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NRW
hat gewählt I:
Rosa
Cholera wird durch schwarze Pest ersetzt
von
Günter Ackermann
Der
neue Ministerpräsident von NRW wird Rüttgers heißen und der CDU angehören.
Er steht damit in der Tradition der klerikal-reaktionären Landesfürsten
aus NRW Karl Arnold und Franz Meyers. Der letzte Ministerpräsident von
NRW aus der CDU wurde .am 8. Dezember 1966 abgewählt.
Auch
Rüttgers ist klerikal angehaucht, aber natürlich stilisierte er das
Katholische nicht so hoch. Das kommt – trotz Schausterben des Bischofs
von Rom und das ebenso als Show inszenierte Wählen des Nachfolgers –
heute nicht mehr sonderlich an. Daher machte er Versprechungen in alle
Richtungen. Glaubt man dem, so brechen für NRW goldene Zeiten an und
Arbeitslosigkeit ist ein Phänomen aus der Hölle der SPD..
Im
Wahlkampf für die Landtagswahl 2000 hetzte Rüttgers mit dem Slogan
"Kinder statt Inder" gegen Ausländer und bekam dafür heftige
Kritik. Denn die Industrie brauchte diese "Inder", als billige
Spezialisten, denn sonst hätte sie die Fachkräfte teuer selbst
ausbilden müssen.
Mit
diesen leeren Versprechungen und wegen der zu offensichtlichen Politik
des Sozialkahlschlags durch die SPD-Grüne
Bundesregierung, liefen die Wähler in Scharen zur CDU über.
Protestierten viele potentiellen SPD-Wähler gegen die Politik der
Partei indem sie nicht wählen gingen, stieg diesmal die Wahlbeteiligung
sogar noch an.
Die
CDU bekam 44,8% der Stimmen und gewann damit 7,9 % hinzu, die FDP 6,2 %. Zwar
verlor die FDP gegenüber den letzten Landtagswahlen (9,8 %) stolze
3,7 %, was die Wirtschaftsliberalen aber nicht anficht. Sie werden das
wahr zumachen versuchen, was sie in ihrem Wahlslogan versprachen: „Wir
werden den Wechsel sichern“ und meinen damit aber das Wertpapier
Wechsel, aber auch Aktie und die anderes schönen Dinge in Kapitalistenköpfen
und -konten.
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Der
Wechsel, den die FDP tatsächlich sichern will -
und
die Aktie - im Dienste ihrer Klinetel |
Die
SPD bekam 37,1
und verlor 5,7 % und die Grünen 6,2
%
(Verlust 0,9 %.) Damit haben CDU und FDP die Mehrheit im Landtag.
Die
Folgen:
Zunächst mal keine
CDU/FDP waren nie eine Opposition gegen die Sozialkahlschlagspläne Schröders
gewesen. Aber es ging ihnen nicht schnell und umfassend genug. Es ging und geht ganz einfach darum, dass das Kapital sich der
von der Arbeiterklasse erkämpften sozialen Rechte entledigen will. In
einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit und eines schier unerschöpflichen
Reservoir von z.T. hochqualifizierter, aber billigen Arbeitskräfte
im Osten der EU und außerhalb dieser, ist das Kapital nicht mehr
gewillt, diese Leistungen zu gewähren. Es geht dem Kapital darum, die
effektiven Löhne ebenso zu kürzen, wie die Lohnkosten allgemein
(Stichwort Lohnnebenkosten). Und das ohne Gegenwehr der Geschädigten.
Diese
Maßnahmen konnten nur von einer SPD-Regierung eingeleitet werden. Ihr
traute man nichts Böses zu. Sie wurde 1998 als Alternative zur
Kohl-Regierung und deren unsozialer Politik gewählt. Die guten
Beziehungen der SPD zu den Gewerkschaften zahlten sich für das Kapital
gut aus.
Lohnabbau
findet inzwischen auf breiter Front statt. Die Zerstörung der sozialen Sicherungssysteme unter Schröder haben nur die ersten Begehrlichkeiten
des Kapitals erfüllt. Jetzt muss es weiter gehen und genau hier ist die
Kraft der SPD erschöpft. Sie hat mit ihrer Politik Türen aufgestoßen,
jetzt kommt es darauf an, die von der SPD und den
Gewerkschaftsführungen
entwaffnete Arbeiterklasse dem offenen Angriff des Kapitals auszusetzen.
Wir weit das nach Vorstellungen des Großkapitals zu gehen hat, gab kürzlich
der Chefvolkswirt drt Deutschen Bank, Norbert Walter, von sich,
der meinte, osteuropäische Löhne seien genug. Natürlich meinte er
damit nicht sein Gehalt.
Das
ist nur mit Brachialgewalt durchsetzbar. Dies aber kann die SPD nicht
mehr leisten, da liefen ihr die letzten Mitglieder davon und sie fiele
als Paktiererpartei für viele Jahre aus..
Die
SPD, hat ihren Kredit verspielt, sie kann das Kapital nicht brauchen.
Aber zerstören will man sie nicht, denn sie wird noch vom Kapital
gebraucht.
Die
Folgen:
Neuwahlen: Sozialkahlschlag mit
Brachialgewalt durch die CDU/FDP
Die
SPD, soll sie ihre Funktion als Paktiererpartei mit dem Kapital überhaupt
noch erfüllen können, muss sich scheinlinks positionieren können. Müntefering
hat das mit seiner angeblichen Kapitalismuskritik als Regierungspartei
versucht. Die Wahlen in NRW haben es gezeigt, dass die Menschen im Land
das nicht dem SPD-Chef abnahmen.
Um
glaubwürdiger zu werden, muss die SPD in die Opposition und von hier
aus sich als die soziale Partei zu verkaufen.
Eine
Kanzlerin Merkel hat, wenn sie weiter am Abbau sozialer Rechte bastelt,
wenn die Belegschaftsrechte abgebaut werden, das Tarifrecht ausgehöhlt
wird usw. kaum mit Widerspruch in den eigenen Reihen zu rechnen. Im
Gegenteil. Die Klientel der CDU/CSU und der FDP erwarten genau diese Maßnahmen.
Nicht
etwa, dass in der SPD solche Maßnahmen von den Spitzenpolitikern nicht
gewollt sind. Der NRW-Landeschef der SPD Schartau – einst hoher
IG-Metall-Funktionär – hält Tarifverträge nur noch für dummes
Zeug. Das aber lässt sich innerhalb der SPD nicht so einfach durchsetzen. Man
muss die Anhänger in scheinbare Protestbewegungen versetzen, bei denen
sich die SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit präsentieren kann.
Diese Aktionen laufen dann zwar ins Leere, denn es wird keine kämpferische
Mobilisierung geben, die sogar in Streikaktionen mündet, sondern man
wird wieder auf die demnächst anstehenden Wahlen verweisen. Das ganze
Verwirrspiel beginnt dann von vorn.
Konzernherren werden immer
dreister: Deutsche Bank Chefvolkswirt Norbert Walter meint: Löhne
wie in Osteuropa sind genug, von Günter Ackermann siehe
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