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zum Text: Frieden muss friedlich sein!

Unverschämte Unterstellungen

Polit-Yuppies von den Jungdemokraten stellen demokratische Kriegsgegner in die Nähe von Faschisten  

Tel Aviv setzt Panzer, Flugzeuge, Raketen unerbittlich gegen bewohnte Ortschaften ein. Jenseits der israelischen Grenzen werden Wohnhäuser reihenweise von Armeebaggern fortgeräumt.

Wer angesichts solch unleugbarer Tatsachen die Stirn hat zu behaupten, den israelischen Tätern stünde das Recht zu, ihre palästinensischen Opfer wie Freiwild zu jagen und zu schinden, kann nur als extrem gewissenlos betrachtet werden.

Fritz Teppich, Spanienkämpfer und Kommunist jüdischer Abstammung in Junge Welt vom 14. 12. 2001: Schuldig sind Scharon und Bush, Wortmeldung eines Shoa-Überlebenden  http://www.jungewelt.de/2001/12-14/009.php

Persönliche Erklärung

Bei der Eröffnungskundgebung des Ostermarsches Rhein/Ruhr in Duisburg sprach der palästinensische Arzt Dr. W. Ayad von der Palästinensischen Ärzte- und Apothekervereinigung NRW e.V. (siehe: palaestina ). Er vertrat mit Würde und für alle erkennbar mit humanistischem Engagement seine Position für ein freies und friedliches Palästina. Dass sich diese Jungdemokraten von diesem Mann distanzieren, ist nur die eine Seite des Skandals.

Die andere Seite ist nicht weniger unappetitlich. Weil sich „Auf der Auftaktkundgebung des Ostermarsch Rhein-Ruhr in Duisburg hielten sich über mehrere Stunden führende Duisburger Neonazis auf, die Flugblätter und Zeitungen gesammelt haben, die Reden interessiert verfolgt haben.“ (Judo-Papier), ist das, was Dr. Ayad sagte, profaschistisch. So einfach ist das. Der Kreissprecher der PDS rannte auf dieser Kundgebung herum (manche sagen, er rannte hysterisch herum) und erzählte, Faschisten hätten sich für ihn interessiert. Solche Begegnungen der dritten Art hatte er schon mehrfach, außer ihm jedoch niemand. Sollte er sich nur wichtig machen wollen? Auf jeden Fall wird das nun als Argument benutzt, dass jede Kritik an den Zionisten profaschistisch sei. Dabei hat dieser Sprecher der Duisburger PDS sonst keine Berührungsängste mit Rechten. Gemeinsam mit einem Mitgründer der Schill-Partei in Duisburg als Verbündeten sammelt er an Infoständen Unterschriften gegen den Abriss der Duisburger Mercatorhalle.

Weiter schreiben die Jungdemokraten: 

Wir wollen nächstes Jahr einen Ostermarsch erleben, auf dem Neonazis bei jeder gehaltenen Rede genau wissen, dass es zwischen ihnen und uns keine Gemeinsamkeiten gibt.“  

Ich dagegen sage: Bereits jetzt weiß jeder, dass zwischen uns und den Faschisten eine unüberbrückbare Kluft ist. Ob aber zwischen den Jungdemokraten und den sog. Antinationalen diese Kluft ist, ist zu bezweifeln. Diese sich fälschlich Antifas oder gar antinationale Kommunisten nennende Subjekte, sind z.B. der Meinung, der Afghanistan-Krieg sei gerechtfertigt, weil der Anschlag auf das World Trade Center ein antisemitischer Akt gewesen sei. Sie befürworten den Krieg als Mittel der Politik der USA. Sollten unsere famosen Judos nicht lieber vor ihrer Tür mal kehren und sich klar von deren tatsächlich rechten Positionen abheben?

Ich empfinde es als eine Frechheit, wenn sich diese Polit-Yuppies als Ankläger und gleichzeitig als Richter aufspielen über Menschen, die ihr Leben lang gegen Faschismus und Krieg gekämpft haben und immer noch kämpfen. Sie wagen es, Kämpfer gegen Unterdrückung und Krieg in die Nähe von Nazis zu rücken.

Ich werde mich hier vor ihnen nicht rechtfertigen, das habe ich nicht nötig. Aber meine persönlichen und/oder politischen Zieh-Eltern gehören seit Generationen einer sozialistischen oder kommunistischen Partei an. Viele kämpften in Spanien gegen den Faschismus, waren im Widerstand gegen Hitler und im KZ.

Hitler konnte den Massenmord an Russen, Polen, Juden, Tschechen, Griechen usw. erst begehen, nachdem er in Deutschland die Opposition ausgeschaltet hatte. Die konsequentesten Vertreter der Anti-Hitler-Opposition kamen aus den Arbeiterparteien, v.a. aus der Kommunistischen Partei.

Während einige ihrer liberalen Ziehväter, wie Theodor Heuss, im Reichstag für das Ermächtigungsgesetz stimmten, waren viele von unseren politischen Vorfahren bereits in KZs eingesperrt und wurden von den Nazis gefoltert. 

Nach dem Krieg kam bald wieder Kommunistenverfolgung: Während sich der damalige FDP-Chef Mende mit dem von Hitler umgebundenen Ritterkreuz schmückte, saßen Kommunisten bereits wieder in Gefängnissen, weil sie gegen die Wiederaufrüstung kämpften.

Als Scheel und Genscher mit Brandt in der Regierung waren, wurden gegen Kommunisten eben von jener Bundesregierung Berufsverbote verhängt.

Wir Kommunisten sind immun gegen die Ideen des Faschismus. Uns zu unterstellen, wir stünden in deren Nähe, ist allein schon eine nicht zu überbietende Frechheit.

Wir stehen für die Rechte des palästinensischen Volkes, weil wir für die Freiheit aller Völker in Frieden und Selbstbestimmung eintreten. Nicht die Palästinenser, sondern die deutschen Faschisten haben die Judenmorde begangen. Aber die Palästinenser wurden aus ihrer Heimat, aus ihren Häusern, von ihrem Land vertrieben. Das allein deshalb, weil ein Teil einer religiösen Gruppe sagte, ihre Vorfahren vor Tausenden von Jahren hätten dieses Land von Gott bekommen. Das wäre ähnlich, wenn der Papst Anspruch auf Köln erheben würde.

Ich betrachte jedoch die Existenz Israels als historisch gewachsen. Insofern haben auch die Menschen in Israel ein Recht in Frieden leben zu können. Aber dieses Recht wird immer wieder durch die Regierung Israels selbst in Gefahr gebracht. Nicht der Frieden und die gutnachbarschaftliche Zusammenarbeit ist das Ziel der israelischen Regierung, sondern ethnische Säuberung, somit die Vertreibung des palästinensischen Volkes. Diese Politik ist verbrecherisch – und Verbrechen muss auch so genannt werden können. Auch wenn die jungdynamischen Polit-Yuppies dies nicht hören wollen, denn:

Wer angesichts solch unleugbarer Tatsachen die Stirn hat zu behaupten, den israelischen Tätern stünde das Recht zu, ihre palästinensischen Opfer wie Freiwild zu jagen und zu schinden, kann nur als extrem gewissenlos betrachtet werden.“ (Fritz Teppich, Spanienkämpfer und Kommunist jüdischer Abstammung in Junge Welt vom 14. 12. 2001)

Günter Ackermann  
Bezirksvertreter in Duisburg-Mitte

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