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Wichtige Rubriken und Beiträge Der Krieg der herrschenden Klasse gegen das Volk Kampf den ideologischen Diversanten Für den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands Gegen den imperialistischen Krieg Wider
den Block der zur
Geschichte |
Alternativreferat
von Manfred Eber am 32. Parteitag der KPÖ, 14./15. Juni 2003 "Eine
bessere Partei ist möglich!" Liebe
Genossinnen und Genossen! Bereits
am 31. Parteitag im Dezember 2000 habe ich ein alternatives Referat zu jenem von
Walter Baier gehalten. Hauptgrund dafür war, dass eine Minderheit des
Bundesvorstands, aber – wie sich herausstellte – eine Mehrheit des
Parteitages mit der Vorgangsweise und den Inhalten des damals vorgelegten
Entwurfs für ein politisch-programmatisches Dokument nicht einverstanden war.
Ähnliches gilt auch heute. Ich stehe hier, nicht um mit einem zusätzlichen
Referat den Parteitag in die Länge zu ziehen, sondern um Positionen zu
vertreten, die mehrheitsfähig in der Partei, aber nicht im Bundesvorstand, sind
und sich von jenen unterscheiden. Wir
blicken heute auf zweieinhalb Jahre Arbeit unserer Partei unter schwierigen Umständen
zurück. KommunistInnen müssen sich tagtäglich schwierigen Herausforderungen
stellen, im Betrieb, am Arbeitsplatz, in den Gemeinden, in ihrem persönlichen
Umfeld. Die
Frage Krieg und Frieden war eine der zentralen Herausforderungen in der letzten
Zeit. Kommunistinnen
und Kommunisten haben sich an Aktionen, Kundgebungen, Demonstrationen gegen die
Kriege der USA und ihrer Verbündeten gegen Afghanistan und gegen den Irak
beteiligt. Wir haben dabei den
imperialistischen Charakter dieser Kriege aufgezeigt, wir haben beigetragen, die
Lüge vom sogenannten „Krieg gegen den Terrorismus“ bloßzustellen. Es ging
den USA und ihren „Willigen“ nicht um Demokratie und Menschenrechte oder um
das Aufspüren von Massenvernichtungswaffen. Es ging ihnen um Öl und Macht, um
die Neuaufteilung der Welt. Der Krieg gegen den Irak war somit auch ein Schuss
vor den Bug des EUropäischen Kapitals, das seine eigenen Interessen in dieser
Region durchsetzen wollte. Mit anderen Worten: die Widersprüche zwischen den
imperialistischen Zentren verschärfen sich und niemand kann ausschließen, dass
diese Widersprüche nicht schon bald in neue, unvorstellbar größere Kriege münden. Wir
waren und sind aktiv in Antikriegs- und Friedensbewegungen, in der sogenannten
„Antiglobalisierungsbewegung“, bei der Gründung des ASF, des österreichischen
Sozialforums, wir arbeiten bei der Umsetzung des Friedensvolksbegehrens mit, das
sich für eine aktive Neutralitätspolitik ausspricht und gegen eine
NATO-Anbindung und gegen jegliche Beteiligung an einer EU-Armee wendet. Wir
Kommunistinnen und Kommunisten waren und sind gemeinsam mit dem
Gewerkschaftlichen Linksblock an vorderster Linie bei den Protestaktionen gegen
Sozialabbau und Pensionsraub beteiligt. Die sogenannte
„Pensionssicherungsreform“ ist keine Reform. Eine Reform ist „planmäßiges
Umgestalten, um Verbesserungen zu erreichen“. Bei den beschlossenen Maßnahmen
gibt es aber ausschließlich Verschlechterungen. Und gesichert werden nicht die
Pensionen, weder die bestehenden noch die zukünftigen, gesichert werden
lediglich die Profite für das große Kapital, für Banken und Versicherungen,
die die private Pensionsvorsorge für alle durchsetzen wollen. Oder besser
gesagt: für alle, die es sich leisten können. Kommunistinnen
und Kommunisten haben sich in ihren Ländern und Gemeinden, in ihren Betrieben
der Wahl gestellt. Am herausragendsten bleibt sicherlich das Grazer Ergebnis –
20,8 Prozent für die KPÖ mit Stadtrat Ernst Kaltenegger. Aber auch die
Ergebnisse in Klagenfurt und Villach waren sehr erfreulich, auch wenn kein
Mandat erreicht werden konnte. In Krems konnte Genosse Franz Kral sogar den
Wiedereinzug in den Gemeinderat erreichen. In
so manchen Betrieben und Dienststellen kandidierten engagierte KommunistInnen
als Betriebsräte oder PersonalvertreterInnen, oft erfolgreich. Auch ihre
Arbeit, ihr Einsatz für die Kolleginnen und Kollegen wurde mit Mandataten
belohnt. Hervorheben möchte ich nur das sensationelle Ergebnis von Robert Hobek,
der an seiner Dienststelle mit über 70 Prozent der Stimmen einen
eindrucksvollen Sieg über die FSG erringen konnte. Und
erfreulich waren auch die Ergebnisse der Wahlen an den Universitäten und
Hochschulen, wo der KSV auf hohem Niveau leichte Gewinne erreichte und in der ÖH-Bundesvertretung
weiterhin mit 2 Mandaten vertreten ist. Als Tiroler freut mich besonders das
Ergebnis des Innsbrucker KSV, der an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät mit
über 20 Prozent ein zweites Mandat dazugewinnen konnte. Liebe
Genossinnen und Genossen, wenn
es Kommunistinnen und Kommunisten vor Ort gelingt, mit ihrer Politik, mit ihrem
persönlichen Einsatz erfolgreich zu sein, warum diskutieren wir dann nicht darüber,
wie wir deren Arbeit besser unterstützen können, sondern über Kandidaturen
und Gegenkandidaturen zum Bundesvorstand und für verschiedene zentrale
Funktionen? Ich
meine, der Parteitag muss eine kritische Bewertung der Tätigkeit des
Bundesvorstands vornehmen, Veränderungen, Verbesserungen vornehmen, um gestärkt
und gerüstet für die Herausforderungen zu sein, denen wir uns tagtäglich
gegenüber sehen. Dazu gehört auch eine personelle Erneuerung an der Spitze
unserer Partei. Ich
möchte nur einige Beispiele für Neuerungen und Verbesserungen anführen. Der
30. Parteitag hat einen Grundsatzbeschluss zur Neufassung eines marxistischen
Parteiprogramms gefasst. Dieser Beschluss unseres höchsten Gremiums der Partei
gab den Weg in groben Umrissen bereits vor, wie wir zu diesem Programm kommen
sollten, welche Fragen unbedingt beantwortet werden müssen, welchen
Aufgabenstellungen ein marxistisches Programm gerecht werden muss. Der für
Programmfragen Hauptverantwortliche in unserer Partei, Walter Baier, hat diese
Vorgaben systematisch ignoriert. Damit konnte
weder am 31. noch am 1. Teil des 32. Parteitags ein deutlicher Schritt in
Richtung eines neuen Programms gemacht werden. Allerdings haben wir vor 7
Wochen, am 1. Teil des 32. Parteitages - eine Struktur und einen Zeitplan für
die Neuerstellung des Programms beschlossen. Ich halte das für richtig und für
verbindlich für den neu zu wählenden Bundesvorstand. Walter
Baier hat in seinem Referat vom Kompromiss gesprochen, der gefunden wurde mit
der Annahme des Papiers von Manfred Groß und dem steirischen Aktionsprogramm.
Beide Papiere wurden als politische Dokumente, nicht als programmatische
angenommen. Ich möchte aber daran erinnern, dass der Antrag des steirischen
Landessekretariats mit großer Mehrheit angenommen worden ist, der vorsieht,
dass innerhalb von eineinhalb Jahren ein Entwurf für ein Parteiprogramm
vorgelegt werden soll. Führende GenossInnen unserer Partei, z. B. Waltraud
Stiefsohn und Walter Baier, sind dagegen aufgetreten und haben dagegengestimmt.
Ich frage mich, ob sie an der Umsetzung dieses Parteitagsbeschlusses mitarbeiten
können und wollen. In
der Medienarbeit und Medienpolitik unserer Partei bedarf es einer
Umorientierung. Was verstehe ich darunter? Die
Arbeit mit den bürgerlichen Medien ist ein wichtiger Faktor. Wir dürfen uns
nicht zurückziehen, sondern müssen offensiv unsere Standpunkte vertreten und
auch – bei allen Schwierigkeiten – versuchen, in bürgerlichen Zeitungen, im
ORF, in Privatradios etc. „unterzukommen“. Das ist mühsam und bedarf
qualifizierter und permanenter Arbeit. Und selbstverständlich gibt es
unterschiedlichste Voraussetzungen dabei. In Städten und Gemeinden, wo wir mit
GemeinderätInnen oder gar Stadträten vertreten sind, wird dies wesentlich
einfacher sein als beispielsweise in einer Großstadt wie Wien. Wir
haben zur Zeit eine ganze Reihe von lokalen und Bezirkszeitungen unserer Partei,
die die jeweilige Öffentlichkeit über Standpunkte und Forderungen der KPÖ
informieren. Im schriftlichen Rechenschaftsbericht des Bundesvorstandes gibt es
dazu einen kleinen Überblick. Diese Zeitungen werden unter großem persönlichen
Aufwand der Genossinnen und Genossen und unter schwierigen finanziellen
Bedingungen herausgegeben. Sie sind unverzichtbarer Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit
unserer Partei, die Sicherung ihrer Existenz gehört mit zu den vordringlichsten
Aufgaben. Wir
haben seit nunmehr einigen Jahren einen ansprechenden internet-Auftritt; die
steigenden Zugriffszahlen auf die KPÖ-homepage verweisen m. E. einerseits auf
ein gestiegenes und weiter steigendes Interesse an linker, an kommunistischer
Politik, an der KPÖ überhaupt, andererseits auch auf die immer noch wachsende
Bedeutung dieses Mediums. Auch hier sind Verbesserungen möglich und notwendig,
beispielsweise was die Aktualität anbelangt, aber auch was die Möglichkeiten für
die internet-Benutzer anbelangt, direkter und schneller mit KommunistInnen in
Kontakt zu treten, zu kommunizieren, zu diskutieren etc. Und
schließlich gibt es noch die Volksstimme, die ja wohl allen hier im Saal
bekannt sein dürfte. Die Volksstimme ist die Zeitung der KPÖ, sie wird
herausgegeben von der KPÖ, sie wird finanziert von der KPÖ. Aber sie ist nicht
die Zeitung der Mitglieder der KPÖ, nicht die Zeitung der Parteiorganisationen.
Es
hat in den vergangenen Jahren vielfach Kritik an dieser Zeitung, an diesem
„Projekt“, wie die VS gerne auch genannt wird, gegeben. Unberechtigte,
zumeist aber wohl berechtigte Kritik: Anliegen
von Mitgliedern und Organisationen werden – bestenfalls - ignoriert, Angebote
zur Mitarbeit werden nicht angenommen, angebotene Artikel werden nicht einmal
ignoriert, Beispiele dafür könnte ich genügend nennen. Manche
GenossInnen meinen, „ja, aber in der VS finden sich ja doch auch gute und
interessante Artikel, die man sonst nirgends liest“. Ich meine, das ist
zuwenig für eine Zeitung, die beträchtliche finanzielle Mittel der KPÖ benötigt.
Mehrere Millionen Schilling erhält die VS aus dem Bundesbudget der KPÖ – wie
viel bekommen die Herausgeber unserer Orts- und Betriebszeitungen? Einen
Bruchteil! Die
VS muss umgebaut werden zu einer Zeitung, in der sich die Mitglieder unserer
Partei wieder finden können, die über die praktischen Erfahrungen und Tätigkeiten
unserer Parteiorganisationen, des Gewerkschaftlichen Linksblock, des
Kommunistischen Student.inn.enVerbandes, der Kommunistischen Jugend, von
Kinderland und Zentralverband der Pensionisten, berichtet. Dazu braucht es
sicher nicht mehr, sondern wahrscheinlich weniger Geld, dafür aber die
Mitarbeit der GenossInnen, v. a. aber die aktive Miteinbeziehung unserer
GenossInnen. Liebe
Genossinnen und Genossen, manche
werfen mir und anderen vor, unsere Kandidatur sei zu spät bekannt gegeben
worden, wir hätten unsere Kandidaturen bereits im Jänner
ankündigen sollen, ein oberösterreichischer Funktionär sprach von
einem „Putschszenario“, es gebe eine Achse Steiermark -
Wien-Ottakring, die die Partei unter ihren Einfluss bringen wolle, in einem
Brief an alle Mitglieder unserer Partei heißt es sogar: „Wir halten ein
Vorgehen hinter dem Rücken der Partei für undemokratisch, unproduktiv und auf
Manipulation des Parteitages angelegt.“ Unterzeichnet war dieser Brief vom
Bundesvorsitzenden Walter Baier, von der Wiener Vorsitzenden und
stellvertretenden Parteivorsitzenden Waltraud Stiefsohn und den
Landesvorsitzenden Leo Mikesch und Erich Stöckl. Tatsache
ist, gegen die Stimmen der steirischen, der Salzburger, der Tiroler und einiger
anderer GenossInnen im Bundesvorstand, wurde beschlossen, den Parteitag in zwei
Teilen durchzuführen. Ich habe die Worte des Parteivorsitzenden noch im Ohr, er
meinte damals sinngemäß, man müsse zuerst inhaltlich diskutieren und
programmatische Beschlüsse fassen, um dann zu sehen, wer überhaupt auf dieser
Grundlage arbeiten kann und will. Ich war und bin der Meinung, dass man
programmatische Fragen nicht von personellen trennen kann, dass man Standpunkte
nicht trennen kann von den Personen, die sie vertreten. Aber ich habe diesen
Beschluss zur Kenntnis genommen und habe mich daran gehalten, zunächst die
inhaltlich-programmatische Diskussion zu führen und erst im Anschluss die
personelle Diskussion zu eröffnen. Der
Bundesvorstand hat den 30. Mai als Stichtag festgelegt, als Tag, an dem
Kandidaturen für den Bundesvorstand spätestens bekannt gegeben werden sollen.
Und auch die zentralen Kandidaturen wurden erst nach dem 10. Mai bekannt
gegeben. Die Gegenkandidaturen, die heute vorliegen wurden am 28. Mai, also
fristgerecht eingebracht. Ich verstehe daher die ganze Aufregung nicht, ich weiß
nicht, wie und wo und wer manipuliert werden soll, wenn man sich an die Beschlüsse
des Bundesvorstands hält. Liebe
Genossinnen und Genossen, ich
habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich kandidiere für den Vorsitz
der KPÖ nicht aus Jux und Tollerei. Es hat viele gute Gründe gegeben, von
einer Kandidatur abzusehen, weil es ein tiefgehender Einschnitt in meine
Lebensplanung ist, weil ich selbstkritisch und realistisch genug bin, zu wissen,
dass diese Aufgabe nicht leicht zu bewältigen sein wird. Aber bestärkt wurde
ich letztlich auch durch die Zusagen der Genossin Kahr und des Genossen
Langmann, als Stellvertreter zu kandidieren und mich in meiner Arbeit zu unterstützen.
Ich kandidiere, um einen Beitrag zu leisten, der KPÖ neue Impulse zu verleihen
bei ihrem Weg der Erneuerung auf marxistischer Basis. Bereits
in den “Grundzügen einer Neuorientierung“ von 1994 heißt es: „Unserer
Meinung nach ist eine grundlegende Erneuerung der Arbeiterbewegung notwendig:
Sie wird sich auf neue zeitgemäße Weise der Aufforderung des Hainfelder
Programms, (….) stellen, „das Proletariat mit dem Bewusstsein seiner Lage zu
erfüllen, um es physisch und psychisch kampffähig zu machen“. Ich stehe
auf dem Boden dieser Grundzüge, was aber leider nicht auf alle VerfasserInnen
der programmatischen Thesen zutrifft, die dem 1. Teil des Parteitags vorgelegt
wurden. Das ist aus den Diskussionen im Vorfeld des Parteitages bekannt. Ich
stehe für einen neuen Stil in unserer Partei. Was wir brauchen ist nicht Gängelung
und das Ausrichten der Partei auf einen Mann an der Parteispitze, sondern wir
brauchen einen kollektiven Führungsstil. Mit Elke Kahr, Helmut Langmann und
Petra Stöckl, mit Werner Murgg, Selma Schacht, Rudi Reiter, Franz Parteder und
einigen anderen kandidieren GenossInnen wieder bzw. neu für den Bundesvorstand,
die bereit sind, größere Verantwortung für unsere Gesamtpartei zu übernehmen.
Wir brauchen die Meinungsvielfalt in unserer Partei und wir brauchen die
Mitarbeit, die Anregungen und die Kritik der Mitglieder unserer Partei, wenn wir
nicht zu einer Partei des Stillstands werden wollen. Der neu zu wählende
Bundesvorstand muss auf die Vorschläge von der Basis hören, er darf nicht
abgehoben reagieren. Ich
stehe für eine eigenständige, für eine kommunistische Partei, die nicht jedem
neuen Trend, neuen Modeerscheinungen hinterherrennt, sondern die sich aktiv und
zäh für die Interessen der Arbeiterklasse einsetzt. Ich meine, wir müssen und
wir können selbstbewusst an neue Herausforderungen herangehen, denn wir haben
unsere marxistische Weltanschauung als Richtschnur für unser Handeln. Und der
Marxismus ist für uns kein Glaubenssatz und er ist nicht beliebig, sondern nach
wie vor das wirkungsvollste Instrument, um den gegenwärtigen Kapitalismus, den
Imperialismus verstehen zu können. Und
ich stehe für innerparteiliche Demokratie, für sachliche, auch harte,
Auseinandersetzungen. Für mich bedeutet dies, unterschiedliche Meinungen müssen
ihren Platz in unserer Partei haben, auch Meinungen und Standpunkte, die mit
meinen nicht ident sind. Aber ohne Widerspruch gibt es eben keine Entwicklung.
Ohne produktiven Meinungsstreit gibt es keine Kommunistische Partei Österreichs,
die diesen Namen auch verdient. In
diesem Sinne fordere ich jene GenossInnen, die in ihre Funktionen und in den
neuen Bundesvorstand gewählt werden auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und
gemeinsam mit und für unsere Partei zu arbeiten, denn, wie es der steirische
Genosse Andreas Fuchs formuliert: „Eine bessere Partei ist möglich“. Ich
danke für Eure Aufmerksamkeit. Parteitagskommentar
für die Volksstimme von
Petra Stöckl Ich habe diesen Parteitag mit einer Spannung erwartet wie keinen zuvor in meiner neunjährigen KPÖ-Mitgliedschaft. Erstmals in der Geschichte der KPÖ gab es einen umfassenden Gegenvorschlag, und ich war eine der KandidatInnen, die Ende Mai von der Steirischen Landesversammlung als Alternative zur Parteiführung präsentiert wurden – zusammen mit Manfred Eber (so wie ich aus Tirol), Elke Kahr (Graz) und Helmut Langmann (Wien). Würde ich mich dem Parteitag vorstellen dürfen? Sollte es eine „Schmutzkübelkampagne“ gegen die AlternativkandidatInnen geben? Die parteiinterne und auch über die Volksstimme abgewickelte Diskussion vor dem Parteitag ließ nichts Gutes erwarten. Unsere Kandidaturen wurden de facto als ungehörig hingestellt, mit dem dauernden Verweis auf die zu knappe Bekanntgabe – zwar innerhalb der immerhin vom Bundesvorstand festgelegten Frist, aber: Hätte man nicht bitte schön im Jänner schon was sagen können? Nach dem Parteitag stelle ich fest: Die engere Parteiführung tat alles, um Manfred Eber als Parteivorsitzenden und mich zu verhindern, aber die Genossinnen und Genossen machten sich ihren eigenen Kopf. Ich wurde mit knapper Mehrheit zur Frauenvorsitzenden gewählt, Manfred Eber – der Mann aus der Peripherie - erzielte mit 47% der Stimmen mehr als nur einen Achtungserfolg! Wenn Walter Baier in der Volksstimme der letzten Woche mit lesbarer Genugtuung schreibt „Für die minutiös vorbereitete Abwahl der Parteispitze fanden deren Betreiber keine Mehrheit auf dem Parteitag letztes Wochenende“, so frage ich mich, woher nimmt der Genosse Baier diesen Mut zur Überheblichkeit? An zwei Parteitage hintereinander nur knapp als Parteivorsitzender bestätigt zu werden, ist wahrlich kein schönes Ergebnis. Schlecht für mich, dass mir Genosse Baier noch am Parteitag quasi das Misstrauen ausgesprochen hat. Sinngemäß: Die Möglichkeiten für die Frauenpolitik der Partei seien mit Petra Stöckl schlechtere geworden. Die Zusammenarbeit wird sich unter diesen Vorzeichen schwierig gestalten. Während Heidi Ambrosch, die abgewählte Frauenverantwortliche, an ihrer geleisteten Arbeit gemessen wurde, könnte es mir passieren, dass man mich gar nicht so arbeiten lässt, wie ich es mir vorstelle. Dennoch gehe ich daran, eine starke, bundesländerübergreifende Frauenstruktur in der KPÖ aufzubauen, und kollektive Arbeitsweisen einzuführen. Inhaltlich werde ich mich verstärkt der Situation der Frauen in der Arbeitswelt zuwenden. Vielleicht gibt es den beschlossenen Sonderparteitag bereits in einem halben Jahr. Vielleicht wird dann die Rechnung für Überheblichkeit und Ignoranz präsentiert. Die ewigen Warnungen vor dem „inneren Parteifeind“ und der Gefahr einer Spaltung ziehen ohnehin nicht mehr. Die Stempel, die von der engeren Parteiführung zur Brandmarkung der KritikerInnen verwendet wurden und werden (Dogmatiker der 70er Jahre, Stalinisten, Antifeministen, etc.), sind abgedroschen und ob ihrer Schlichtheit immer uninteressanter. Hingegen besteht wachsender Bedarf an einer kommunistischen Partei, die sich auf marxistischer Basis erneut, und den Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht wird. An einer Partei für das Leben eben. Anmerkung der Redaktion Kommunisten-online: Genossin Petra Stöckl ist Frauenvorsitzende der Kommunistischen Partei Österreichs und gehört zum marxistischen Flügel der KPÖ Neue
KPÖ-Frauenvorsitzende will verstärkt die Benachteiligung der Frauen in
der Arbeitswelt aufzeigen
Innsbruck (OTS) - Der 32. Parteitag der KPÖ wählte Dr. Petra Stöckl
zur neuen Frauenvorsitzenden der Partei. Stöckl konnte sich knapp gegen die bisherige Frauenverantwortliche, Heidemarie
Ambrosch, durchsetzen.
Die 33jährige Stöckl lebt in Innsbruck und arbeitet als wissenschaftliche
Angestellte in einem Institut der Akademie der Wissenschaften, wo sie sich mit Fragen der Altersforschung
befasst. Trotz ihrer jungen Jahre
kann sie auf einige politische Erfahrungen zurückblicken, war sie doch 1999 Spitzenkandidatin der KPÖ-Tirol
für die Nationalratswahlen.
Stöckl will in ihrer neuen Funktion verstärkt die Benachteiligung der
Frauen in der Arbeitswelt aufzeigen: "Frauen verdienen nach wie vor
über ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. Das liegt aber
nicht an schlechteren Arbeitsleistungen, sondern an der Schlechterstellung
von Frauen in der kapitalistischen Gesellschaft."
Mit der sogenannten Pensionsreform werden Frauen verstärkt in der Armutsfalle
landen. Stöckl abschließend: "Das Pensionssystem nimmt zu wenig
Rücksicht auf Frauen mit Kindern. Gerade in Westösterreich gibt es
zuwenig Kinderbetreuungseinrichtungen, Frauen müssen deshalb oft aus
dem Arbeitsleben ausscheiden und werden mit geringeren Pensionen bestraft."
Rückfragehinweis: Dr. Petra Stöckl
E-Mail: pstoe@chello.at Web: www.kpoe.at
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