|
Donnerstag,
29. Januar 2004
Her
Majesty`s loyal Opposition
von
Franz Stephan Parteder (Vorsitzender des Landesverbands Steuermark
(Österreich) der KPÖ) siehe
Der
Antrag an den PDS-Parteitag, mit dem der Beitritt zur Maastricht-vertragskonformen
EU-Linkspartei begründet wird, ähnelt dem veröffentlichten Aufruf. Er
klingt fortschrittlich, wenn man davon absieht, dass die Spezifik einer
Partei der ArbeiterInnenbewegung nicht einmal benannt wird.
Entscheidend
ist aber der folgende Satz im Antrag: Die EU-Partei soll "konkrete
Alternativen und Vorschläge für die notwendige Transformation der
gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft" entwickeln.
Damit ist klargestellt, dass die Europäische Linkspartei das Gegenteil
einer Kommunistischen Partei werden soll. Statt auf die Umwälzung der
Gesellschaft in Richtung Sozialismus setzt man auf Änderungen der gegenwärtigen
Gesellschaftsordnung, man geht nicht über reformistische Zielsetzungen
hinaus.
Dieses
Kerneuropa der Linken hat gesellschaftlich gesehen die Funktion der
Domestizierung der ArbeiterInnenbewegung und der neu entstandenen
Initiativen für eine andere Welt, die in der Bevölkerung massenhaften
Anhang gefunden haben; politisch gesehen soll hier eine Reserve der
Sozialdemokratie entstehen und insgesamt gesehen hat diese pro-europäische
Partei die Aufgabe, die EU bei den arbeitenden Menschen als etwas
Gegebenes und Unverrückbares hinzustellen.
Hier
entsteht die loyale Opposition ihrer Majestät, der Europäischen
Zentralbank.
Franz
Stephan Parteder ist Vorsitzender der Kommunistischen Partei Österreichs,
Landesverband Steiermark. In der steirischen Landeshauptstadt Graz errang
die KPÖ fast 22% der Stimmen bei den letzten Kommunalwahlen. Die
steirische KPÖ gehört zum marxistischen Flügel.
|