|
Landtagswahlen
am 19. März 2006 oder
Ist
der Großen Koalition ist das Vertrauen ausgesprochen worden?
Von
Günter Ackermann/29. März 2006
Folgt
man den Propagandisten der bürgerlichen Medien, dann hat die Merkel/Münterfering-Regierung
am vergangenen Sonntag bei den Landtagswahlen das Vertrauen
ausgesprochen worden. Die Berliner Regierung fühlt sich damit
legitimiert, mit ihrem „Reformwerk“
anzufangen.
Als
erstes droht eine erneute Gesundheitsreform. Die letzte, die Schröder/Schmidtsche,
war bereits als die Jahrhundertreform den Leuten verkauft worden. Wie
schnell heutzutage doch ein Jahrhundert vergeht, es dauert nur ganze zwei
Jahre.
Was
da auf uns alle zukommt – oder was sie wieder gegen die Menschen in
diesem Lande machen werden – wird noch unter Verschluss gehalten, Aber
es wird nichts Gutes sein.
Wie
aber ist es mit der Legitimation durch den Wähler bei den
Landtagswahlen? Wir haben uns mal einige Ergebnisse der Landtagswahlen
in Sachsen-Anhalt angesehen.
(siehe
Tabelle unten)
|
Landtagswahl
2002 |
Stimmen |
Verlust |
|
Wahlberechtigte
2002 |
2.109.428 |
|
|
CDU |
433.521 |
|
|
SPD |
231.732 |
|
|
Koalition
gesamt |
665.253 |
|
|
|
|
|
|
Landtagswahl
2006 |
|
|
|
Wahlberechtigte
2006 |
2.078.671 |
|
|
CDU |
326.712 |
-106.809 |
|
SPD |
192
754 |
-38.978 |
|
Koalitiongesamt |
519.466 |
|
|
Verlust
Berliner-Koalition: |
|
145.787 |
Die
Zahlen sind die Stimmen der jeweiligen Partei bei den Wahlen zum Landtag
2002 und 2006. Beide Parteien haben also hohe Stimmenverluste zu
verbuchen. Wo ist hier der „Wählerwille“ zur Legitimation für
Merkel und Müntefering? Ich sehe eher das Gegenteil.
Hinzu
kommt, dass in allen drei Ländern die Wahlbeteiligung extrem niedrig
war. In Sachsen-Anhalt verweigerten sich fast 56% und gingen nicht wählen,
in Rheinland-Pfalz über 45% und in Baden-Würtemberg über 47%.
Es
gibt Länder in Europa, das sind Wahlen mit eine Wahlbeteiligung unter
50% ungültig und müssen wiederholt werden.
Die
Stimmenverluste der Großen Koalitionäre gibt es nicht minder in den
beiden westlichen Ländern.
In
Baden-Würtemberg verloren:
| CDU: |
-281.025 |
| SPD |
-512263 |
| Gesamtverlust: |
-793.288 |
In
Rheinland-Pfalz, also da, wo die SPD sich über die absolute Mehrheit
freut, verloren:
|
CDU |
-72.774 |
|
SPD |
-21.394 |
|
Gesamtverlust: |
-
94,168 |
Die
absolute Mehrheit hat die SPD nur der niedrigen Wahlbeteiligung zu
verdanken.
Man
bedenke: Da spielt sich eine Regierung auf, mit der Behauptung, die
Landtagswahlergebnisse hätten sie in ihrer Politik bestätigt. Sieht
man aber genauer hin, dann haben in den drei Bundesländern ca. 75%
aller wahlberechtigten Bürger dieser Regierung und deren Politik die
Stimme – und damit die Zustimmung – verweigert. Ein wahrhaft
grandioses Ergebnis für diese Regierung.
Aber
auch die LinksparteiPDS dürfte nicht glücklich sein. Zwar wurde
sie im Sachsen-Anhalt zweitstärkste Partei, nichtsdestotrotz verlor sie
Stimmen:
|
|
Stimmen |
Verlust |
|
Wahlberechtigte
2002: |
2
109 428 |
|
|
PDS |
236
484 |
|
|
Wahlberechtigte
2006 |
2
078 671 |
|
|
LinksparteiPDS |
217
285 |
-19.199 |
Die
Menschen in Sachsen-Anhalt beginnen also, das Spiel der PDS, sich als
Alternative zu den bürgerlichen Parteien aufzuspielen, in Wirklichkeit
aber eine Scheinalternative zu sein, zu durchschauen und verweigern ihr
die Zustimmung.
Eine
wirkliche Alternative, nämlich eine wirkliche Kommunistische Partei,
hatten sie nicht. Zwar trat die MLPD und ein Bündnis aus DKP und KPD
(Ost) bei der Wahl an.
Die
MLPD errang 0,4% oder 4.051 Stimmen landesweit. Bei der Stimmungslage in
Deutschland und v.a. im Osten und beim konzentrierten Einsatz und
Unterstützung ihrer westlichen Organisationsteile, ein eher spärliches
Ergebnis, kein Kunststück.
DKP
und KPD (Ost) schnitten noch schlechter ab. Mal eben 0,1% oder ganze 964
Stimmen bekam dieses Bündnis. Kein Wunder, denn die DKP-Führung und
die, die heute noch bei der KPD (Ost) verblieben sind ,
fühlen sich im Arsch von Gysi, Lafontaine und Bisky am wohlsten.
Diese
Wahlen zeigen:
Die
Mehrheit des Volkes will diese Politik nicht. Sie misstrauen den alten bürgerlichen
Parteien und beginnen, am vorgespielten Charakter der PDS zu zweifeln.
Ohne wirkliche Alternative, denn dieser pseudoreligiöse Sekte MLPD mit
ihren Predigern und Priestern, v.a. ihrem Papst Stefan Engel, und dem
verstaubten und verknöchertem Verein KPD (Ost) und der DKP-Führung um
Stehr, sind erkennbar keine Alternative, sieht in Sachsen-Anhalt die
Mehrheit der Wähler, in den anderen beiden Länder etwas weniger als
die Mehrheit, nur die eine Alternative: sich zu verweigern.
Das
sollte für uns Kommunisten eigentlich ein Ansporn sein, die wirkliche
Alternative aufzubauen.
|