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Liebes
Friedensforum Duisburg,
(Schreiben
des KV-Duisburg an das Friedensforum Duisburg)
hiermit
sende ich euch eine erklärung zur rede des herrn dr. w. ayad, gehalten auf der
duisburger auftaktkundgebung des ostermarsch, veröffentlicht
auf euren internetseiten.
Da die
rede beim ostermarsch selbst schlecht zu verstehen war, habe ich herrn ayad beim
ostermarsch gebeten, sie mir zuzumailen. er hat dies trotz zusage leider nicht
getan. erst gestern wurde ich dann darauf aufmerksam, das sie auf euren
internetseiten veröffentlicht ist.
ich
hoffe sehr, dass ihr die position unserer erklärung zu der rede und zu dem
themenkomplex als solchem teilen könnt und auch als friedensforum zu einer
kritischen einschätzung zu der rede ommt.
wir
bitten euch, unsere erklärung auf euren internetseiten zu veröffentlichen und
im zusammenhang mit herrn ayads rede selbst auf unsere erklärung zu verweisen.
unterzeichnet
haben die erklärung bisher Anna Conrads, Dierk Ferlemann, Herbert Fürmann,
Ralf Jonas, Marc Mulia, Benno Nothardt, Irina Neszeri und Reinhard Pastoor. Wir
alle sind in verschiedenen organisationen der Duisburger Linken aktiv, haben
aber auf einen formalen verweis auf diese organisationen verzichtet.
mit
friedlichen grüßen
irina
neszeri
(Fehler
wie im Original)
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Outing
der unter Führung des
Trotzkisten Hermann Dierkes stehende PDS in Duisburg
Frieden muss friedlich
sein!
Erklärung zur
Duisburger Ostermarschrede von Dr. W. Ayad (siehe
auch)
Im Namen der "Palästinensischen
Ärzte- und Apothekervereinigung NRW e.V." hat Dr. W. Ayad bei der
Duisburger Ostermarsch-Auftaktkundgebung eine Rede gehalten, die sich mit dem
Konflikt im Nahen Osten befasste. Diese Rede ist auf den Internetseiten des
Duisburger Friedensforums unter www.friedensforum-duisburg.de veröffentlicht. Wir,
die UnterzeichnerInnen, möchten mit unserer Erklärung zum Ausdruck bringen,
dass wir diese Rede in weiten Teilen für falsch und vor allem für gefährlich
halten. Die dort artikulierte Position gehört unserer Meinung nach nicht
in das Spektrum einer emanzipatorischen Friedensbewegung.
Der kriegerische Konflikt
im Nahen Osten ist in den Augen des Herrn Ayad aussschließlich in der
israelischen Gewalt begründet. Wir sehen das nicht so. Vielmehr
handelt es sich bei dem Konflikt im Nahen Osten um einen Krieg, der von mehreren
Seiten geführt wird und unter dem, wie bei jedem Krieg, die Bevölkerung
leidet. Es sterben täglich Menschen auf beiden Seiten. Keiner dieser Menschen
hat den Tod "verdient", jeder dieser Menschen hat das gleiche Recht
auf Leben. Frieden ist eine Forderung, die sich an jede und jeden wendet, der
oder die militärische oder paramilitärische Gewalt gegen Menschen anwendet. Wer
diesen Geist der Friedensbewegung teilt, kann sich nicht, wie Herr Ayad, positiv
auf die zweite Intifada, eine gezielte Gewalt- und Terrorwelle beziehen, oder
diese als eine zwangsläufige Konsequenz der politischen Situation im Nahen
Osten darstellen. Im Gegenteil: Die zweite Intifada ist Ausdruck dessen,
dass im Nahen Osten viele Herrscher mit spezifischen Interessen ihre eigene
Suppe kochen. Es geht bei weitem nicht nur um einen territorialen Streit zweier
Bevölkerungsgruppen um ein geographisches Gebiet. Bei den offenbar federführenden
Organisationen in der zweiten Intifada handelt es sich um alles andere als
fortschrittliche, friedensbewegte Kräfte. Genauso wie Ariel Sharon und seine
politischen Freunde keine Partner einer fortschrittlichen linken
Friedensbewegung sind, sondern die israelische Linke und die israelische
Friedensbewegung, sind es aber
auch auf der palästinensischen Seite nicht die reaktionären Kräfte, wie zum
Beispiel die Hamas. Eine einseitige Solidarität mit "dem palästinensischen
Volk" kann es für Friedensbewegte nicht geben. Wir müssen und wollen
festhalten an unserer Forderung nach gemeinsam tragfähigen politischen Lösungen.
Hierfür muss beides aufhören,
sowohl der palästinensische Terror in Israel als auch die Eskalationen der
israelischen Armee. Palästinensische Partner der Friedensbewegung können
nur solche Organisationen und Einzelpersonen sein, die die Grundwerte einer
fortschrittlichen, demokratischen und aufklärerischen Bewegung teilen, die
selbst ein kritisches Verhältnis zu den reaktionären Strömungen in der palästinensischen
Bewegung haben und die die Terroranschläge der zweiten Intifada ablehnen. Auf
Herrn Ayad trifft dies offensichtlich nicht zu.
Mit großer Sorge
beobachten wir ausserdem die Auseinandersetzungen über den Nahostkonflikt in
Europa und insbesondere in Deutschland. Wir
wissen, dass es in Deutschland nach wie vor einen tief verwurzelten
Antisemitismus gibt. Nicht wenige Deutsche glauben, die Juden seien
selbst an ihrer Ermordung, am Holocaust schuld. Viele glauben, Juden seien
besonders reich, besonders raffgierig. Einige gehen so weit, hinter dem
globalisierten Kapitalismus eine Verschwörung von Juden zu sehen. Rechtsextreme
versuchen mit ihrer "Querfrontstrategie" und einer Verquickung von
Antikapitalismus, Antisemitismus und völkischem Nationalismus, die
Friedensbewegung und die Antiglobalisierungsbewegung in ihre Richtung zu
beeinflussen. In einem Anliegen waren die mittlerweile langjährigen Versuche
der "neuen Rechten" bereits
erfolgreich. In einer bisher ungeahnten politischen Breite von CDU bis Grüne
wird aktuell die Position vertreten, der Staat Israel verhalte sich zu den Palästinensern
genauso wie Nazi-Deutschland zu den Juden. Auch Herr Ayad spricht in seiner Rede
wiederholt von "Nazi-Methoden der israelischen Armee". Er geht sogar
so weit, die Deutschen aufzufordern, gerade aufgrund der deutschen Geschichte
Partei gegen Israel zu ergreifen, weil Israel doch dasselbe täte wie
Nazi-Deutschland, nämlich "ein unschuldiges Volk zu liquidieren". Mit
seinen Forderungen trifft er bei vielen Deutschen auf offene Ohren. Eine
breite Soldiratität mit dem Staat Israel kann in Deutschland keinesfalls
festgestellt werden, im Gegenteil. Hocherfreut sind viele darüber, mit dem
Krieg im Nahen Osten die politische Verantwortung, die aus dem Holocaust
entstanden ist, beiseite zu schieben. Bis zum Einmarsch deutscher Soldaten in Israel ist es in
den Köpfen vieler Deutscher nicht mehr weit. Die jüdische Gemeinde
Berlin schreibt in einem Aufruf: "In Essen wurden nach einer Demonstration
die Scheiben der alten Synagoge eingeschmissen, in Berlin wurden kürzlich auf
einer Demonstration palästinensischer Gruppen im Bündnis mit Teilen der
Berliner Linken israelische Fahnen mit Hakenkreuzen verbrannt - am selben Abend
explodierte eine Bombe auf dem jüdischen Friedhof in Charlottenburg. Während
Tausende Demonstranten die Ostermärsche dafür nutzen, gegen die israelische
Politik zu protestieren, kam es zu gewalttätigen Übergriffen gegen Juden in
der Nähe des belebten Berliner Breitscheidplatzes. Die Übergänge der
praktischen Palästinasolidarität zu solchen - üblicherweise von
Rechtsradikalen begangenen - Anschlägen sind fließend."
Dem aktuell vielfach
formulierten Vergleich Israels mit dem Nazi-Deutschland muss immer wieder laut
und öffentlich widersprochen werden. Keinem Menschen im Nahen Osten wird damit
geholfen, wenn die deutsche Linke aufhört, antifaschistisch zu sein, wachsam zu
sein, kritisch zu sein gegenüber jeder Formulierung von völkischem
Nationalismus, von Antisemitismus, von Relativierungen der Verbrechen von
Auschwitz. Eine solche Relativierung hat auf einem fortschrittlichen,
emanzipatorischen, linken und friedlichen Ostermarsch nichts verloren.
Auf
der Auftaktkundgebung des Ostermarsch-Rhein-Ruhr in Duisburg hielten sich über
mehrere Stunden führende Duisburger Neonazis auf, die Flugblätter und
Zeitungen gesammelt haben, die Reden interessiert verfolgt haben. Es
handelt sich um solche Neonazis, die selbst mit Palästinenser-Halstüchern
herumlaufen und in ihrem antisemitischen Hass die "Sache der Palästinenser"
feiern. Wir wollen nächtes Jahr einen Ostermarsch erleben, auf dem Neonazis bei
jeder gehaltenen Rede genau wissen, dass es zwischen ihnen und uns keine
Gemeinsamkeiten gibt.
Wir fordern alle
friedensbewegten Menschen auf, sich von der Rede des Herrn Ayad zu distanzieren,
jeder Verharmlosung der Verbrechen Nazi-Deutschlands entschieden
entgegenzutreten und als PartnerInnen und RednerInnen der Friedensbewegung nur
solche Menschen zu akzeptieren, die mit uns gemeinsam auf der Seite des
Friedens, des Fortschritts und der Demokratie stehen.
ErstunterzeichnerInnen:
Anna Conrads,
Dierk
Ferlemann,
Herbert
Fürmann*,
Ralf
Jonas,
Marc
Mulia,
Benno
Nothardt,
Irina
Neszeri,
Reinhard Pastoor
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Anmerkung des
Webmaster:
Die Autorin deser
unverschämten Erklärung, Irina
Neszeri, schreibt: „unterzeichnet haben die
erklärung bisher Anna Conrads, Dierk Ferlemann, Herbert Fürmann, Ralf Jonas,
Marc Mulia, Benno Nothardt, Irina Neszeri und Reinhard Pastoor. Wir alle sind in verschiedenen organisationen der Duisburger Linken
aktiv, haben aber auf einen formalen verweis auf diese organisationen
verzichtet.“(Groß- und
Kleinschreibfehler im Original).
Das ist reinster
Etilettenschwindel. Das ist ein reines Jungdemokratenpapier. Nur einer der
Unterzeichner (Herbert Fürmann) ist nicht bei denen, sondern ist
PDS-Neumitglied und Mitglied in der Bürgerinitiative, bei der der
trotzkistische Duisburger PDS-Fraktionschef Vormann ist.
Der
Antrag, dieses Pamphlet auf die Internet-Seite des Friedensforum
Duisburg zu bringen, wurde mit einer Gegenstimme, vier Enthaltungen mit
erdrückender Mehrheit abgelehnt. In der Diskussion brachten fast alle Redner
ihre Ablehnung des hier geäußerten Standpunkts zum Ausdruck.
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