seiten der Republik gekämpft hat. Eine friedliche Zukunft könne es für Israel nur im Einvernehmen mit den benachbarten Völkern geben, so der 83jährige. Der Arbeitskreis Nahost, in dem sich Juden und Palästinenser, Deutsche und Israelis für einen gerechten Frieden in der Region engagieren, fordert »das Ende der Besatzung und die Anerkennung eines souveränen Staates Palästina mit Ostjerusalem als Hauptstadt«. Ebenso gelte es, die israelischen Siedlungen in den besetzten Gebieten vollständig aufzulösen und das Rückkehrrecht der vertriebenen und geflüchteten Palästinenser »prinzipiell anzuerkennen«. Die Initiative richtet sich nicht nur gegen die Politik der israelischen, sondern auch gegen die der deutschen sowie der US-amerikanischen Regierung. Ohne die finanzielle und militärische Unterstützung der USA sei »sofort Schluß« mit dem kriegerischen Kurs der Regierung Scharon, erklärte Teppich. »Die Kampfflugzeuge, die jetzt über Gaza und der Westbank fliegen, sind mit US-Mitteln gekauft und dort produziert«, sagte Gerhard Zadek, ehemaliger Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Der Bundesregierung warf er Tatenlosigkeit im Bezug auf die formell von ihr unterstützten UN-Resolutionen vor, die die Politik Israels verurteilen. Ihm gehe es jetzt darum, »die Friedenskräfte innerhalb der zerstrittenen Völker der Region zu stärken«, so Zadek. Die Selbstmordattentate bezeichnete er als »verheerend für die palästinensische Bevölkerung selbst«. Ruth Fruchtmann, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises, der dem Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung angegliedert ist, erklärte, die Attentate seien »kontraproduktiv«, hob jedoch die enorme Verzweiflung hervor, die die Grundlage für derartige Anschläge bildeten. In einer Erklärung der Gruppe heißt es: »Wir verurteilen jegliche Art von Terror! Nicht zuletzt ist auch Besatzung Terror.« Aus der jüdischen Gemeinde in Berlin haben die Friedensaktivisten bisher keine Reaktion auf ihre Initiative erhalten. »Wir werden mit Nichtbeachtung bestraft«, so Fruchtmann. Diverse Gruppen rufen für Samstag zu einer Großdemonstration in Berlin gegen die israelische Besatzungspolitik auf. Die Demonstration beginnt um 14 Uhr auf dem Alexanderplatz. Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2002/04-09/011.php
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