|
Duisburg:
Trotzkist Hermann Dierkes
gab sich mal radikal
Er sprang als Tiger und
landete als Bettvorleger
Von Günter Ackermann
Kommunisten-online vom 28. Februar 2009 – Das verbreitete ein
gestandener Kandidat für den OB-Posten in der Stahlmetropole Duisburg:
„Wir müssen mutig die Wahrheit verbreiten. Wir dürfen es nicht länger
zulassen, dass im Namen des Holocaust und mit Unterstützung der
Bundesregierung derart schwere Menschrechtsverbrechen begangen und
geduldet werden. Jede und jeder kann z.B. durch den Boykott von
israelischen Waren dazu beitragen, dass der Druck für eine andere
Politik verstärkt wird. Während des furchtbaren Angriffs der
israelischen Armee auf den Gaza-Streifen haben die norwegischen und
griechischen Gewerkschaften mit ihrer Weigerung, israelische Schiffe zu
laden, gezeigt, was möglich ist“.
Hermann
Dierkes, in Kommunisten-online als feiger Verräter benannt,
bewies auf einmal Mut und Aufrichtigkeit? Ich zweifelte an mir selbst.
Aus der PDS hatte ich Dierkes anders in Erinnerung: intrigant,
verleumderisch, antikommunistisch usw. Und nun das?
Das,
was Dierkes jetzt sagt, hätte er doch viel früher sagen können. Im
Jahr 2002 sprach beim Ostermarsch ein Vertreter des Palästinensischen
Volkes in Duisburg. Der rief nicht einmal zum Boykott israelischer Waren
auf, sondern er appellierte an die Deutschen, anbetracht der
Vergangenheit, sich für die Menschenrechte seiner Landsleute
einzusetzen.
Hanna
Ackermann, die bis Dezember 2001 Kreissprecherin der PDS in Duisburg
war, hatte hierzu eine Presseerklärung verfasst und veröffentlicht.
Der Protestschrei, der darauf hin erschallte, kam aus der PDS und dem
Umfeld von Dierkes. Es gab sogar Unterschriften – auch die von Dierkes
– gegen diese Presseerklärung des Friedensformums mit Hannas
Unterschrift.
Damals
erklärte die PDS an die Adresse des Friedensforums Duisburg:
„Mit
Entsetzen haben wir aus Eurer Pressemitteilung entnommen, daß der
„Botschafter Stein“ „zur Ausbreitung des Antisemitismus in
weiteren Kreisen“ beitragen soll, „wenn er die eindeutigen Verstöße
der israelischen Armee gegen die Genfer Konventionen als „legitimen
Kampf verteidigt In keiner Weise stellt Ihr die antisemitischen
Reaktionen auf die Politik der israelischen Regierung und damit die
tiefe Verwurzeln des Antisemitismus in der westlichen Welt als das
eigentliche und das zu benennende Problem dar. Die Ausbreitung des
Antisemitismus scheint für das Friedensforum Duisburg eine „natürliche
Reaktion auf die Politik der israelischen Regierung zu sein. Wer so
denkt, verkennt bestenfalls das Wesen des Antisemitismus oder führt
bewußt oder unbewußt die eigenen Reflexe vor. Wir sind mehr als betrübt,
daß die von Jörg Haider und anderen Rechtsextremisten im Kontext der
Debatten um die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern praktizierte
Rhetorik, daß die Juden selbst den Antisemitismus verschulden, nun
ausgerechnet Eingang ins Duisburger Friedensforum gefunden hat“.
Das
richtete sich gegen Hanna Ackermann, die diese Erklärung verfasst und
unterschrieben hatte. (siehe)
Hier
sei festegestellt, dass der Kreisvorstand, der damals amtierte, eine
Marionette in Händen von Hermann Dierkes war und niemals diese
Erklärung veröffentlichte, wenn der das nicht ausdrücklich
gebilligt hätte. Er hat es nicht nur gebilligt, sondern dies auch ausdrücklich
unterschrieben. Aus dem Fenster gehangen haben sich damals zwar andere,
die bekamen dann auch aus dem Friedensforum den Arsch versohlt, aber
Hermann Dierkes war der Strippenzieher.
Damals
machte Dierkes auf prozionistisch. Jetzt, aus Anlass einer
Veranstaltung seiner Partei im Norden Duisburgs, meinte er die andere
Seite vertreten zu können.
Dierkes
fährt seit Jahren zum Weltsozialgipfels nach Brasilien – auf
Kosten der Fraktionskasse der PDS/Linksfraktion. Dieser
Weltsozialgipfel, unter dem Eindruck des Krieges Israels, verhielt sich
weitgehend korrekt und tat das, was in aller Welt fortschrittliche
antiimperialistische Kräfte taten: Die Teilnehmer distanzierten sich
vom Aggressor Israel und verurteilten diesen Krieg.
Dierkes
meinte wohl, wenn er jetzt seinen Senf dazu geben würde, wäre das ein
gelungener Werbetrick für seine trotzkistische Gruppe, zu der er gehört.
Aber es ging schief.
Das
Lokalblatt WAZ schrieb am 24. Februar 2009, zu Dierkes: „Jeder kann
zum Beispiel durch den Boykott von israelischen Waren dazu beitragen,
dass der Druck für eine andere Politik verstärkt wird”, sagte
Hermann Dierkes, Oberbürgermeisterkandidat der Linken, auf einer
Veranstaltung seiner Partei in Hamborn…“
Es war schon los gegangen. Im Blickwinkel auf die in diesem Jahr hier
stattfindende Kommunalwahl, stimmten alle in die große Verurteilung
ein. Die, welche sonst keine Hemmungen haben, die jeweiligen Nato-Kriege
und auch Israels gegen die Palästinenser, lauthals für richtig zu erklären,
kläfften nun „Antisemitismus!“ Die Duisburger
Lokalpolitiker, die genau wissen, wie handzahm Dierkes ist,
witterten Morgenluft und wollten sich auf Diekes Kosten profilieren.
Dierkes,
der nur einen Werbecoup landen wollte, fuhr der Schreck in die Glieder,
er sah sich auf einmal dem
geschlossenem Geschrei der Zionistenfreunde und Kriegsbefürworter gegenüber.
Deren wichtigstes „Argument“ ist eben der Vorwurf des
Antisemitismus. Das, was er und seine Leute einige Jahre vorher gegen
das Friedensforum und gegen Hanna Ackermann praktizierten, traf ihn nun
mit voller Wucht selbst.
Das
ging von der Parteispitze (Petra Pau, die man auch schon mal bei der
antideutschen AG ihrer Jugendorganisation sieht) wetterte gegen Dierkes
ebenso, wie der Zentralrat der Juden und auch örtliche jüdische
Vertreter. Selbst Attac – Dierkes ist Mitglied von Attac –
distanzierte sich von ihm. Dierkes stand auf einmal im Regen – und
wurde da allein gelassen.
Die
Sprecher seiner Partei vor Ort erklärten zwar in einer Presseerklärung,
dass Dierkes kein Antisemit sei – was ja wohl das Mindeste ist, was
man von ihnen erwarten kann – aber dabei hatte es sich auch.
In
einer Erklärung des Kreisvorstands hier es: „In
einer pluralistischen linken Partei gibt es selbstverständlich
unterschiedliche Auffassungen darüber, ob ein Wirtschafts-Boykott gegen
Israel als Protestmaßnahme zielführend ist. Die Bundespartei DIE LINKE
hat einen solchen Beschluss nicht gefasst, während sich Hermann Dierkes
- analog der Schlusserklärung des Weltsozialforums in Brasilien - für
diese Protestform ausgesprochen hat. Ihn deshalb in die Nähe des
verbrecherischen NS-Regimes zu stellen, ist infam und Teil einer bewußten
Kampagne nicht nur gegen ihn, sondern generell gegen DIE LINKE. Leider
geht es dabei nicht mehr um eine inhaltliche Debatte, wie und mit
welchen Mitteln Krieg beendet werden kann, sondern um unerträgliche
persönliche Angriffe gegen den OB-Kandidaten der LINKEN bis hin zu
Morddrohungen. DIE LINKE ruft Parteien, Verbände und Medien zu einer
sachlichen und fairen Debatte auf. Für DIE LINKE gilt dabei die Aussage
von Rosa Luxemburg: Die Freiheit ist immer die Freiheit des
Andersdenkenden".
Also
die Schimäre Pluralismus muss wieder mal herhalten um sich nicht
eindeutig zu positionieren. Allerdings – das muss auch gesagt werden
– wäre das auch schwer möglich gewesen, denn führende Funktionäre
– allem voran Gregor Gysi – teilen die Ansicht der Bundesregierung,
das Bekenntnis zu Israel sei ein Teil der Staatsdoktrin der BRD. Dagegen
hätte man sich stellen und dann ggf. die Konsequenzen ziehen müssen.
Das taten die wackeren „Linken“ aber nicht, man beließ es bei
Halbheiten und Dierkes stand allein da. Er traute sich nicht einmal mehr
in die Öffentlichkeit und wurde krank.
Auch zog
er die Sache nicht offensiv durch. Zwar widerrief er seine Ansicht
nicht, das wäre wohl auch nur mit Gesichtsverlust möglich gewesen, aber er zog sich hinter das Weltsozialforum zurück. Die hätten
das gesagt, also sind die die Bösen? Das sagte er nicht, aber er
bekennt sich in seinem Offenen Brief, in der er seinen Rücktritt als
OB-Kandidat und als Fraktionsvorsitzender im Duisburger Rat mitteilt,
nicht offensiv zu seiner Äußerung.
Das
machte damals Hanna Ackermann, als die Dierkes-Leute sie wegen eben so
was beschimpften und an den Pranger des Antisemitismus und Profaschismus
stellen wollten. Sie trat aus der Partei nicht einfach aus, sondern
entlarvte die Kritiker als Dummköpfe, Lügner und Unterstützer des
Krieges in Palästina.
Dierkes
aber jammert:
„Im
Anschluß an eine gezielte Verdrehung meiner Aussagen und Ansichten
durch einen Mitarbeiter der Duisburger WAZ bin ich seit Tagen in
zahlreichen Medien einer Rufmordkampagne ausgesetzt. Sie gleicht einer
öffentlichen Steinigung. Was ich an Mails erhalte, ist eine furchtbare
Mischung aus schwersten Beleidigungen und Verleumdungen, antiislamischem
Haß, Migrantenfeindlichkeit und Morddrohungen. Die Opfer der Shoa und
die Helden des jüdischen Aufstands von Warschau würden sich mit
Grausen abwenden, mit welchem Ungeist und für welche Zwecke sie
offenkundig instrumentalisiert werden, um die undemokratische und mörderische
Politik der israelischen Regierungen gegen das palästinensische Volk zu
rechtfertigen und zu tabuisieren.“
Was
hat er denn erwartet von der bürgerlichen Presse? Dass sie ihn loben?
In Duisburg ist eine wichtige pseudowissenschaftliche prozionistische
Institution, das DISS, ansässig. Die erstellen schon mal Studien, die
die zionistischen Kriege rechtfertigen. Kommunisten-online und auch
Hanna Ackermann, gingen die offensiv an.
Wir enthüllten, das jenes dubiose DISS und dessen Chef Professor Siegfried
Jäger, vom israelischen Geheimdienst Mossad finanziert werden.
Und Dierkes sieht sich gesteinigt. Noch viel schlimmere
Beschimpfung, als die gegen ihn, erreichen uns immer mal wieder. Auch
die direkten Bedrohungen gegen mich vom Oktober 2008, geschehen wegen
unserer Haltung gegenüber der Kriegspolitik Israel. Zumindest erfolgte
die Bedrohung unter dem Vorwand gegen Israel zu sein. Man möge nur mal „googlen“
nach entsprechen Schlagworten. Wir nehmen es gelassen: „Was kümmert
es den Mond, wenn ihn ein räudiger Köder anbellt?
Dierkes
aber versteckt sich in seiner Rechtfertigung erneut. Diesmal hinter bekannten Trotzkisten jüdischer
Herkunft:
„Meine
wichtigsten politischen Lehrer waren jüdischer Herkunft wie der
marxistische Internationalist und Ökonom Ernest Mandel und der
Sozialist und Gewerkschafter Jakob Moneta. Wer mich kennt, weiß, daß
die Anfeindungen vollkommen absurd sind.“
Ich stimme ihm zu: Es ist absurd, wenn man Dierkes als Antisemiten
bezeichnet. Wer das macht, ist entweder ein Dummkopf oder ein Parteigänger
der zionistischen Rassisten und Kriegstreiber (oder beides). Das Vorhaben ist klar:
indem sie Kritik an der Kriegspolitik der Zionisten aggressiv abwürgen
und in die Kiste Antisemitismus stecken, wollen sie alle Kritiker an
dieser Politik mundtot machen und dann umso ungestörter den Zionisten
und den USA diesen Krieg gegen das Volk Palästinas zu ermöglichen. Man
denke nur an die Kampagne, die die gleichen Leute gegen Möllemann
durchzogen. Den trieben sie damals in den Selbstmord.
Nein,
Dierkes ist kein Antisemit, er ist nur ein Opportunist und immer noch
das, was er immer war: Ein trotzkistischer Rechtsopportunist, der sich
manchmal links gibt.
Übrigens:
Eine Organisation französischer Juden hat ebenfalls zum Boykott
israelischer Waren aufgerufen, ebenso die bekannte jüdische Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin aus Südafrika Nadine
Gordimer. Sogar aus der israelischen Friedensbewegung kommt diese
Forderung. Sind das alles Antisemiten? Ich denke, die wirklichen Feinde
aller Juden sitzen in der israelischen Regierung und treiben zum
Vernichtungskrieg gegen das Volk von Palästina.
Aber
das sagte Dierkes nicht. So deutlich will er nun auch wieder nicht sein.
G.A.
PDS-Kreisverband
Duisburg zu Antisemitismus der Linken, von PDS-Kreisverband
Duisburg - 11.05.2002 siehe
|