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Erklärung
der KOMMUNISTISCHEN INITIATIVE ZUR ERNEUERUNG DER KPÖ

03.12.2004, 06:17
Kämpft um den
Wiederaufbau einer kämpferischen, demokratischen und marxistischen
Partei der Arbeiterklasse!
In Kürze wird der vom dreiköpfigen
Rest-"Bundesvorstand" der KPÖ einberufene
"Delegiertenparteitag" in Linz stattfinden. Eine in- und außerhalb
der Partei völlig isolierte und vom realen Leben abgehobene Parteiführung
wird dabei einen durch nichts legitimierten "Parteitag"
abhalten.
Klare Willensäußerung des 32.Parteitages
Der 32. Parteitag hat klipp und klar den
Beschluß gefasst, dass der nächstfolgende Parteitag als
Mitgliederparteitag stattzufinden hat. Es ist ein beredtes Zeugnis vom
Demokratieverständnis des Rest-"Bundesvorstandes", dass eine
dreiköpfige Gruppe den Beschluß eines Parteitages außer Kraft setzt,
an dem mehrere hundert Menschen teilgenommen haben, und einen
"Delegiertenparteitag" einberuft. Aus Protest gegen diese
Vorgangsweise werden eine Vielzahl von Organisationen - darunter die
komplette steirische Landesorganisation - keine Delegierten nach Linz
schicken. In Linz trifft sich ein fein gesiebtes Publikum an
Delegierten, das in fragwürdigen Mitgliederversammlungen "gewählt"
wurde. Eines der haarsträubendsten Beispiele dafür wird aus
Wien-Alsergrund berichtet, wo sich Baiers Pressesprecher D. Zach und der
Vorsitzende der Schiedskommission, R. Sellner mangels Anwesenheit
anderer Mitglieder selbst "delegierten". Aus einer niederösterreichischen
Organisation ist ein Beispiel bekannt, wo zwei anwesende Mitglieder drei
Delegierte wählten. Dennoch ist nicht sicher, dass Walter Baier alle
seine Vorhaben in Linz durchbringen wird, da selbst unter seinen
Getreuesten schon Zweifel an seiner politischen Kompetenz laut werden.
Einwände
ignoriert
Alle Einwände gegen diesen
"Delegiertenparteitag" wurden ignoriert. Der Mobilisierung der
Grazer KPÖ für die Volksbefragung über den Verkauf der
Gemeindewohnungen am 12. Dezember kommt gesamtösterreichische Bedeutung
zu, da dies die erste grössere Kraftprobe mit den Befürwortern des
neoliberalen Ausverkaufs in Österreich ist. Die Vorverlegung (!) des
Parteitags um eine Woche als Reaktion auf die Grazer Einwände kann
daher nur als Provokation aufgefasst werden. Ganz abgesehen davon, dass
die Beschlüsse der steirischen KommunistInnen so wie alle anderen vom
Tisch gewischt wurden, die darauf beharrten, dass ein
Mitgliederparteitag stattfinden müsse. Die Ottakringer KommunistInnen
haben den von ihnen einberufenen Mitgliederparteitag aus mehreren Gründen
abgesagt, ein gewichtiger war der, dass es sich niemand leisten kann,
von Baier und seinem Klüngel mit einer Flut von Klagen eingedeckt zu
werden, denen horrende Summen zugrunde liegen. Baier prozessiert mit dem
(letzten?) Geld der Partei, während alle Aktivitäten gegen ihn auf
Spendenbasis stattfinden müssen. Ein weiterer und nicht unwesentlicher
Grund für die Absage des Amstettner Parteitages war der, dass die
Ottakringer KommunistInnen die Bemühungen von Ernst Kaltenegger, Elke
Kahr, Petra Stöckl, Robert Hobek, Oliver Jonischkeit und vielen anderen
unterstützen wollten, doch noch zu einem Mitgliederparteitag zu Beginn
nächsten Jahres zu kommen.
Zehn Genossinnen und Genossen haben mit einer
beim Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien eingebrachten Klage
versucht, ihr Recht, an dem vom 32. Parteitag beschlossenen
Mitgliederparteitag teilnehmen zu können, mit Zivilklage zu erreichen.
Um diesem durch das Statut der KPÖ verbrieften Recht zum Durchbruch
zu verhelfen, wurde mit der Klage der Antrag auf Untersagung des
statutenwidrigen Delegiertenparteitages in Linz verbunden, weil dieses
Recht schon durch dessen Durchführung schwerwiegend verletzt wird. Ein
ignoranter, sich der Macht der herrschenden Clique in der KPÖ beugender
Richter hat diesen Antrag abgelehnt. Im Hinblick darauf, dass eine abändernde
Gerichtsentscheidung vor der kommenden Veranstaltung in Linz nicht mehr
möglich war, hätte eine Aufrechterhaltung der Prozessführung nur mehr
der Baier-Clique in die Hände gespielt. Die Kläger haben sich aus
diesem Grund zur Zurücknahme der Klage entschlossen.
Jubel
verfrüht
Der Jubel, in den Baier angesicht der Rückziehung
der Klage verfällt, ist allerdings verfrüht. Die KOMMMUNISTISCHE
INITIATIVE stellt klar, dass sie keine Ergebnisse dieses
"Parteitages" anerkennen wird. Er ist illegitim und eine
Farce! Die Gruppe um Walter Baier will mit diesem Parteitag die Spaltung
der KPÖ vollziehen und einen großangelegten Säuberungsprozeß
einleiten. Einigen Dutzend Mitgliedern der Partei wurde bereits ihr
Hinauswurf angedroht. Kritische, eigenständig denkende GenossInnen
stehen dem Transformationsprozeß der KPÖ zu einer nichtssagenden und
konturlosen "Linkspartei" wie Baier sie anstrebt im Wege. Die
Entwicklung der KPÖ zu einer autoritären, undemokratischen und
paternalistisch geführten Politsekte soll abgeschlossen werden.
Widerstand
statt Austritt
Die KOMMUNISTISCHE INITIATIVE ruft die
kritischen und klassenbewußten Kräfte in der Partei dazu auf, die Kräfte
zu bündeln und für einen Wiederaufbau einer kämpferischen,
demokratischen und marxistischen Partei der ArbeiterInnenklasse
zusammenzustehen. Wir werden Angebote zu einer Sammlung der Kräfte in-
und außerhalb der KPÖ, zu spannenden und sinnvollen, kreativen und
unkonventionellen Aktionen machen, um der Ausgrenzung der KommunistInnen
aus ihrer eigenen Partei entgegenzuwirken. Austritte einzelner
GenossInnen werden als Protest gegen den Baier-Kurs zudem kaum sichtbar
zu machen sein, zumal bei dem Chaos, das die Baiergruppe in der Partei
auch organisatorisch angerichtet hat (Unklare Org-Struktur,
Mitgliederevidenz etc.), nicht einmal mehr klar ist, wer eigentlich
Mitglied der KPÖ ist.
Für noch wichtiger erscheint es uns aber,
dass die KommunistInnen in- und außerhalb der KPÖ wieder
zusammenfinden zu gemeinsamen Aktionen.
Nutzt daher die verbleibende Zeit bis zum 12.
Dezember, um die Grazer KommunistInnen im Kampf gegen des Ausverkauf der
Gemeindewohnungen zu unterstützen!
Protestiert gegen die geplaten Postamtsschließungen,
beteiligt Bürgerinitiativen, sammelt Unterschriften, konfrontiert
Politiker damit!
Leistet Widerstand gegen Sozialabbau,
Ausbeutung und Unterdrückung, gegen die kapitalistische Räuberherrschaft
und ihre willfährigen politischen Helfer!
Stellt Euch auf die Seite der Unterdrückten,
der Ausgebeuteten, der "Marginalisierten", der
"Illegalisierten", der Arbeitenden und der Arbeitslosen!
Unterstützt den antiimperialistischen
Widerstand im Irak und in Palästina und in allen anderen Teilen der
Welt!
Unterstützt das Friedensvolksbegehren und
die Petition an den Nationalrat für eine Volksabstimmung über die
EU-Verfassung!
Bildet kommunistische Zellen, organisiert
Diskussionrunden, Bildungszirkel, Aktionsgruppen! Propagiert den
Sozialismus, den Kommunismus, die klassenlose Gesellschaft. Sagt den
Menschen, dass es eine Alternative gibt, für die es sich zu leben und
zu kämpfen lohnt!
Leistet Widerstand gegen die totale
Vernichtung der KPÖ als Basis für eine klassenkämpferische Politik.
Ignoriert die Beschlüsse, die sie in Linz fassen lassen werden,
ignoriert diese Führung, kämpft für einen Entscheid über die Zukunft
der Partei, an dem alle Mitglieder teilhaben, erkämpft den
Mitgliederparteitag.
Widerstand statt Austritt!
Sammelt Euch in der Kommunistischen
Initiative!
Kommunistische Initiative zur Erneuerung der
KPÖ, Anfang Dezember 2004
kommunistische.initiative@gmx.at |