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Matinee
zum 120. Geburtstag Thälmanns
Anläßlich
des diesjährigen 120. Geburtstag Ernst Thälmann (16. April) fand am
26. März 2006 im Theater Karlshorst (Berlin) eine Matinee unter dem
Titel „Lob des Revolutionärs“ statt.
Musikalisch
stimmte der Ernst-Busch-Chor die Anwesenden auf die Veranstaltung ein.
Aus
dem szenischen Poem „Stolz auf 18 Stunden“von Helmut Baierl wurde
ein Ausschnitt durch den Schauspieler Hans-Peter Minetti,
vorgetragen. Es beschreibt die Gefühle der Mitkämpfer des
revolutionären Aufstandes in Deutschland von 1923. Hans-Peter Minetti
ist unter anderem bekannt durch seine Rolle in dem Thälmann-Filmen aus
der DDR.
Nach
dem „Einheitsfrontlied“ von Brecht&Eisler fand die offizielle
Begrüßung der Gäste durch den Sprecher des Freundeskreises
„Ernst-Thälmann-Gedenkstätte“ e.V. Ziegenhals, Heinz Schmidt und
dem Vizepräsident des Internationalen Buchenwaldkomitees, Günter
Pappenheim, statt. Überschattet wurden ihre Worte, und auch die ganze
Veranstaltung, durch die Schändung der Gedenkstätte Ziegenhals, bei
der die Thälmann-Büste gestohlen und der Sockel umgestoßen wurde.
Zwischen
weiteren Liedern des Chors wurde eine Neuinterpretation des
Heine-Gedicht „Deutschland. Ein Wintermärchen“ unter dem Titel
„Deutschland. Ein Kindermärchen“ vorgetragen. Sinngemäßes Zitat:
„Es war ein schöner Tag, doch ich sah den blauen Himmel nicht. [...]
Die Politiker lügen uns das Blaue vom Himmel herab.“
Nach
einer Pause trug die Gruppe „Liedschatz“ mehrere Lieder vor. Dr.
Seltsam hielt eine „Laudatio für Herrn „Grrr““ zur Verleihung
des Goldenen Maulkorbs. Herr Grrr., mit richtigen Namen Gröger und
Ministerialbeamter in Brandenburg, wollte es durch einen
Gerichtsbeschluss unterbinden, das in Zeitungen sein Name als Käufer
des Grundstückes in Ziegenhals genannt wird, auf dem sich die Gedenkstätte
befindet. Das dieser Verkauf unter obskuren Umständen stattfand, ist
bekannt. Herr Gröger scheiterte mit seinem Versuch, den vor allem
linken Medien einen Maulkorb zu verpassen. Wir werden auch weiter dafür
kämpfen, das er mit dem Plan, die Gedenkstätte zu vernichten,
scheitert. (Dafür gibt es am 9. April um 11 Uhr eine Demonstration in
Ziegenhals vor dem Grundstück der Gedenkstätte, welches nicht betreten
werden darf.)
Anschließend
wurde zum ersten Mal das (kommunistische) „Manifest“ in einer künstlerischen
Form vorgetragen, die Brecht dichtete. Mit einer musikalischen
Untermalung des Komponisten Syman.
Als
Abschluß sang der Ernst-Busch-Chor mit allen Beteiligten das Lied
„Lob der Dialektik“.
Am
Nachmittag fanden sich viele Gäste der Veranstaltung, aber auch weitere
Menschen, am Ernst-Thälmann-Denkmal in Berlin zu einer Kundgebung
zusammen. Dort sprachen vor mehreren hundert Anwesenden unter anderem
der Vorsitzende der KPD, Werner Schleese, der Vorsitzende der DKP, Heinz
Stehr, und der Vorsitzende der Linke.PDS, Lothar Bisky. Letzterer wurde
mehrmals laut ausgebuht. Ebenfalls kamen ein französischer und ein
tschechischer Gast zu Wort. Begleitet wurde diese Veranstaltung durch
den Singeklub „Che Guevara“.
Alles
in allem war dies ein denkwürdiger Tag, der vielen Gästen sicher gut
in Erinnerung bleiben wird. |