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Der
„Plan Kolumbien“ und die militärische Einmischung der USA in
Kolumbien
| „Obwohl
der Krieg der konzentrierte Ausdruck allen Übels ist, ist die
Tyrannei der konzentrierte Ausdruck aller Kriege“ (Simón Bolívar.
Aufruf an die Bürger von Cundinamarca, 17. Dezember 1814) |
Die
USA liefern die Waffen - Kolumbien stellt die Toten...
Von
Allende La Paz, unabhängiger Journalist
Quelle:
5.
Jan
2007
Zu
den Ursachen der humanitären Krise, die Kolumbien durchlebt, gehört die
unheilvolle Einmischung der Vereinigten Staaten, die es mit ihrer Hilfe
und Indoktrinierung ermöglicht hat, dass die kolumbianische Oligarchie
die Macht in Form der Gewalt ausüben kann. Mit der Einführung der
Doktrin der Nationalen Sicherheit und den dazu gehörigen Maßnahmen haben
die Vereinigten Staaten direkt an dem von Seiten des Staates in Form des
Staatsterrorismus begonnenen Krieg gegen das kolumbianische Volk
teilgenommen, und all das unter der Maske der US-amerikanischen
„Hilfe“ für die kolumbianische „Demokratie“.
Unter
dem Schutz dieser fremden Doktrinen haben sie „Militärpläne“
entworfen wie den Plan LASO von 1964, Sicherheitsstatute wie das unter der
Regierung des Ex-Präsidenten Turbay Ayala, den Plan „Integraler
Krieg“ unter Gaviria Trujillo, den „Plan Kolumbien“ während der
Regierung Pastrana und dessen Umsetzung im „Patriotischen Plan“, der
soeben offiziell für „tot“ erklärt wurde.
Ziele
der „Hilfe“ der USA
Das
Ziel der „Hilfe“ bei der Ausbildung von Militärs besteht darin,
Offiziere heranzubilden, die den USA hörig sind. Aus dem
Informationsblatt „Borrando las Divisiones“ („Die Teilung überwinden“)
kann man klar herauslesen, dass Kolumbien nach Afghanistan der zweitgrößte
Empfänger militärischer „Hilfe“ der USA in der Welt ist. Das ist
nicht neu. Auch nicht, dass ein Teil dieser „Hilfe“ in der Ausbildung
von Offizieren der kolumbianischen öffentlichen Sicherheitskräfte in den
Terroristen-Schulen der USA besteht. Eine der profiliertesten davon ist
die „Schule der Amerikas“, in deren 1996 entdeckten Handbüchern
„den Schülern geraten wurde, Folterungen, Erpressung sowie
Geldforderungen für getötete Feinde in Anwendung zu bringen“ (Quelle:
New York Times). Dieses Training hat die „Ausbildung“ von Offizieren
der öffentlichen Sicherheitsorgane zum Ziel, die dem imperialen Diktat
ergeben sind. So haben wir Generale, Oberste usw. gesehen, die in schwere
Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind, und dies mit Billigung der
kolumbianischen Oligarchie und der Regierung der USA.
Die
Ausbildung von Terroristen
37001
Offiziere wurden in den USA ausgebildet; das sind 44,79% von allen. Das
Training in den USA hat das kolumbianische Offizierskorps mit der
unheilvollen Doktrin der Nationalen Sicherheit und ihren Mitteln und
Methoden geprägt. Das Ergebnis war das Blutvergießen Unschuldiger in
Anwendung des Prinzips „den Fischen das Wasser austrocknen“, wobei
nach dieser Optik das Volk das Wasser und die Guerilla der Fisch ist.
Zwischen
1984 und 1992 wurden 6844 Soldaten des kolumbianischen Heeres unter der
Schirmherrschaft des Internationalen Programms der militärischen
Ausbildung der USA trainiert. Nach einer Information des Büros für
Lateinamerikanische Angelegenheiten in Washington wurden zwischen 1990 und
1992 mehr als 2000 Kolumbianer ausgebildet, in einer Periode unter der Präsidentschaft
von César Gaviria (1990-1994) also, in der die Gewalt nie gekannte Ausmaße
angenommen hatte.
In
einem 1993 veröffentlichten Bericht über den Staatsterrorismus wird
davon gesprochen, dass von den 247 Armee-Offizieren, die für
Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien verantwortlich gemacht werden, 124
eine Ausbildung in der „Schule der Amerikas“ erhalten haben.
Im
Schwarzbuch über den Staatsterrorismus ist nur ein Teil der Offiziere
genannt, die in den unheilvollen USA-Militärschulen ausgebildet worden
sind.
Von
1999 bis 2004 wurden in den „Trainingsprogrammen“ der Vereinigten
Staaten 37001 kolumbianische Offiziere ausgebildet, die sich wie folgt
verteilen: 2476 im Jahre 1999, 6300 im Jahre 2001, 6477 im Jahre 2003 und
8801 im Jahre 2004. Wenn wir diese Zahlen aufmerksam lesen, sehen wir, wie
ab 2000, dem Jahr des „Planes Kolumbien“, ein außerordentliches
Ansteigen zu verzeichnen ist. Damit sind es 44,79 % aller Militärs, die
eine Ausbildung in den USA erhalten haben.
Im
Jahre 2004 war Kolumbien mit 8756 das zweite der 10 wichtigsten Länder,
die diese Ausbildung erhalten haben, nur von Afghanistan mit 12362 übertroffen.
Es folgen Bolivien mit 1975, Thailand mit 1282, Israel mit 1281, Ägypten
mit 1241, Mexiko mit 876, Argentinien mit 647, die Ukraine mit 612 und die
Philippinen mit 549.
Die
Konsequenzen
39492
Kolumbianer sind die Opfer des Staatsterrorismus von 1999 bis 2005. Die
Konsequenzen können für das kolumbianische Volk unheilvoller nicht sein.
Das Offizierskorps der öffentlichen Sicherheitsorgane ist involviert in
Folterungen, gewaltsame Entführungen, ungesetzliche Exekutionen und
Massaker wie auch in die Formierung, Koordinierung, Finanzierung und
logistische Unterstützung der paramilitärischen Drogendealer-Banden,
diese Vollstrecker des Staatsterrorismus. Wenn wir nur auf die Zeit seit
1999 schauen, sehen wir, dass während der Regierungszeit von Andrés
Pastrana 28408 Kolumbianer ermordet wurden, dass 4123 Menschen gewaltsam
entführt wurden und seitdem spurlos verschwunden sind, dass es 13839 Fälle
von ungesetzlichen Hinrichtungen gab sowie 2137 Massaker mit 9917 Opfern.
Außerdem wurden laut Angaben der CODHES (Konsultationsorganismus für
Menschenrechtsfragen) 1.360.298 Menschen gewaltsam aus ihren
Wohnsiedlungen vertrieben. Während der ersten Regierungszeit von Uribe Vélez
wurden 11084 Menschen außerhalb von Kampfhandlungen, das heißt
unbewaffnet und schutzlos, ermordet. Sollte irgendjemand Zweifel an diesen
Zahlen haben, möge er die Menschenrechtsberichte von Amnesty
International, der UNO, der Kommission für Menschenrechte, der
kolumbianischen Juristenvereinigung etc. etc. durchsehen.
Der
einzige Ausweg
Gegen
die imperialen Ziele brauchen wir eine Regierung des Wiederaufbaus und der
Nationalen Versöhnung. Die Ankündigung der Vereinigten Staaten, das
Training von lateinamerikanischen Militäroffizieren als Mechanismus zur
Ausgleichung ihres Machtverlustes in der Region wegen des Entstehens von
Volksregierungen wieder aufzunehmen, sollte zum Nachdenken und zu Aktionen
gegen diese Maßnahme führen.
In
Kolumbien haben wir die Notwendigkeit der Bildung einer Regierung des
Wiederaufbaus und der Versöhnung hervorgehoben, die den Weg für ein
Neues Kolumbien öffnet, die Kräfte der öffentlichen Sicherheit einer
Bolivarianischen Doktrin unterstellt und die unheilvollen USA-Doktrinen über
Bord wirft, die die Erde unseres Vaterlandes mit dem Blut Unschuldiger
getränkt haben.
Heute
müssen wir uns der Worte unseres Befreiers Simón Bolívar erinnern:
„Obwohl
der Krieg der konzentrierte Ausdruck allen Übels ist, ist die Tyrannei
der konzentrierte Ausdruck aller Kriege“ (Aufruf an die Bürger von
Cundinamarca, 17. Dezember 1814; Bd. II)
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