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aus: Unerwünschte Zeugin Milosevic in Den Haag: Worüber die Bürgermedien schweigen Rüdiger Göbel Keine zwei Wochen nach Beginn läuft der »Jahrhundertprozeß« in Den Haag, das Verfahren gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, medial unter ferner liefen. Tag um Tag lassen die Ankläger des UN-Tribunals albanische Zeugen auftreten. Einem Schmierentheater gleich sollen sie die Schlechtigkeit des Angeklagten belegen. Wo die Fakten fehlen, braucht es Emotionen. Gerührt wird, wie im Januar 1999 mit den Toten von Racak, an der Betroffenheit. Im Spiegel äußerte sich der serbische Premier, Zoran Djindjic, bis zur Milosevic-Auslieferung everybodys darling im Westen, entsetzt über den »Zirkus« in Den Haag: »Ich bin sprachlos, wieviel Geld verpulvert wurde, damit dieses Gericht nach fünf Jahren mit solch belanglosen Zeugen aufwartet.« Nun hat sich eine Zeugin zu Wort gemeldet, die dem Haager Tribunal zu einem der zentralen Anklagepunkte qualifiziert Rede und Antwort stehen könnte. Doch die Untersuchungsrichterin des Bezirksgerichts in Pristina, Danica Marinkovic, will niemand hören. »Gegenüber den Ermittlern habe ich meine ursprüngliche Aussage wiederholt, daß es in Racak kein Massaker an Zivilisten gegeben hat und daß es sich bei den Toten um UCK-Kämpfer handelte. Ich hatte aber den Eindruck, daß ihnen die Wahrheit nicht gepaßt hat und sie mich deswegen bis heute nicht als Zeugen vorgeladen haben«, erklärte Marinkovic in Belgrad. Sie war Mitte Januar 1999 nach den Kämpfen zwischen der UCK und serbischen Sicherheitskräften als eine der ersten vor Ort in Racak. Auch die finnische Pathologin Helena Ranta, die als Leiterin eines internationalen Expertenteams 1999 die Leichen untersucht hatte, weigert sich bis heute, im Fall von Racak von einem Massaker zu sprechen. In Den Haag, wo Rantas Ergebnisse vorliegen, gibt man sich faktenresistent. In Case No. IT-99-37-PT wird Milosevic weiter beschuldigt, für die »Ermordung« von »etwa 45 unbewaffneten Kosovo-Albanern« in Racak verantwortlich zu sein. Es wird sich auch hier ein betroffener Angehöriger finden, der die NATO-Sicht der Dinge belegt. Den Artikel finden Sie unter: (c) Junge Welt 2002 |
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