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Editorial
in
Standpunkt 5, Jan, 2001
Stadtdirektor
Brandt ist ein aufrechter Demokrat
von
Günter Ackermann
Im
Juli fand die Entführung statt– pardon, das zu sagen hat Brandt mir
per Strafbefehl (dreißig Tagessätze zu 70,00 DM) verbieten lassen –
also: Im Juli erging die freundliche Aufforderung der Behörde des
Stadtdirektors Brandt an die Familie Zumberov, sich in Begleitung der
Polizei aus dem Kirchenasyl zu entfernen. Dem Vater spendierte das Ausländeramt
eine kostenlose Fahrt in den Abschiebeknast. Sogar Armbänder soll der
bis dahin unbescholtene Familienvater während der Fahrt getragen haben
– böswillige Zungen bezeichnen sie als Handschellen. Der Vater hatte,
ebenso wie die Frau und die Kinder, nicht gegen das Gesetz verstoßen
– sieht man mal davon ab, dass sie hier lebten. Hat hier Brandt
inhuman gehandelt; hat er staatlichen Rassismus praktiziert? Mitnichten!
Denn
Stadtdirektor Brandt in ein aufrechter Demokrat!
Ein
Solidaritätskreis, der gegen die Maßnahme protestierte, startete eine
Aktion per elektronische Post (eMail). Dabei forderte er alle ihm
bekannten Adressaten auf, an den elektronischen Briefkasten des
Stadtdirektors Brandt (die Adresse ist im Internet auf der offiziellen
Seite der Stadt für jedermann erfahrbar) einen elektronischen Brief zu
schicken und ihren Protest zu artikulieren. Gleichzeitig sollten sie an
die ihnen bekannten Adressaten die gleiche Aufforderung schicken. Dass
dabei in kürzester Zeit der elektronische Briefkasten Brandts überquellen
würde, ist klar. Aber was ist wichtiger: Das Grundrecht auf freie
Meinungsäußerung oder das Recht eines Briefkastens nicht verstopft zu
werden? Protest gehört zu den demokratischen Grundrechten. Die
Stadtspitze meinte, das sei der Versuch der Lahmlegung eines
Verfassungsorgans und erstattete Anzeige. Stadtdirektor und
Rechtdezernent Brandt – ehemals Richter – dürfte nicht unmaßgeblich
an der Angelegenheit gedreht haben. Sie meinen, diese Maßnahme sei
undemokratisch? Aber nein!
Denn
Stadtdirektor Brandt in ein aufrechter Demokrat!
Ich
war dabei, als die Familie am 19. Juli abgeholt wurde. Die Kinder sind
in Deutschland aufgewachsen, das Mädchen hier geboren. Die Familie
lebte seit über zehn Jahren in Duisburg, der Petitionsausschuss des
Landtags hatte sich zweimal für den Verbleib der Familie ausgesprochen.
Ich war innerlich erregt, empfand diese Aktion des Amtes als inhuman.
Als dann die Mitarbeiter des Herrn Brandt erschienen und einige den
Stolz über das Vollstrecken einer staatstragenden
Aufgabe zur Schau stellten, empörte sich mein Gerechtigkeitssinn. Ich
fand, das sei typisch für viele deutsche Beamte: Man tut seine Pflicht,
auch wenn das, was getan wird, inhuman ist – und mancher von ihnen ist
auch noch stolz darauf! Dass sich hier der Vergleich zur unseligen
Vergangenheit aufdrängt, liegt auf der Hand. Einige Beamte des
Ordnungsamtes, das muss ich der Fairness wegen auch sagen, zeigten aber
auch, dass sie sich gar nicht wohl fühlten. Das gilt auch für fast
alle Polizeibeamte. Trotzdem zeigte sich hier eine Tendenz, die schon
einmal der direkte Weg in die Katastrophe war.
Dieser Protest und ein offener Brief an Brandt brachte mir
Strafbefehle in Höhe von DM 4.200,00 ein, ein weiterer steht noch ins
Haus. Das, meinen sie, sei undemokratisch? Nein!
Denn
Stadtdirektor Brandt in ein aufrechter Demokrat!
Ein
Rechtsanwalt aus Düren bezeichnete die Duisburger Ausländerbehörde
als rassistisch. Brandts Behörde zeigte ihn wegen Beleidigung an.
Gleichzeitig will er gegen den Anwalt standesrechtlich vorgehen, was ihm
im schlimmsten Fall seine Zulassung kosten kann.
Der
Pfarrer, der die Zumberovs aufnahm, wurde in Juli vorübergehend
festgenommen. Gegen mich laufen derzeit drei Verfahren, gegen Mitglieder
der PDS-OL-Fraktion weitere zwei (wegen eines Artikels in der Broschüre
„Rechte Gewalt fällt nicht vom Himmel“). Sie meinen, da laufe
jemand Amok, weil er nicht Argumente austausche, sondern den
Staatsanwalt einschalte? Stimmt nicht!
Denn
Stadtdirektor Brandt in ein aufrechter Demokrat!
Ihr
Günter Ackermann
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Offener
Brief an alle Streiter für Demokratie und Menschenwürde
vom
Kreisvorstand der PDS Januar 2001
„Nirgendwo
zeigen sich die inhumanen Auswirkungen des neuen Asylrechts so deutlich
wie in den gegenwärtigen Bedingungen der Abschiebungshaft und der
Durchführung der Abschiebung selbst. Menschen wurden und werden in
Deutschland inhaftiert, ohne eine strafbare Handlung begangen zu haben.
Abschiebungshaft (...) ist ein Instrument der Abschreckungsmaxime. Flüchtlinge
zu zermürben, zu demütigen und zu entmündigen, um sie so schnell wie
möglich außer Landes bringen zu können: Abschiebungen - egal wohin,
mit fast allen Mitteln, um fast jeden Preis (...) Der von vielen
beklagte und von UN-Gremien - wie dem Ausschuss zur Beseitigung der
Rassendiskriminierung - wiederholt heftig kritisierte Umgang mit Flüchtlingen
in Deutschland - etwa bei der Aufnahme, im Verfahren, bei der sozialen
Versorgung und im gesamten System der Abschiebepraxis - ist ein
Spiegelbild des gesellschaftlich transportierten und akzeptierten
Rassismus. Strukturelle und institutionelle Ungleichheiten, die zu
unterschiedlichen Formen rassistischer Diskriminierung führen,
verletzen nicht nur die Menschenrechte und die Würde der Betroffenen:
sie sind auch Nährboden für Fremdenfeindlichkeit und rechtsextreme
Gewalt (...)“ (Heiko Kauffmann, „Pro Asyl“-Sprecher in
Ingelheim am 9. Dez. 2000, nach: Frankfurter Rundschau)
Die
staatliche Abschreckungs- und Einschüchterungspolitik richtet sich
nicht nur gegen Flüchtlinge selbst, sondern gegen alle Menschen, die
sich für deren Schicksal einsetzen und gegen die rassistische
Abschiebepraxis protestieren.
In
Zusammenhang mit der Abschiebung des Roma-Ehepaars Zumberov mit seinen
zwei Kindern im Juli 2000 erstattete die Duisburger Stadtspitze in neun
Fällen Anzeige gegen Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise
gegen diese Abschiebung ausgesprochen hatten.
In einem Fall kam es zu einer vorläufigen Festnahme, in zwei
weiteren Fällen zu Strafbefehlen. In mindestens fünf Fällen wird noch
ermittelt. Von sechs Betroffenen sind vier PDS-Mitglieder und zugleich
Mandatsträger in Duisburger Kommunalparlamenten.
Hierbei
behauptet die Stadtspitze, die Verwendung folgender Formulierungen gegenüber
städtischen Beamten und Mitarbeitern sei beleidigend:
1.
„Deportation“
2.
Kinder ”verjagen”
3.
Kinder „ins Elend abschieben”
4.
der Stadtdirektor und Dezernent für Recht, Migration und
Entsorgung Dr. Jürgen C. Brandt habe die Familie „aus
dem Kirchenasyl entführt”
5.
Dr. Jürgen C. Brandt sei „rechter Dezernent”, ein „hartnäckiger
Überzeugungstäter”, „eine Belastung für Duisburg”,
und er mache Duisburg zum „Vorreiter einer rassistischen
Politik”.
Hierzu
nimmt der Vorstand der PDS Duisburg wie folgt Stellung:
1.
Wir lehnen den Begriff „Abschiebung” ab. Täglich werden bis
zu 20 Menschen aus Duisburg deportiert, viele von ihnen werden Folterern
ausgeliefert. Viele leben heute, wie die Familie Zumberov, unter
menschenunwürdigen Bedingungen. Das Wort „Abschiebung“ ist eine
technokratische Verniedlichung für einen menschenverachtenden Umgang
mit Flüchtlingen.
2.
„Kommen sie wieder mit zwanzig Mann?” fragte der 12-jährige
Ajnur Zumberov ein Mitglied des PDS-Kreisvorstands bei der Nachricht von
der unmittelbar bevorstehenden Abschiebung. Einige Tage zuvor hatte er
eine gewaltsame Räumung des Kirchenasyls erlebt. Was fühlt ein Kind
bei der Nachricht, dass es in den nächsten Stunden aus der ihm
vertrauten Stadt und dem ihm vertrauten Land für immer herausgerissen
werden soll? Es fühlt sich verjagt!
3.
Nicht nur aus Berichten von amnesty international und der Helsinki
Federation For Human Rights geht hervor, dass Roma in Mazedonien der
Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt wird und sie unterhalb der Armutsgrenze
leben müssen, selbst das Auswärtige Amt bestätigt dies in seinen
Lageberichten. Wer sich mit Händen und Füßen wehrt, solche
Lebensbedingungen als „ein Elend” zu bezeichnen, beschönigt wider
besseren Wissens die Realität oder ist ignorant.
4.
Der Stadtdirektor und Dezernent für Recht, Migration und
Entsorgung ist einer der unmittelbar Verantwortlichen – in Duisburg der
unmittelbar Verantwortliche – für den Bruch des Kirchenasyls, die
Festnahme eines Pfarrers, die Trennung der Kinder von ihrem Vater und
die anschließende Verfrachtung der Familie in die Misere.
5.
„Rechter Dezernent”: Wir stellen fest, daß sich innerhalb
der SPD rechts von Brandt ein großer Krater auftut.
„Hartnäckiger
Überzeugungstäter”: Der Petitionsausschuss des Landtags hatte sich
zweimal für den Verbleib der Familie Zumberov in Deutschland
ausgesprochen.
„Eine
Belastung für Duisburg”/ Duisburg als „Vorreiter einer
rassistischen Politik“. Zum ersten Mal in Duisburg und zum ersten Mal
seit 10 Jahren in Nordrhein-Westfalen wurde ein Kirchenasyl geräumt.
Die Vehemenz, mit welcher der Dezernent für Recht, Migration und
Entsorgung Dr. Jürgen C. Brandt gegen Kritiker, wie z.B. Günter
Ackermann, vorgeht, beweist, dass er und die SPD-Stadtspitze für diese
inhumane Politik steht.
Die
oben aufgeführten Formulierungen wurden im letzten Halbjahr von
Personen unterschiedlicher politischer Positionierungen verwendet. Es
ist aufschlussreich, daß die Stadtspitze ausgerechnet gegen
PDS-Mandatsträger Anzeigen erstattet. Hier soll nicht nur von der
inhumanen Praxis der Stadtspitze abgelenkt werden, es handelt sich auch
um den eindeutigen Versuch, konsequent kritische, oppositionelle Haltung
und Zivilcourage zu kriminalisieren.
Günter
Ackermann hat, wie alle anderen, die für eine menschliche Politik in
unserer Stadt eintreten, richtig gehandelt. Er hat sich für Humanität
und Solidarität in dieser Gesellschaft ausgesprochen und der Arroganz
der Macht die Stirn geboten.
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Sie haben Gefängnisse und Festungen
(Ihre Fürsorgeanstalten
zählen wir nicht)
Sie haben Gefängniswärter und Richter
Die viel Geld bekommen und zu allem bereit sind.
Ja, wozu denn?
Glauben sie denn, dass sie uns damit klein kriegen?
Bertolt Brecht |
Erklärung
zu den Strafverfahren gegen mich
von
Günter Ackermann (Januar 2001)
Im
Juli, als Brandt die mazedonische Familie Zumberov nach Mazedonien
deportieren ließ, protestierte ich gegen diese unmenschliche
Entscheidung. Das veranlasste Stadtdirektor Jürgen C. Brandt
(gleichzeitig Rechts-Dezernent, Dezernent für Migration und ...
Entsorgung) mich mit gleich drei Strafanzeigen zu überziehen. Alle drei
wegen (Beamten-) Beleidigung: bisher zwei Strafbefehle über insgesamt
4.200 Mark. Ich habe dagegen Beschwerde eingelegt.
Herr
Brandt glaubt offensichtlich, er könne mich damit zum Schweigen
bringen. Er hofft sicherlich, die PDS in Duisburg ins Mauseloch jagen zu
können. Es laufen noch weitere Ermittlungsverfahren wegen unseres
Einsatzes gegen die Deportation der Familie Zumberov.
Die
Oberbürgermeisterin Zieling sagte am Abend der Kommunalwahl, als
feststand, dass wir in Fraktionsstärke im Rat sein werden und die SPD
ihre Mehrheit im Rat verlor, es sei eine Skandal, dass wir eine Fraktion
im Rat haben werden.
Skandal?
Frau Zieling hatte aus ihrer Sicht Recht. Nach Jahrzehnten SPD-Filz und
Scheinopposition der CDU und der Grünen ist jetzt eine Opposition im
Rat, die die Finger auf die Wunden legt. Genau das passt Frau Zieling,
Brandt und Co nicht. Deshalb überziehen sie uns mit Strafanzeigen.
Brandt
Strafanzeigen erschüttern mich nicht. Zu Einlenken bringt er mich damit
erst recht nicht. Wer konsequente linke Politik macht, wer die
Interessen der einfachen Bürgerinnen und Bürger konsequent vertreten
will, der muss den Herrschenden auf die Füße treten. Strafanzeigen
sind die zwangsläufige Folge. Bisher betrachtete die SPD die Stadt als
ihr Eigentum. Für die CDU fiel, als brave Opposition mit Rechtsdrall,
auch etwas ab und die Grünen beschäftigten sich mit sich selbst.
Jetzt
ist die satte Mehrheit futsch, den Stadtoberen bläst der Wind ins
Gesicht. Die schönen Zeiten, als alles brav im Rat abgenickt wurde,
sind vorbei. Deshalb läuft Brandt und die SPD-Stadtspitze Amok. Sie können
es nicht verwinden, sie wollen sich damit nicht abfinden, dass nun ihnen
auf die Finger gesehen wird. Sie meinen, mit Strafanzeigen bringen sie
uns zum Schweigen.
Herr
Brandt und die anderen mögen sich ins Stammbuch schreiben:
Mich
bringen Sie nicht zum Schweigen! Mich beeindrucken Ihre Strafanzeigen
nicht! Hier zeigt sich nur Ihre Schwäche und Unsicherheit.
Ich
weiß, ich habe richtig gehandelt, ich trete für mehr Humanität in
dieser Stadt ein. Wie kann das Unrecht sein?
Günter
Ackermann
Mitglied
des PDS-Kreisvorstands und
Bezirksvertreter
Duisburg-Mitte
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Friedensforum
Duisburg:
Friedensforum
Duisburg
durch
Christian
Uliczka
an:
Chef der Lokalredaktion Duisburg
Der
WAZ (Generalanzeiger)
Herrn
Rolf Kiesendahl
Duisburg,
den 18. Oktober 2000-12-11
Unannehmbares
Verstümmeln eines Leserbriefs in der Ausgabe vom 5. d.M.
Telefonischer
Protest des Mitunterzeichners Przyrembel
Leserbrief
des Friedensforums Duisburg vom heutigen Tage zu „Pflug: PDS sitzt in
DKP-Gräben“ vom 13. d.M.
Sehr
geehrter Herr Kiesendahl,
von
längerer Reise zurück, nehme ich den von meinem Mitstreiter Przyrembel
Ihrem Stellvertreter, Herrn Johann, gegenüber telefonisch vorgebrachten
Protest auf und begründe dies im Einvernehmen mit den Mitunterzeichnern
wie folgt:
Jedes
unserer Worte war wohlerwogen und darum unentbehrlich. Mit guten Gründen,
zum Beispiel, haben wir die Zumberov-Kinder mit ihren Namen Samanta und
Ajnur genannt und herausgestellt, daß die Oberbürgermeisterin die
Chefin des Dezernenten ist, also pro domo gesprochen hat.
Textkürzungen
mögen hinzunehmen sein, solange der Aussagegehalt gewahrt bleibt. Aus
unserem Text sind der zweite Satz des ersten Absatzes und damit unsere
uns motivierende Wertung – schwere Schädigung des Wohls der Kinder
und der rechtstaatlichen Ordnung – und die im Schlußsatz von uns
erhobene Korrekturforderung total getilgt worden, eine unannehmbare
Verstümmelung.
Noch
weniger annehmbar, weil glatte Fälschung ist, daß unser als treffende
Charakterisierung bewusst gewähltes „deportiert“ verwaltungsfromm
in das technologisch glättende „abgeschoben“ umgeschrieben worden
ist!
Verfälschend
ist auch das Auslassen des zweiten und dritten Unterzeichnernamens. Von
uns war festgelegt, daß wir, Repräsentanten der Institution
„Friedensforum Duisburg“, zu dritt als Unterzeichner figurieren.
Eberhard Przyrembel steht für Pax Christi, und auch mein Name, der nach
meiner jahrzehntelangen beruflichen und politischen Arbeit in Duisburg
zumal unter Lokalpolitikern nicht unbekannt ist, sollte Eindruck machen.
Mit welcher Berechtigung sind diese beiden Namen weggelassen worden?!
Sollte
derart massives Manipulieren an Lesertexten Usus werden und sollte
deshalb ein potentieller Leserbriefschreiber darauf gefaßt sein müssen,
daß die Redaktion seinen Text durch sinnverkürzendes „Bearbeiten“
um die gewünschte Wirkung bringt, so wird er gut beraten sein, sich
manchen möglichen Brief zu verkneifen ...
Was
an unserem Brief verdorben worden ist, läßt sich nicht heilen. Doch könnte
die Lokalredaktion uns in der Weise Genugtuung leisten, daß sie unseren
anliegenden, knapp gehalten, neuen Leserbrief unverändert abdrucken läßt;
wir bitten darum!
Mit
freundlichem Gruß
gez.
Christian Uliczka
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Leserbrief
Friedensforum Duisburg
Vom
28. Sept. 2000 an die Lokalredaktion der WAZ in Duisburg
GUTES
GEWISSEN?
Zu
„Roter Zettelregen“ vom 26. September 2000
Der
Ordnungsdezernent der Stadt Duisburg hat, zwei gegenteilige Empfehlungen
des Petitionsausschusses des Landtags in Düsseldorf ignorierend, die
Roma-Familie Zumberov mit ihren beiden hier voll integrierten Kindern
Samanta und Ajnur nach Mazedonien deportiert. Dadurch hat er zumal dem
Kindeswohl und damit der rechtsstaatlichen Ordnung schweren Schaden
zugefügt.
Und
dann nimmt ausgerechnet die Chefin des Dezernenten, die Oberbürgermeisterin,
sich heraus, die Kritiker dieses rechtlich fragwürdigen und menschlich
abstoßenden Vorgehens als Gegner des Rechtsstaats und ihre demokratisch
legitime Manifestation als Straftat zu diffamieren. Davon abgesehen,
spricht solches Überreagieren nicht gerade für gutes Gewissen.
Der
Brandtsche Missgriff muß umgehend korrigiert werden, indem den
Zumberovs die Rückkehr nach Duisburg angeboten wird.
Friedensforum
Duisburg
Inge
Holzinger,
Eberhard
Przyrembel
Christian
Uliczka |
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