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Dok.5
(Auszüge
aus dem Rechenschaftsbericht der ehemaligen Kreissprecherin der PDS-Duisburg)
Zu
2a: Zusammenarbeit mit dem Fraktionsvorstand
Die
Zusammenarbeit mit dem Fraktionsvorstand der PDS/Offenen Liste sehe ich über
den gesamten Zeitraum von zwei Jahren insgesamt als unbefriedigend an.
Die
Mandatsträger sind in ihren Entscheidungen unabhängig. Es ist jedoch der
Kreisverband der PDS, der nicht nur der bloße „Namensgeber“ im Wahlkampf
war, sondern der es dem Bündnis aus PDS, DKP, DuisBürger Bündnis und
Parteilosen den Einzug ins Rathaus ermöglichte. Somit erachte ich den Anspruch
des Kreisvorstands, am politischen Entscheidungsprozeß beteiligt zu werden, als
gerechtfertigt. Mehrmals verlangte der Vorstand eine Beteiligung – und wurde
mehrmals abgewiesen. Hier schließe ich Dimitri Tsalos ausdrücklich aus: Als
Fraktionsmitglied und bis zur „Halbzeit“ Sprecher des Kreisvorstands, vertrat
er konsequent die im Vorstand erarbeiteten Entscheidungen, bildete in der
Fraktion jedoch die Minderheit.
Beispielhaft
für meinen Vorwurf einer unzureichenden Zusammenarbeit sei hier die Tatsache
genannt, dass die Fraktion mehrheitlich meine Beteiligung an der personellen
Entscheidung über die Person des Geschäftsführers ablehnte, obwohl der
Vorstand stichhaltige Gründe nannte, die für eine solche Beteiligung sprachen.
Der
Fraktionsvorsitzende Hermann Dierkes vertrat die Auffassung, der Kreisvorstand müsse
jede öffentliche Äußerung mit der Fraktion absprechen (hierzu gab es von ihm
ein Papier im Januar 2001) – im Gegenzug jedoch erachtete die Fraktion und ihr
Geschäftsführer es nicht als notwendig, ihre Veröffentlichungen mit dem
Kreisvorstand abzusprechen, auch wenn sie inhaltlich nicht die Fraktion der
PDS-Offenen Liste, sondern den PDS-Kreisverband betrafen. Als ein solcher
Bevormundungsversuch sei hier die niveaulose Presseerklärung zum
Verfassungsschutzbericht 2000 genannt, die ich erst nach den Duisburger Medien
erhielt, die ich aber glücklicherweise kurzfristig mit einer Presseerklärung
des Kreisvorstands (der bei diesem Thema eindeutig zuständig war)
neutralisieren konnte - wobei ich es absprachegemäß nicht unterließ, Hermann
Dierkes darüber zu informieren, und zwar vor
der Veröffentlichung.
Zum
Abschluss dieses Punktes sei auf die aus meiner Sicht wichtigste Ursache der größeren
und kleineren Konflikte mit der Fraktion hingewiesen - diese Peinlichkeit muss
einmal genannt werden: Hermann Dierkes schreckte nicht davor zurück, den
Kreisvorstand in einem Interview für die SoZ mit unbegründeten Behauptungen zu
diffamieren und ihm jegliche politische Kompetenz abzusprechen. Darin äußerte
sich seine ablehnende Haltung dem Kreisvorstand als Gremium gegenüber, die bei
allen Versuchen der Zusammenarbeit hinderlich war. Diejenigen, die das Interview
kannten, verzichteten auf eine kreisverbandsinterne Diskussion darüber, um die
schwierige Zusammenarbeit mit der Fraktion nicht noch mehr zu belasten.
Interessierten stelle ich das Interview zur Verfügung – Hermann sicherlich
auch.
Diejenigen,
die an dieser Stelle protestieren und behaupten mögen, es seien die
Vorstandsmitglieder gewesen, die die Mitarbeit mit der Fraktion behinderten,
erinnere ich daran, dass ein Brief
des Fraktionsvorsitzenden an die Oberbürgermeisterin existiert, geschrieben
in der Zeit, als die Stadtverwaltung mehrere Strafanzeigen gegen PDS-Mitglieder
anstrengte (Stichwort: Familie Zumberov). In diesem Brief distanziert sich
Hermann Dierkes von mir und Dimitri Tsalos. Ungebeten leitete er diesen Brief an
die Staatsanwaltschaft Duisburg weiter, und hier lasse ich kein Argument gelten,
es sei keine Zeit gewesen, das Vorgehen mit dem Kreisvorstand abzusprechen.
Auch im Nachhinein wurden wir nie darüber informiert. Obwohl uns als Betroffene
die Existenz des Briefs an die Staatsanwaltschaft seit langem bekannt ist,
wollten wir ebenfalls die Zusammenarbeit mit der Fraktion nicht beeinträchtigen
und schwiegen. Dies mag man uns als einen Fehler vorhalten – ist aber als eine
persönliche Entscheidung beider betroffenen Sprecher zu sehen, die den Vorfall
nicht einmal auf die Tagesordnung einer Vorstandssitzung brachten.
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