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Österreichische
Kommunisten rufen auf:
„Kämpft
für Eure Partei!“
von
Gerd Höhne
In
Österreich hat sich eine Clique von Revisionisten die Führung der KPÖ
okkupiert. Führer ist Walter Baier, Vorsitzender der KPÖ.
Baier,
der sich nicht zu schade ist, im Renommier-Magazin der Antideutschen, Gremlizas „Konkret“, gegen den linken Journalisten und KPÖ-Mitglied
Werner Pirker,
zu polemisieren. Das, was er schreibt, ist zwar nichts anderes, als
Blabla, aber er meint, das loslassen zu müssen um sich als wahrer
Freund der „freien“ Welt der erstaunte Öffentlichkeit vorführen zu
müssen. Ich habe in den Baier-Text gegen Pirker vergeblich nach
Argumenten gesucht. Was herauskam war:
„In
ihrem Lamento offenbaren die Autoren ihre Enttäuschung und das Eingeständnis,
daß der von ihnen propagierte „Antiamerikanismus“ und die in ihm
aufgehobene Anpassung an ein imaginiertes Massenbewußtsein sich bislang
weder in der Friedens- noch in der globalisierungskritischen Bewegung
hat durchsetzen lassen. Dies zu ändern, ist der Zweck eines Buches, das
dem weltweiten Widerstand gegen Neoliberalismus und Krieg statt einer
Kritik der Politischen Ökonomie „Zwölf gute Gründe für einen
Antiamerikanismus“ mit auf den Weg geben will. Schade, zumindest einer
der beiden Autoren wußte es einmal besser.“
Alles
klar, lieber Leser? Nein? Nun, dann bist du nicht allein. Es ist das übliche
Gewäsch der Antinationalen/Antideutschen zur Rechtfertigung der
Verbrechen des USA-Imperialismus und sein Ziehkind den rassistischen
Zionismus. Das wäre nicht weiter schlimm, wir sind von diesen Leuten ja
einiges gewöhnt, wenn der Autor nicht Vorsitzender einer der ältesten
kommunistischen Parteien wäre, der KPÖ.
Baier
schaltet und waltet wie ihm beliebt und das auch gegen große Teile der
KPÖ. So wurde beim letzten Parteitag der KPÖ eine Frauenvorsitzende
gewählt (Petra Stöckl), die zum marxistischen Flügel gehört. Sie
mobbte er aus ihrer Funktion, sie gab nach kurzer Zeit entnervt auf.
Nicht
nur das: Seinen linker Gegenkandidaten, der Baier auf dem Parteitag
knapp unterlag, der Tiroler Landesvorsitzende Manfred
Eber, sowie auch Petra Stöckl, will Baier aus der Partei werfen lassen
und führt gegen beide, die vom linken Flügel sind, ein
Ausschlussverfahren durch.
Der letzte Parteitag der KPÖ wählte
7 Vorstandsmitglieder, davon sind noch schlappe zwei im Amt, darunter
Baier selbst. Ein drittes Mitglied, Margit Kain, ist nicht gewählt,
sondern wurde kooptiert, also von Baier selbst berufen.
Man könnte sagen, solch ein
eigentlich nicht beschlussfähiger Vorstand erkläre sich als
Notvorstand und beruft schnellstens einen Parteitag ein, unterlässt
dabei alles, was nicht unbedingt geregelt werden muss. Aber nicht so
Baier. Der will Fakten schaffen.
Damit seine Führung auf dem nächsten
Parteitag gesichert ist, schafft er sich lästige Kritiker und
Konkurrenten vom Hals. Da inszeniert er ein Ausschlussverfahren vor
einem Vorstand, der eigentlich abgewirtschaftet hat, der, genau
genommen, nur aus ihm selbst besteht.
Der letzte, der 32. Parteitag,
hatte ferner beschlossen, dass der 33. Parteitag ein Mitgliederparteitag
werden solle. D.h. jedes Parteimitglied, das zum Parteitag kommt, hat
Stimmrecht.
Baier aber schert sich den Teufel
um diesen Beschluss und beruft den 33. Parteitag, entgegen dem ausdrücklichen
Beschluss des höchsten Parteiorgans, wieder als Delegiertenparteitag
ein.
Sein
Kalkül ist klar: Die KPÖ-Mitglieder, die Baier noch als Vorsitzenden sehen
wollen, werden immer weniger. Ganze Landesverbände bekennen sich zu den
Linken, desgleichen viele Gliederungen an der Basis. Baier hofft, die
Zusammensetzung der Delegierten beeinflussen zu können um damit seine
Chancen zu erhöhen.
Baier
und seine Basis in der KPÖ
Insidern zufolge gibt es
innerhalb der KPÖ im großen ganzen drei Strömungen:
1, Die Anhänger von Walter
Baier. Das ist innerhalb der KPÖ eine hauchdünne Gruppe von
Polityuppies mit linkem Anspruch. Wir kennen diese zweifelhafte Gruppe
in Deutschland von den Jungdemokraten her, der früheren
Jugendorganisation der FDP. Sie sind saft- und kraftlos, Politik ist ein
Spiel für sie, günstigstenfalls ein Karrieresprungbrett. Diese Gruppe
ist allein nicht in der Lage, ihren Vormann aufs Schild zu heben. Es
bedarf einer weiteren Gruppe:
2. Die gemächlichen alten
Parteimitglieder. Wir kennen sie auch aus der DKP. Sie sind meist
ehrliche und gute Genossen, die eigentlich nur das beste wollen: Ihre
Partei stärken.
Was diese Genossen aber überhaupt
nicht mögen, ist kritisches Hinterfragen des Führungsanspruchs der
obersten Parteigremien und theoretische Dispute – selbst dann, wenn
sie unverzichtbar sind. Jedes Infragestellen wird von ihnen als Verstoß
gegen die Parteidisziplin gewertet.
Ein Beispiel: Bei der letzten
Bundestagswahl beschloss der DKP-Vorstand, dass die DKP sich nicht mit
eigenen Landeslisten an der Wahl beteiligen wird. Der Bezirksverband
Berlin hielt sich nicht daran und stellte eine Landesliste auf.
Ich habe mit einer Menge
DKP-Mitgliedern gesprochen, die meinten, die DKP müsse sich an der
Bundestagswahl beteiligen und nicht Wasserträger für die PDS sein,
Aber die gleichen Genossen schimpften auf den Berliner Verband, weil der
sich widersetzte.
So ähnlich wird es auch in Österreich
sein. Baiers eigene Hausmacht ist eher vom Siechtum geprägt. Hochnäsig,
intellektualistisch, arrogant, intrigant und verlogen, aber Baier ist
Parteivorsitzender, also stimmen die alten gemächlichen
Parteimitglieder mit ihm, die Kritik der Linken empfinden sie als
störend und gegen die Partei gerichtet.
3. Die Linken in der KPÖ. Die
einzige Gruppierung in der Partei, die wirklich lebt und Basisarbeit
macht. So bekamen sie bei der Kommunalwahl in Graz über 21% der
Stimmen. Man sollte meinen, dass der Parteivorsitzende diesen Erfolg
feierte. Mitnichten, er kritelte daran herum.
Die Linken stellen eine recht
starke Gruppe in der KPÖ, aber nicht die Mehrheit. Da, wo die Partei
lebt und kämpft, wo auch noch jüngere Menschen Mitglied der KPÖ
werden, kann man unbesehen annehmen, dass hier die Linken das Sagen
haben.
Der
Trick mit Formalien
Die
Baier-Fraktion in der KPÖ-Parteiführung wirft den Linken Fraktionismus
vor. Dass Baier und seine Leute, den marxistisch-leninistischen Weg,
also den kommunistischen, längst verlassen haben und eine
parteifeindliche Fraktion darstellen, lassen sie – versteht sich –
unberücksichtigt. Ihren Restvorstand, der aus eben noch zwei gewählten
Mitgliedern besteht, nennen sie einfach „erweiterter Vorstand“,
erweitert durch beliebig kooptierte Mitglieder, die Baier nach dem Mund
reden. Damit versuchen sie reihenweise Linke aus der Partei zu werfen.
Wie gesagt, ist das Ziel, Fakten schaffen und linke Konkurrenten
beseitigen.
Dieser
„erweiterte Vorstand“ schreibt in einer Erklärung:
„Kritik - mag sie berechtigt
oder unberechtigt sein - ist Eines, fraktioneller Parteikampf ist etwas
grundsätzlich Anderes.
Es ist das der Hauptgrund,
weshalb wir uns auch durch die statutenwidrigen Aktionen der
„Kommunistischen Initiative ...“ nicht unter Druck setzen lassen,
sondern die sich daraus ergebenden Fragen am 4. und 5. Dezember den
Delegierten der KPÖ zur Entscheidung vorlegen werden.“
Es
ist grotesk. Eine parteifeindliche Fraktion wirft denen, die die Partei
als kommunistische Partei wieder herstellen wollen, Fraktionismus vor.
Natürlich bleibt unberücksichtigt, dass Lenin einst als „Fraktionist“
mit der Herausgabe der „Iskra“ die bolschewistische „Fraktion“
in der SDAPR gründete oder, in Deutschland, Karl Liebknecht, Rosa
Luxemburg, Wilhelm Pieck, Franz Mehring und Leo Jogiches den
Spartacus-Bund, die Keimzelle der KPD, als „Fraktion“ gründeten und
von hier den Kampf gegen Krieg und gegen die Unterstützer des Kaisers,
die SPD von Ebert, Noske und Scheidemann, führten. Aber auf solchen
revolutionären Traditionen baut Baier nicht auf.
Da es offenkundig wird, dass Baier die KPÖ in den Abgrund führt,
hat die Wiener Bezirksorganisation Ottakring, die im Statut mögliche
Form der Einberufung eines a.o. Parteitags benutzt. Hiernach muss der
Parteivorstand, wenn bestimmte Gliederungen es verlangen, innerhalb
einer bestimmten Frist den Parteitag einberufen. Geschieht das nicht,
kann er durch die – hier: Bezirksorganisation Ottakring –
einberufen werden. Und so geschah es bereits im Januar. Der
Bezirksverband Ottakring beantragte die Einberufung des 33. Parteitags
als Mitgliederparteitag.
Anzumerken
sei auch, dass der letzte Parteitag den nächsten, den 33. Parteitag,
als Parteitag sehen wollte, auf dem nicht Delegierte, sondern alle
Mitglieder, die anwesend sind, Sitz und Stimme haben. Als Baier nicht
reagierte, wurde der 33. Parteitag zum 27.
November 2004 nach Amstetten
einberufen.
Der
Rumpfparteivorstand jedoch berief den 33. Parteitag als
Delegiertenparteitag – gegen den ausdrücklichen Beschluss des 32.
Parteitages – zum 4. und 5. Dezember nach Linz ein.
Ursprünglich sollte der Baier-Parteitag
eine Woche später stattfinden. Das aber erregt heftigen Protest der KPÖ-Organisation
Graz und des Landesverbandes Steiermark, denn just an dem Tag findet in
Graz eine Volksabstimmung, die die dortige KPÖ auf den Weg brachte, über
die Privatisierung städtischer Wohnungen statt. Es wäre zu
offenkundige Manipulation gewesen, wenn Baier auf den ursprünglichen
Termin beharrt hätte. Es wäre sehr klar gewesen, dass er die
steirischen Genossen ausgrenzen wollte - in Graz ist es der marxistische
Flügel – wir erinnern uns: da bekam die KPÖ bei den Kommunalwahlen
fast 22% der Stimmen – die Grazer Kommunisten hätten dann nicht am
Parteitag teilnehmen können. Da sich die Grazer Genossen das nicht
bieten ließen, musste Baier vom ursprünglichen Termin abrücken.
(siehe auch:
Die
KPÖ hat eine bessere Zukunft verdient
Beschluss
des Landesvorstands der KPÖ-Steiermark zur Einberufung des 33.
Parteitags der KPÖ)
Trotzdem
bleibt die Tatsache bestehen, dass der 32. Parteitag beschlossen hatte,
der 33. Parteitag solle ein Mitgliederparteitag sein. Hinzu kommt, dass
die Delegiertenschlüssel, nach dem die Delegierten gewählt werden,
veraltet ist und nicht mehr der Realität entspricht.
So beschloss die
Bezirksorganisation Wien-Ottakring bereits am 19.1.2004, dass der
Parteivorstand den 33. Außerordentlichen Parteitag als
Mitgliederparteitag einzuberufen habe.
Zunächst tat Baier monatelang
gar nichts, er versuchte die Sache auszusitzen. Die Vorschrift lt.
Statut, den Antrag aus Ottakring allen Parteigliederrungen zuzusenden,
kam er nicht nach. Da nach einer gewissen Frist die Organisation in
Ottakring berechtigt ist, ihrerseits den Parteitag einzuberufen, tat sie
das auch.
Jetzt
reagierte Baier und berief mit Beschluss des (Rest-)Vorstands am 28.8.04
einen Parteitag nach Linz ein - zunächst zum 11./12. Dezember 2004 -
aber als Delegiertenparteitag. Allerdings war der Termin. wie ihm das
Statut vorschreibt, für díe Einberufung des Parteitag nach dem
Ottaktinger Beschluss längst abgelaufen, jedoch Baier behauptete frech,
er kenne den Beschluss nicht und habe auch keinen zugestellt bekommen
– basta!
Das
behauptete er auch vor der Schiedskommission. Das Gegenteil war nicht
nachzuweisen, also beschloss die Schiedskommission (scheinbar) für
Baier.
Zwar wurde der Termin bestätigt,
aber der Schiedsspruch ist alles andere als eine Rechtfertigung für
Baier. Im Schiedsspruch heißt es:
„dass
es auch zu keiner persönlichen und mit schriftlicher Bestätigung des
Empfangs verbundenen Übergabe gekommen ist.“
Baier
streitet damit keineswegs den Empfang des Antrags aus Ottakring ab, er lässt
nur erklären, es habe keine Übergabe „mit schriftlicher Bestätigung
des Empfangs“ gegeben. Guter Trick, alle Achtung, Herr Baier!
Unter
dieser Prämisse war klar, dass der Spruch für den Vorstand lauten
musste. Bei einem weiteren Schiedsspruch liest es sich dann etwas
differenzierter:
„Der
Beschluss des Bundesvorstandes vom 28.8.2004 zur Einberufung des 33.
Parteitages als Delegiertenparteitag entspricht formal dem geltenden
Statut, auch wenn
der Bundesvorstand damit nicht dem Beschluss des 32. Parteitages
nachkommt, den nächsten ao. Parteitag als Mitgliederparteitag durchzuführen.
Der
Bundesvorstand hat seine Entscheidung parteiöffentlich begründet und
hat sie vor den Mitgliedern der Partei und dem Parteitag als dem höchsten
Organ der KPÖ zu verantworten. Diese
politische Entscheidung zu beurteilen ist nicht Aufgabe der
Schiedskommission.“
Baier
hat formal zweimal recht bekommen. Aber der schale Geschmack eines
Betrugs bleibt. Von Januar bis August will Baier nichts vom Beschluss
aus Wien-Ottakring von der Einberufung des Parteitags erfahren haben?
Die einzige Erklärung, dass Baier keinen Mitgliederparteitag einberuft:
Baier verspricht sich bei der Delegiertenauswahl mehr Manipulationsmöglichkeiten.
Wer
sich hinter solchen – tatsächlichen oder konstruierten - Formalien
versteckt, steht auf schwachen Füßen.
Die
Rache am Ottakringer Bezirksverband
Die
Sekretärin der Landessleitung der KPÖ in Wien ist Claudia Krieglsteiner. Die Landesleitung beschloss jüngst, den
aufmümpfigen Bezirksverband Wien-Ottakring einfach aufzulösen. Damit
haben sie auch den Bezirksvorstand quasi abgesetzt und auch in Zukunft
den widerborstigen Linken die Möglichkeit genommen, sich als
„Fraktion“ zu artikulieren. Jedenfalls wenn die Rechnung der
Baier-Leute aufgeht.
Wenn
es Ottakring als Bezirksverband nicht mehr gibt, sind die dortigen
Mitglieder Einzelmitglieder, können also auch nicht als KPÖ-Gliederung
auftreten, noch nicht einmal Delegierte für den Baier-Parteitag in Linz
wählen.
Diese
Schützenhilfe vom Regionalverband dürfte nicht zufällig gewesen sein
- er kam quasi aus dem familiären Umfeld des großen Vorsitzenden
Baier.
Die
Initiatorin des Auflösungsbeschlusses, also Claudia Krieglsteiner, ist die Lebensgefährtin Baiers. Hier
scheint ja der ganz kurze Dienstweg gewählt worden zu sein.
Baier
führt die Partei politisch und finanziell in den Ruin
Die Linken geben die Neue Volksstimme (NVS) heraus, sie haben
sich sogar organisiert. Die „Kommunistischen
Initiative zur Erneuerung der KPÖ“
versucht die linken Kräfte zu bündeln und hat Baier und seinen Anhängern
den Kampf angesagt - für die Wiederherstallung der KPÖ als eine
Kommunistische Partei. Sprecher dieser Kommunistischen Initiative
zur Erneuerung der KPÖ ist Otto Bruckner, der Anfang der 90er
Jahre Sprecher der KPÖ war. Genosse Bruckner ist also jemand, der weiß
wovon er redet, wenn er schreibt, Baier und seine Leute seien eine
Gaukler-Truppe, die „in ihrer Ära nicht nur eine
Spur der politischen Verwüstung durch die Partei (zogen), sie
beförderten auch den Ausverkauf und den finanziellen Bankrott.“
Die
KPÖ war früher eine Partei, die auf einem gesunden finanziellen
Fundament stand. Zwar verlor sie in den letzten Jahren eine wichtige
Einnahmequelle durch die Enteignung der Firma Novum durch ein deutsches
Gericht. Diese Firma beschäftigte sich früher mit Ost-West-Handel,
spezielle mit dem aus der DDR. Sie wurde vom Berliner
Oberverwaltungsgericht dem deutschen Staat zugesprochen. Aber der
Verlust der Novum allein erklärt noch nicht den finanziellen Niedergang
der KPÖ. Otto Bruckner schreibt hierzu:
„Während die Vorgänger dieser beiden Magister der
Ökonomie, (...) in jahrzehntelanger Arbeit eine gute finanzielle
Grundlage für die Partei geschaffen haben, greifen Graber und Baier
immer öfter zum Mittel des Verkaufs und der Verpfändung, um ihre
erfolglosen Schicki-Micki-Projekte finanzieren zu können. Große Summen
flossen etwa in die gescheiterten Zeitungsprojekte „Salto“ und
„Volksstimme“, in großzügige Bürosuiten für Bundesparteivorstand
und Zeitungen, in die Finanzierung großspuriger internationaler Reisetätigkeit
des Vorsitzenden und seiner Entourage, der sich darin gefällt,
international den großen Politiker zu spielen, während zu Hause die
Partei zerbricht.“
So
präsentierte sich Baier als Vertreter der KPÖ in der europäischen
Linkspartei, die nichts anderes ist, als der in die EU verlängerte Arm
der deutschen PDS. Die Mitgliedschaft in dieser Partei ist für die KPÖ
auch aus organisatorischen Gründen sinnlos, denn die KPÖ ist nicht im
EU-Parlament. Der Beitritt der KPÖ war innerparteilich sehr umstritten,
Baier musste ihn mit Brachialgewalt durchsetzen.
Otto
Bruckner führt weiter aus:
„Baier
und Graber wollen sich eine kleine feine Finanz-Partei
schaffen, in der sie sich und ihr Häuflein wieder fürstlich
entlohnen und das verbliebene Geld mit vollen Händen rauswerfen können,
ohne dass sie jemand stört dabei. Politisch haben sie mit dem Projekt
einer kommunistischen ArbeiterInnenpartei längst abgeschlossen.“
Jüngster Schurkenstreich Baiers ist der Verkauf des Ernst
Kirchweger Hauses / Wielandschule (EKH). Es ist benannt nach einen
Kommunisten, der im Widerstandskampf gegen die Nazis stand, im KZ war
und alles trotzdem überlebt. Ein junger Neonazi ermordetete Ernst
Kirchweger am 31. März 1965.
Baier
verkaufte das EKH an einen Herrn Christian
Machowetz. Marchowitz ist Chef einer Sicherheitsfirma, die wegen
Brutalität und Rücksichtslosigkeit bekannt ist. Diese Firma soll auch
die Leibwächter eines gewissen Jörg Haider stellen, der die
ultrarechte Freiheitliche Partei Österreichs führt (derzeit
Juniorpartner in der Wiener Bundesregierung). Außerdem soll Marchowitz
früher Finanzier von neonazistischen Gruppen gewesen sein.
Wie man sieht, nicht nur, dass Baier das Tafelsilber der KPÖ
verschwerbelt, er verhökert das Haus, das nach einen von Faschisten
ermordeten Kommunisten benannt ist, auch noch an die Gesinnungsfreunde
der Mörder des Namengebers Ernst Kirchweger.
Noch nicht einmal diese
Peinlichkeit erspart diese Pseudo-Kommunist seiner Partei.
Der
Kampf um die Erhaltung der KPÖ – gegen den Revisionisten Baier
Wenn
Baier jemals geglaubt hatte, seine
Schurkenstreiche seien widerstandslos zu bewerkstelligen, so hat
ihn spätestens die Bildung der „Kommunistischen
Initiative zur Erneuerung der KPÖ“ eines besseren belehren müssen.
Es
gärt in der KPÖ und der Widerstand formiert sich. Die Linken geben
eine eigene Zeitung, die „Neue Volksstimme“ heraus, ebenso haben sie
eine Internetseite.
Die Genossen aus Österreich lassen sich nicht mehr von Baier auf der
Nase herum tanzen und kämpfen um den Erhalt ihrer Partei.
Ob
es ihnen gelingt, den 33. Parteitag in Amstetten durchzuführen, kann
ich nicht einschätzen. Aber es ist auch nicht sicher, dass Baier auf
„seinem“ Parteitag Sieger bleiben wird. Siegt aber Baier trozdem,
dann gibt es genau genommen keine KPÖ mehr, denn das, was dann sich so
nennt, ist, wie Genosse Brunn er sie nennt, eine kleine feine
Finanz-Partei. In dieser wird eine Clique von Schicki-Micki-Linken den
Ton abgeben und die von Arbeitergroschen geschaffenen finanziellen
Ressourcen verprassen. Ein Sieg Baiers wäre ein Sieg von Feinden der
Arbeiterklasse Österreichs.
Die
Arbeit der „Kommunistischen
Initiative zur Erneuerung der KPÖ“ hat auch Vorbildcharakter
für uns deutsche Kommunisten. Sehen wir uns doch mal die
„Bruderpartei“ Baiers, die Stehrsche DKP an.
Auch Heinz
Stehr liebt die Arschkriecherei bei Biskys PDS, auch er setzt sich über
die Linken hinweg und auch er versucht seine Partei noch stärker zum
Revisionismus hinzuleiten.
Auch
in der DKP gibt es Linke, auch sie sind unzufrieden mit dem Vorstand.
Aber sie beugen sich noch immer einer falschen Parteidisziplin. Ein Sieg
der Linken in Österreich könnte daher ein Impuls für den linken Flügel
der DKP sein, Heinz Stehr die Stirn zu bieten. Und er könnte uns
anderen ein Anreiz bieten, gemeinsame Sache zu machen.
Im
Namen der Redaktion Kommunisten-online wünsche ich den Genossen aus Österreich
für ihren 33. Parteitag in Amstetten vollen Erfolg.
Das Ernst Kirchweger Haus ist ein seit 23.
Juni 1990 besetztes Haus in Wien
Das
Gebäude in der Wielandgasse 2-4 wurde in den zwanziger Jahren von
tschechoslowakischen ArbeiterInnen als Schule erbaut. Seit 1945 ist
das Objekt in Besitz der Kommunistischen Partei Österreichs. Zum
Zeitpunkt der Besetzung durch autonome AktivistInnen und des türkischen
Vereins ATIGF war ein Großteil des Gebäudes bereits seit Jahren
unbenützt.
Von
den BesetzerInnen wurde das Haus 1990 nach dem Antifaschisten Ernst
Kirchweger benannt. Ernst Kirchweger wurde am 31. März 1965 bei
einer Demonstration gegen den rechtsextremen Universitätsprofessor
Taras Borodajkewycz von einem Neonazi erschlagen.
siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Kirchweger_Haus
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