|
Für
den Wiederaufbau der Kommunistischen Partei Österreichs
KOMMUNISTISCHE
INITIATIVE ZUR ERNEUERUNG DER KPÖ
Brief an die
Mitglieder der KPÖ
Liebe Genossin!
Lieber Genosse!
Uns bewegt die
Sorge um das weitere Schicksal unserer Partei. Ihr Weiterbestand als eine
auf die arbeitenden Menschen orientierte, kämpferische und bündnisfähige
"marxistische Partei der Vielfalt", was sie unserem Statut gemäß
sein soll, ist nicht gesichert. Geht es nach dem Willen der engeren
Parteiführung, soll die KPÖ in eine EU-konforme Linkspartei
transformiert werden. Um das zu verhindern, wenden wir uns an Dich.
Unsere Partei
spielt derzeit im Bundesmaßstab keine Rolle. Bis auf wenige regionale
Ausnahmen verstärken sich die Zerfallserscheinungen an der Basis. Ein
offenkundiger Widerspruch tritt immer stärker hervor: Einerseits sind die
Zeiten längst vorbei, in denen sich die große Mehrheit unseres Volkes
sagte: "So gut wie jetzt ist es uns noch nie gegangen." Alle
Versprechungen, dass hohe Gewinne der Konzerne Arbeitsplätze und
Wohlstand sichern, erwiesen sich als Schall und Rauch. Das Vertrauen in
die Parlamentsparteien ist im Schwinden, ein Klima der Resignation und
Ohnmacht breitet sich aus. Trotzdem bewegen sich die vom System enttäuschten
Menschen - von regionalen Ausnahmen abgesehen - in keinem nennenswerten
Ausmaß zu unserer Partei. Warum sehen die arbeitenden Menschen in der KPÖ
keine Alternative? Wir alle wissen, dass derzeit die Voraussetzungen für
einen Massenaufschwung noch nicht gegeben sind. Vor allem die latente, von
den Medien geschürte, antikommunistische Grundhaltung hält die Mehrzahl
der Menschen noch ab, unserer Partei Vertrauen zu schenken. Noch ist den
meisten Menschen ein sich immer schrecklicher gebärdender Kapitalismus
lieber als der medial verteufelte Kommunismus.
Weltgeschichtlich
steht aber heute die Frage so: entweder Übergang zum Sozialismus oder Rückfall
in die Barbarei. Das Elend und Chaos in das der Imperialismus die Völker
stürzt, birgt nicht nur Finsternis. Es gibt eine Alternative, eine Welt
der Freiheit und Gerechtigkeit, der demokratischen Verfügungsgewalt über
Produktionsmittel und Wertschöpfung, deswegen ist Kommunismus modern! Das
Wachhalten der Vorstellung dieser möglichen und notwendigen Alternative
ist Voraussetzung und Pflicht jeglichen konsequenten antikapitalistischen
Kampfes. Es erfordert auch ein glaubwürdiges Parteiprogramm. Einen
entsprechenden Beschluß des 30. Parteitages (1996) hat die Parteiführung
ignoriert und verhindert. Der Sozialismus ist für sie in Theorie und
Praxis passé. Seit dem 31. Parteitag versucht die engste Parteiführung
mit Programmpapieren eine Umorientierung der Partei weg vom Sozialismus,
weg vom Marxismus. Damit ist sie vorläufig gescheitert. Die Genossinnen
und Genossen haben diesen Bemühungen am 31. und 32. Parteitag eine Absage
erteilt. Mit dem Beitritt zur Europäischen Linken wird dieses Projekt
hartnäckig weiterverfolgt, das marxistische Erbe der
ArbeiterInnenbewegung aufgegeben! Die bisherigen Programmaussagen der
InitiatorInnen dieser Linkspartei lassen deutlich erkennen: Mit deren Gründung
wird keine engere Zusammenarbeit der kommunistischen und
ArbeiterInnenbewegung in Europa angestrebt, ganz im Gegenteil: der
proletarische und internationalistische Charakter der kommunistischen
Parteien soll unumkehrbar durch deren Ein- und Unterordnung in bzw. unter
die Ziele der EU zerstört werden. Eine Partei, die sich als
"zivilgesellschaftliche" Triebkraft der EU-Integration versteht,
hat ungeachtet der "sozialen" und "demokratischen"
Phrasendrescherei ihrer Proponenten den Anspruch auf Überwindung des
kapitalistischen Profitsystems aufgegeben. Sie untergräbt und spaltet
auch all jene klassenorientierten Kräfte in der ArbeiterInnenbewegung,
welche für die Verteidigung der in den europäischen Nationalstaaten noch
vorhandenen sozialpolitischen und demokratischen Errungenschaften kämpfen.
In diesem Sinne wird die Partei der Europäischen Linken zum Spaltpilz für
die Aktionseinheit der klassenorientierten Kräfte in der
Arbeiterbewegung, letztlich zu einem Instrument zur Zerstörung sich auf
den Marxismus berufender Kommunistischer Parteien.
So und nicht
anders steht die Frage auch für die KPÖ! Als MarxistInnen wissen wir:
Die Eigentumsfrage ist die Grundfrage unserer Bewegung.
KommunistInnen
stellen an den Knotenpunkten der Geschichte auch die Machtfrage. Deshalb
sind wir weder "Dogmatiker" noch "Stalinisten".
Nichts desto
trotz wird die "Anti-Stalinismus-Keule" gegen ganze
Teilorganisationen und einzelne Aktivisten der KPÖ, gegen alle, die die
KPÖ als marxistische, klassenkämpferische ArbeiterInnenpartei erhalten
wollen, geschwungen.
Gleichzeitig
bildet die engste Parteiführung aus Teilen der so genannten
Antiglobalisierungsbewegung im engen Zusammenwirken mit einer
trotzkistischen Kleingruppe eine informelle Struktur.
Diese
"Neuformierung der Linken" wird in unsere Partei hineingetragen,
um die KPÖ als selbstständige kommunistische Partei schlussendlich
politisch und ideologisch faktisch zu liquidieren!
Genossinnen und
Genossen!
Die KPÖ muss, um
zu überleben und wieder attraktiv zu werden, einen anderen Weg gehen! Ein
Beispiel gibt die KPÖ Graz. Die KPÖ Graz hat in den letzten beiden
Jahrzehnten durch konsequente Interessenpolitik für die arbeitenden
Menschen, aber auch durch überzeugende, bescheidene und nicht
korrumpierbare Persönlichkeiten wie Stadtrat Ernst Kaltenegger, ihren
Einfluss vervielfachen können und hält heute bei über 20 Prozent der
Stimmen. Der Einfluss auf Bundesebene, und dies in besonders schmerzlichen
Ausmaß in der Bundeshauptstadt Wien, ist im selben Zeitraum drastisch zurückgegangen.
Die bemerkenswerte Entwicklung der steirischen KPÖ mit kommunalen und
betrieblichen Positionen auch in zahlreichen anderen Städten und
Gemeinden der Steiermark zeigt, dass erfolgreiche kommunistische Politik
Wurzeln braucht. Solche positiven Signale gibt es durchaus auch vereinzelt
in anderen Bundesländern. Leider ist bisher aus einzelnen Initiativen vor
Ort keine gesamtregionale oder -nationale Struktur entstanden. Das ist
einer verfehlten Politik der engsten Parteiführung während des letzten
Jahrzehnts geschuldet!
Zu viel Zeit,
Geld und persönlicher Einsatz von aufrichtigen KommunistInnen hat die
gegenwärtige Führung der KPÖ im letzten Jahrzehnt vergeudet, um Scheinbündnisse
für immer neue, "phantastische" Ziele zu schmieden, die sich in
der Realität als von der realen Politik und den Bedürfnissen der
arbeitenden Menschen abgehobene Politspielereien entpuppt haben. Eine so
genannte "Volksstimme" schrieb an der Sprache und den Anliegen
des arbeitenden Volkes zielsicher vorbei. Wahlbündnisse werden nicht vor
Ort, im Kampf um soziale und demokratische Rechte geschmiedet, sondern
werden an Schreibtischen ausgeheckt. All das ist mitverantwortlich für
wahlpolitische Erfolglosigkeit und ein langsames Ausrinnen des
marxistischen Gehalts der KPÖ! Während finanzielle Mittel für
politische "Nullprojekte" vergeudet wurden und werden, fehlt das
Geld dort, wo es gebraucht wird, an der Basis, dort wo die KPÖ noch als
politische Kraft wahrgenommen wird. Zuviel Schaden wurde bereits
angerichtet! Die KPÖ muss bundesweit wieder zu einer ernstzunehmenden
politischen Kraft werden. Die Verankerung und Verwurzelung der Partei
dort, wo ihr Platz ist, in der österreichischen ArbeiterInnenschaft ist
dabei das Wichtigste. Nach dem Prinzip "wo du bist, ist die
Partei" wollen wir das Schwergewicht unserer Arbeit darauf legen,
KommunistInnen vor Ort in ihrer betrieblichen und kommunalen Arbeit zu
unterstützen. Um glaubwürdige Persönlichkeiten können und werden
Kollektive entstehen, die unsere Partei von unten neu aufbauen.
Der kommende 33.
Parteitag wird zu einem Schlüsselparteitag in der Geschichte der KPÖ. Es
geht um die weitere Existenz unserer Partei. Die KPÖ muss eine Partei
bleiben, die sich auf den wissenschaftlichen Sozialismus, auf die Lehren
von Marx, Engels und Lenin gründet und, gestützt auf die Erfahrungen
eines Jahrhunderts, weiterentwickelt. Die KPÖ muss eine
antikapitalistische, revolutionäre Partei sein. Die engere Parteiführung
spekuliert damit, dass die Mehrheit der Mitglieder in einer früher einmal
gewohnten, traditionell tief verwurzelten, weitgehenden Unterstützung der
jeweiligen Parteiführung, den geplanten politisch-ideologischen Salto
mortale hinnehmen wird. Wir rufen alle Genossinnen und Genossen auf, dafür
zu kämpfen, dass die gegenwärtige Führung der Partei endlich in die
zweite Reihe zurücktritt und Platz macht für eine wirkliche Erneuerung
unserer Partei auf marxistischer Grundlage. Wir werden der Partei
rechtzeitig ein Kollektiv von Genossinnen und Genossen vorschlagen, das
bereit ist, den Wiederaufbau der Partei in einer ehrlichen, solidarischen
und würdigen Atmosphäre anzugehen. Wir suchen die zielgerichtete
Aktionseinheit mit klassenkämpferischen politischen Kräften und
Einzelpersonen auch in breiten Bündnissen. Und wir wollen und brauchen
Dich. Unterstütze unsere Vorschläge, bringe Deine eigenen Ideen ein. Der
Wiederaufbau einer konsequent auf die ArbeiterInnenklasse orientierten,
massenwirksamen Kommunistischen Partei Österreichs duldet keinen
Aufschub!
Freiheit!
Juni 2004
Blau Martina,
Sekretärin des ML-Studienkreises Linz, ehem. PDS-Stadträtin in Dresden
Böröcz Bruno,
Eisenstadt
Böröcz Erich,
Eisenstadt
Broll Daniela,
ehem. Mitglied d. Landesleitung Tirol
Broz Inge, ehem.
Betriebsrätin
Broz Oswald,
ehem. AK-Rat in Wien und ÖGB-Sekretär des GLB
Bruckner Otto,
ehem. Bundessprecher d. KPÖ und Bundesvorsitzender d. KJÖ
Bruny Gerhard,
ehem. Betriebsratsobmann Globus-Verlag
Dusek Gerhard,
Obmann d. KPÖ Wien 16
Dubovsky Wilma, Mödling
Eber Manfred,
ehem. Landesvorsitzender KPÖ-Tirol
Edlinger Helmut,
Betriebsrat
Voest-Alpine
Donawitz
Eipeldauer
Thomas, Mitglied der KJÖ-Bundesleitung
Felbinger
Kirsten, Gemeinderätin in Graz
Fellner Helmuth,
Betriebsrat, ehem. Mitglied d. ZK und Buvo, ehem. AK-Rat d. GLB-Wien
Fuchs Andreas,
Landesgeschäftsführer der KPÖ-Steiermark
Fuchs Georg,
Gemeinderat in Graz
Gabl Udo, Tirol
Gaisch Willi,
ehem. Landesobmann KPÖ-Stmk., ehem. Mitglied d. Polbüros und ZK
Grabner Günther,
Historiker
Gruber Heinz,
ehem. Personalvertreter ÖBB
Hafenscherer
Florian, Mitglied der KJÖ-Bundesleitung
Hatzmayer Werner,
BR Voith St. Pölten, Spitzenkandidat d.
KPÖ bei der
Landtagswahl 2003
Haunschmid
Rudolf, Widerstandskämpfer, ehem. KPÖ-GR Linz,
langjähriger GE/GLB-Personalvertreter
Hofstätter
Bobby, langjähriger Organisator des Volksstimmefestes
Kahr Elke,
Gemeinderätin und Klubobfrau in Graz
Katzenschlager
Franz, ehem. Vertrauensmann ÖBB
Käferböck
Robert, Sekretär d. GLB i.d. Gewerksch. MBT, Obmann d. KPÖ Waidhofen an
der Ybbs/Amstetten
Kerschenbauer
Peter, ehem. Gemeinderat
in Voitsberg
Kern Franz,
Gemeinderat in Gußwerk
Koderhold
Matthias, Mitglied der NÖ-Landesleitung d. KPÖ
Krivec Edi, langjähriger
Gemeinderat in Zeltweg, Betriebsrat, ehem. Mitgl. d. ZK
Leitenbauer Gabi,
Gemeinderätin in Trofaiach
Loidl Simon,
Chefredakteur der KSV-Zeitung "Unitat"
Loistl Gustav,
ehem. GR Zwentendorf, ehem. Landesobmann KPÖ-NÖ u. Mitglied d. Polbüros
Luttenberger
Kurt, GLB-Sekretär Steiermark, Bezirksrat in Graz
May Claudius,
ehem. Bezirkssekretär Salzburg
März Peter,
Bezirkssekretär Salzburg
Merkusch Hans,
Landeskontrolle Steiermark
Mikosch Hans,
Chemiker, TU Wien
Murgg Werner,
Gemeinderat in Leoben
Nöst Fritz, stv.
Obmann d. ZV der Pensionisten Bruck/Mur
Oberkofler
Gerhard, Mitglied d. Schiedskommission u. Programmkommission, Vizepräsident
d. Alfred Klahr-Gesellschaft
Österreicher
Johannes, Salzburg
Pacher Leopold,
langj. Gemeinderat
Knittelfeld,
ehem. Mitglied d. ZK
Pacher Renate,
Gemeinderätin in Knittelfeld
Perteneder
Clemens, Obmann KPÖ-Bruck/Mur-Kapfenberg,
Bezirksrat in
Graz
Peterka Chris,
Musiker
Pilhofer Horst,
Gemeinderat Zwentendorf, KPÖ-LL NÖ
Pöschl Helmut,
ehem. Bezirkssekretär Salzburg
Reiter Karl,
ehem. Sekretär d. ZK u. Mitglied d. Polbüros
Reiter Rudolf,
Mitglied d. Programmkommission d. KPÖ
Reisinger
Christian, Salzburg
Renner Elke,
Mitglied im Vorstand d. AKG und d. österr. Friedensrates
Rizy Lisl,
Herausgeberin der "neuen Volksstimme", ehem. Betriebsrätin
Rosenblattl
Franz, Gemeinderat in Mürzzuschlag
Rußheim Karl,
langj. Mitglied des ZK, Gemeinderat in Trofaiach
Schacht Selma,
stv. BR-Vorsitzende Wr. Kinder- und Jugendbetreuung,
GLB-Bundesleitung
Scherz Peter,
AK-Rat des GLB Steiermark
Schober Edith,
Wien
Schmidbauer
Hubert, ehem. Bezirksrat Wien Leopoldstadt
Schwab Karl,
ehem. BR bei Böhler u. Kinderlandobmann
Schwanninger
Florian, Salzburg
Seidl Florian,
Mitglied d. BL 16, Mitglied der Bundesheer-Reformkommission und
Zivildiener-Sprecher
Slamanig Hans,
Gemeinderat in Graz, ehem. Mitglied des Zentralausschusses der ÖBB-Personalvertretung
Slavik Rudolf,
Gemeinderat Pottenstein/Tr., ehem. Landesobmann
KPÖ-NÖ u.
Mitglied d. Polbüros
Stöckl Petra,
ehem. Frauenvorsitzende der KPÖ
Streiter Gisela,
ehem. Frauensekretärin d. GLB
Taberhofer
Ulrike, Gemeinderätin in Graz
Trost Claudia,
ehem. Mitglied d. Bundesvorstandes
Trub Milli,
Obfrau des BDFSteiermark
Tschinkel
Gerfried, Chefredakteur d. ÖH Uni Wien Zeitung "unique"
Vodnek Josef,
ehem. BR ÖMV, Obmann d. KPÖ Wien 23
Vodnek Renate,
Wirtschaftsreferentin d. ÖH Uni Wien
Wacker
Konstantin, Mitglied der NÖ-Landesleitung d. KPÖ
Wachter Max,
ehem. Volksstimme-Reporter, Uhudla-Verlagsleiter
Weber Alexander,
ehem. BO-Obmann Globus, Bundesvorstand
Gewerkschaft DuP
Weinert Willi,
wissenschaftl. Leiter d. Alfred Klahr Gesellschaft
Wilding Erich,
Ersatz-Betriebsrat
Voest-Alpine
Zeltweg
Winkler Peter,
langjähriger GLBBetriebsrat, Linz
Wisiak Hanno,
Vorsitzender KSV-Graz, Vorsitzender d. Studienrichtungsvertretung
Geschichte a.d.
Uni-Graz
Wolf, Edgar,
ehem. Mitglied d. Bundesvorstandes
Zeiler Lisbeth,
Gemeinderätin in Graz
KOMMUNISTISCHE
INITIATIVE ZUR ERNEUERUNG DER KPÖ
8020 Graz,
Kernstockgasse 8/8
kommunistische.initiative@gmx.at
|