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Krimineller Neo-Nazi beschmutzt Kommunisten-online

Von Günter Ackermann / 8. September 2005

Krimineller Neo-Nazi beschmutzt Kommunisten-online

Von Günter Ackermann / 8. September 2005

An seinen Händen klebt das Blut von zwei Menschen.

Neo-Nazi Detlef Nolde alias

Detlef Cholewa

Detlef Nolde alias Cholewa heißt das Subjekt. Gemeinsam mit einem Kumpan löschte er zwei Menschenleben aus – mit dem Messer erstochen. Er wäre wegen Mordes angeklagt und womöglich verurteilt worden, aber Staatsanwalt und Richter waren über Gebühr gnädig.

Er sei – meinte das Gericht – besoffen gewesen. In einem Pressebericht heißt es dazu: Dieser Version (dass Nolde besoffen gewesen sei, G.A.) stehen allerdings die Aussagen mehrerer Polizeibeamter entgegen, die übereinstimmend erklärten, daß beide Angeklagte nach ihrer Festnahme klar sprechen und sicher laufen konnten.“

Warum keine gerichtsverwertbare Blutprobe genommen wurde, wie bei jedem Kraftfahrer, der unter Alkoholverdacht steht, bleibt im Nebel.

Das Gericht stimmte jedenfalls dem Antrag des Staatsanwalts auf Todschlags zu. Nolde wurde nicht wegen seiner direkten Tatbeteiligung verurteilt, sondern  wegen „gefährlicher Körperverletzung“. Er bekam zwei Jahre und sechs Monate  Knast. Der Staatsanwalt hatte Nolde schon vorher Haftverschonung gegeben, obwohl er noch zwei offene Bewährungsstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung auf dem Kerbholz hatte.  

Die Gründe für die auffällige Milde deutscher Staatsanwälte und Gerichte bei Nazi-Straftätern? Ich kann es nur vermuten.

Von der FAP über NPD, Anti-Antifa zur „Nationalen Antifa“ –

Vom Killer zum Agent provocateur

Nolde ist der idealtypische Agent provocateur. Von der inzwischen  verbotenen FAP über die vom Verfassungsschutz unterwanderte NPD (er war  im Ostteil Berlins NPD-Vorsitzender), ging seine Karriere weiter zur „Anti-Antifa“. Immer markiert durch Gewalt gegen Menschen. So drückte er brennende Zigaretten auf seinen Opfern aus oder er urinierte auf die niedergeschlagenen Opfer. 

Beim oben aufgeführtem Mord wies er alle Schuld von sich und belastete seinen Kumpan. Der Kumpan bekam 14 Jahre Knast, Nolde dagegen ging praktisch straffrei aus – bedenkt man die Schwere des Delikts. Gab es geheime amtliche Helfer?

Die TAZ schreibt am 19. April 1997 zu Nolde: Nolde, ehemals Schulungsleiter der inzwischen verbotenen ‚Freiheitlichen Arbeiterpartei’ (FAP) und führender rechtsextremer Kader in Berlin, gehört zum Umfeld von Kai Diesner. Diesner, Mitglied des ,Weißen Arischen Widerstands` (WAW), ist wegen des Mordes an einem Polizisten in Schleswig-Holstein im vergangenen Februar angeklagt. Zuvor hatte er einen der PDS nahestehenden Buchhändler durch Schüsse aus einer Schrotflinte schwer verletzt. Cholewa (der frühere Name von Nolde, G.A.)  wurde gemeinsam mit Diesner im August 1994 im Haus des ehemaligen Berliner Neonaziführers Arnulf Priem verhaftet und wegen Bildung eines ‚bewaffneten Haufens` angeklagt. Schillock (der mitangeklagte Kumpan Noldes, G.A.) war nach Informationen des Antifaschistischen Infoblattes Berlin ebenfalls bei der FAP und hält Kontakte zu dänischen Neonazis“  

Mit diesem Subjekt und seinen politischen Kumpanen, verbindet uns nichts - rein gar nichts!

Neuer Kampfauftrag des Verfassungsschutzes für Nolde?

Dieses Früchtchen erdreistet sich an mich in einem „Offenen Brief“ u.a. zu schreiben:

„Nicht verstehen würdest Du, warum wir die drängende Überfremdungspoblematik nicht „konsequent behandeln“ in dem Sinne, daß wir die „Ausweisung aller Ausländer“ befürworten, sondern lediglich alle nicht-integrierbaren abzuschieben gedenken. Du sprachst Dich dafür aus, ein „ausländerfreies Deutschland“ anzustreben, wobei Dein Ärger insbesondere den Türken galt. Ich verstehe den Unmut, den Du mit vielen Deutschen teilst. Aber wir müssen als Internationalisten wachsam sein, deshalb sollten wir uns vor Pauschalisierungen hüten und und ganz klar gegenüber der rassistischen, ausländerpolitischen Programmatik der Faschisten abgrenzen, Genosse Ackermann.“

Davon ist kein Wort wahr. Hier versucht ein kriminelles Subjekt aus der Nazi-Szene einen Kommunisten mit seinem braunen Dreck zu bewerfen. Wer gab ihm den Auftrag?

Richtig ist nur, dass ich feststellte, dass von einer Internet-Seite, die mir dubios erschien, Zugriffe auf K-online erfolgten. Ich stellte fest, dass es sich um die Homepage einer „Nationalen Antifa“ handelte. Diese hatte unter „deutsche Kommunisten“ einen Link zu K-online gelegt. Ich war empört und rief unter der angegebenen Telefonnummer an und verlangte, dass der Link gelöscht werde. Das war alles.

Nolde alias Cholewa hat sich das aus den Fingern gesogen.

Verunglimpfungskampagne

Ich betrachte das als einen Teil einer Verunglimpfungskampagne, die derzeit gegen Kommunisten-online läuft. K-online ist ein sehr erfolgreiches Projekt und wird in weiten Teilen der kommunistischen Linken im deutschsprachigen Raum geschätzt, auf jedem Fall aber beachtet.

Direkte Diffamierungen, wie z.B. durch die Antideutschen, fruchteten nicht. Was liegt dann näher, wenn sich ein faschistischer Agent provocateur als angeblicher Freund ausgibt um K-online so in den Schmutz zu ziehen?

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Kampagne der MLPD gegen mich und K-online. Ich unterstelle ihr nicht, dass sie mit dem Nolde gemeinsame Sache macht. Aber festzustellen sei, dass, indem wir an Ansehen verlieren, die MLPD uns umso leichter als Kritiker ausschalten kann.

Interessant ist auch, dass die diversen MLPD-Schmähschriften gegen uns, auf verschiedenen Internet-Foren auftauchten, auf denen gestern auch dieser Nolde alias Cholewa seinen Schmutzbrief brachte.

Zumindest, was Kommunisten-online betrifft, scheint es hier gemeinsame Interessen zu geben. Neo-Nazi Nolde schreibt in seinem Forum:  

„Auch an der Schmutzkampagne gegen die MLPD beteiligt sich Günter Ackermann. Mittlerweile wurde er gerichtlich gestoppt.“

Freut es Euch, Genossen der MLPD, das Lob aus der Ecke?

Ausstieg aus Neonaziszene war ein Fake

Berliner Rechtsextremist outete sich erneut als Anti-Antifa-Aktivist

Quelle: jungeWelt vom 15.02.2005

Von Torben Wellf

Der Neonazi Detlef Nolde, ehemals Cholewa, outete kürzlich seinen angeblichen Ausstieg aus der rechtsextremen Szene als Anti-Antifa-Aktion. Der gebürtige Berliner ist nach eigenem Bekunden seit Ende der 80er Jahre Nationalsozialist. Nach seiner Übersiedlung nach Westberlin 1989 beteiligte er sich aktiv am Aufbau der NPD-Jugend »Junge Nationaldemokraten« (JN) und deren »Mitteldeutschen Nationaldemokraten« (MND), dem ostdeutschen NPD-Ableger in der letzten Phase der DDR. 1990 war Nolde Bundestagskandidat und Kreisvorsitzender Berlin-Ost der NPD. Nach seinem Austritt aus der NPD erfolgten 1991/92 die Gründung der »Kameradschaft Johannisthal« und der Eintritt in die »Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene« (HNG). Von 1993 bis zum Verbot war Nolde Schulungsverantwortlicher und Kreisvorsitzender der »Freiheitlichen Arbeiterpartei« (FAP), danach gründete er die erste Berliner »Kameradschaft Treptow«.

Der Schwerpunkt seiner Aktivitäten lag auf der Anti-Antifa-Arbeit, die er berlinweit bis 1997 leitete. In diesem Jahr will Nolde, so sagte er später aus, erste Zweifel an der braunen Ideologie bekommen haben. Diese »Zweifel« kamen passend, denn im April 1997 wurde Nolde inhaftiert. Der Hintergrund: Bei einer Autofahrt wurden zwei Neonazis von einem »Kameraden« erstochen. Bis heute beharrt Nolde darauf, an diesem Gewaltverbrechen schuldlos gewesen zu sein und die späteren Opfer im Auto nur versehentlich mit Tränengas wehr- und hilflos gemacht zu haben. Ende 1999 wurde Nolde aus der Haft entlassen und verkündete seinen vermeintlichen »Ausstieg« aus der Neonaziszene. Trotz zahlreicher Ausstiegsbeteuerungen und einem zeitweiligen Engagement beim nicht unumstrittenen virtuellen Aussteigerprojekt »nazis.de« verbreitete er in Internetforen weiterhin antisemitische Theorien, geschichtsrevisionistische Thesen und braune Esoterik. Der Informationsdienst gegen Rechtsextremismus dokumentierte Noldes anhaltende rechtsextreme Propaganda. Und Mitarbeiter der privaten Aussteigerinitiative »Exit Deutschland« warnten eindringlich vor Nolde, ebenso der Fernsehjournalist Rainer Fromm.

Nun beendete Nolde den Mummenschanz. Ende Januar postete er in einem Internetforum seine »Abschlußerklärung«, in der er seine Tätigkeit bei nazis.de als erfolgreich beendet beschreibt. Nolde ging es aber nicht nur darum, »Einblicke zu gewinnen«, sondern auch darum, aussteigewillige Jugendliche vom Verlassen der rechtsextremen Szene abzuhalten, denn er schreibt weiter: » … Ich hatte Prioritäten zu setzen, und bestimmte zweifelnde Kameraden, die mit Ausstiegsgedanken spielten, wendeten sich an mich. Und sie hängen nun heuer nicht am Gängelband von nazis.de, sondern konnten sich wieder fangen und sich dort positionieren im nationalen Spektrum, wo sie – oft besser – hineinpaßten. Die nötigen Kontakte hatte ich ja.«

Nun wird gemutmaßt, daß Nolde zwar nie inhaltlich, wohl aber organisatorisch »ausgestiegen« war und jetzt – angesichts der Erfolge der Neofaschisten bei Wahlen – wieder in den »Schoß der Kameraden« zurückkehren möchte. Da stört dann natürlich nicht nur die Sache mit seiner Rolle beim gewaltsamen Tod zweier »Kameraden«, sondern auch seine gespielte »Aussteigershow«. Eine nachträgliche Umdeutung als besonders gewiefte Anti-Antifa-Aktion ist daher genauso möglich wie die Richtigkeit seiner Erklärung.

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