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06.10.04
Polizeiübergriffe auf friedliche Demonstranten
siehe
Original
Bei
der Massendemonstration gegen Sozialabbau am 02.10.2004 in Berlin kam es
zu vollkommen überzogenen Übergriffen von Polizei auf friedliche Demonstranten.
Thorsten Spelten, Landesvorstandsmitglied der PDS-NRW und
Kreissprecher der PDS Duisburg, wurde dabei erheblich verletzt. Dazu
erklärt Hermann Dierkes, der designierte Vorsitzende der Ratsfraktion
PDS-Offene Liste:
Spelten, der mit mir und weiteren Duisburger friedlich an der
Demonstration teilnahm, ist nur eines von mehreren Opfern, verursacht
durch das rüde Eindringen eines Zugs von Bereitschaftspolizei in die
Demonstration an der Kreuzung Friedrichstr./Unter den Linden. Er wurde
zunächst von einem Beamten durch einen rüden Rempler zu Boden
geworfen, wobei er sich eine Knochenverletzung am rechten Schultergelenk
zuzog. Als Spelten sich mit Hilfe anderer Demonstranten aufzurichten
versuchte, bekam er von demselben Polizeibeamten einen harten
Faustschlag ins Gesicht. Der Beamte war mit sog. Protektorenhandschuhen
ausgerüstet, was eine klaffende Platzwunde am linken Augenlid zur
Folge hatte. In kürzester Zeit war Speltens Gesicht blutüberströmt.
Nach dem Übergriff suchte Spelten,
begleitet von einigen Duisburgern, Hilfe bei dem sog. Anti-Konflikt-Team
der Berliner Polizei. Dort wollte er Anzeige gegen den gewalttätigen
Beamten erstatten. Weiter bat Spelten die Beamten darum, medizinische
Versorgung anzufordern. Er erhielt die Auskunft, dass sie für die
Aufnahme von Anzeigen nicht zuständig seien und forderten über Funk
Kollegen an. Nach ca. 15 Minuten waren diese eingetroffen und nahmen
eine Anzeige wegen Körperverletzung im Dienst auf. Der angeforderte
Krankenwagen benötigte bis zu seinem Eintreffen ca. weitere 10
Minuten. Spelten wurde dann in die Berliner Charité gebracht, wo die
Platzwunde mit fünf Stichen genäht wurde. Dort berichtete der
behandelnde Arzt davon, dass derartig brutale Angriffe auf Demonstranten
in Berlin häufiger vorkämen, wodurch er an Demonstrationstagen
"gut beschäftigt" sei. Thorsten Spelten liegt inzwischen in
einem Duisburger Krankenhaus und muß operiert werden.
Unmittelbarer Anlaß für das Eingreifen der
Polizei waren Würfe mit 2 oder 3 blauen Farbeiern aus einem
"Schwarzen Block" gegen eine große Autoniederlassung. Damit lässt
sich allerdings diese Gewalttätigkeit gegen Teilnehmer der
Demonstration in keiner Weise rechtfertigen. Das Eingreifen führte zu
teilweise schweren Verletzungen unter Demonstranten - eine Frau wurde so
hart auf den Kopf geschlagen, dass sie eine mindestens 12 cm lange
Platzwunde davontrug - und ist in jeder Beziehung unverhältnismäßig.
Eine Gruppe von Anti-Konflikt-Polizisten stand indessen vollkommen untätig
in der Nähe und sah keinen Grund zum Eingreifen.
Ich fordere den Berliner Innensenator, Herrn
Körting (SPD), dazu auf, die Vorfälle ohne Ansehen der Person auf zu
klären und die Verantwortlichen für den Einsatzbefehl sowie die
gewalttätigen Polizeibeamten auch disziplinarisch zu belangen. |